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Prokon-Genussrechte: Erdrückende Vorwürfe gegen Prokon - Was können Anleger jetzt tun?
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Prokon-Genussrechte Erdrückende Vorwürfe gegen Prokon - Was können Anleger jetzt tun?

05.12.2013, 17:07  |  38676   |   |   

Die Vorwürfe gegen den Windkraftriesen Prokon scheinen erdrückend. Nun weigern sich auch die Wirtschaftsprüfer die längst überfälligen Bilanzen freizugeben. Dabei verweigern sie insbesondere die von Prokon geforderten stillen Reserven in die Bilanz aufzunehmen, da sie befürchten, sich dadurch schadensersatzpflichtig zu machen. Für viele der nahezu 75.000 Prokon-Anleger, die über 1,3 Milliarden Euro in das Unternehmen investiert haben, stellt sich unter anderem die Frage, warum ausgerechnet die stillen Reserven plötzlich so wichtig werden und was sie jetzt tun können.

Die stillen Reserven sind zunächst schon aufgrund der vertraglichen Konstruktion der Genussrechte insofern wichtig, da die Zinsen der Anleger ohne einen Jahresüberschuss nur ausgezahlt werden dürfen, wenn entsprechende stille Reserven vorhanden sind, betont Rechtsanwalt Kaltmeyer von der Berliner Kanzlei FEIL KALTMEYER Rechtsanwälte. Denn: Den stillen Reserven kommt vor allem vor dem Hintergrund einer möglichen Insolvenz eine noch erhebliche dramatische Bedeutung zu. „Sollten die Presseberichte zutreffen und die Bilanz der Prokon aufgrund des aktuell riesigen Verlustvortrags von ca. € 194 Mio. bereits einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ausweisen, wäre sie rechnerisch überschuldet. Das dürfte zum einen schon heute erhebliche Verluste für die Anleger zur Folge haben, da die Genussrechte so ausgestaltet sind, dass die Verluste der Gesellschaft zulasten der Anleger gehen und sich der Rückzahlungsanspruch ihres eingesetzten Kapitals bereits heute in dieser Höhe verringert hat. Zum anderen steht zu befürchten, dass die Prokon aufgrund dieser Überschuldungssituation jetzt den Bereich der Insolvenzreife bereits überschritten hat, da die Wirtschaftsprüfer dem Versuch des Managements, die Überschuldung durch eine Berücksichtigung der stillen Reserven auszugleichen, eine Absage erteilt haben und mittlerweile sogar ein zweiter Wirtschaftsprüfer die stillen Reserven mit Null Euro bewertet haben soll“, so Rechtsanwalt Kaltmeyer.

Ohne die stillen Reserven dürfen zudem aufgrund der erheblichen Verluste und des aufgezehrten Eigenkapitals keine Zinsen mehr an die Anleger gezahlt werden. „Daneben stellt sich die Frage, ob die zur Vermeidung einer Insolvenz erforderliche Zahlungsfähigkeit noch gegeben ist, da Prokon laut Stiftung Warentest in den ersten acht Monaten in 2013 im operativen Geschäft gerade einmal ca. € 13,5 Mio. erwirtschaftete, sie für die Zinsen der Anleger im gleichen Zeitraum aber ca. € 60 Mio. aufbringen musste. Das operative Geschäft reicht folglich nicht annähernd zum Ausgleich der fälligen Forderungen,“ so Rechtsanwalt Kaltmeyer weiter.

Aber auch der Ausgleich der Zinsen durch neues Anlegerkapital dürfte zukünftig nicht mehr funktionieren. „Abgesehen davon, dass es sich bei einem Ausgleich der Zinsen durch neu eingeworbene Anlegergelder um ein Schneeballsystem handeln würde und sich die Verantwortlichen gegenüber den Anlegern schadensersatzpflichtig gemacht hätten, dürfte diese Methode nach den jüngsten Presseberichten zukünftig nicht mehr funktionieren, da die frischen Anlegergelder seit September 2013 von monatlich ca. 40 Mio. auf ca. 3,7 Mio. und damit um fast 90 Prozent eingebrochen sind“, ergänzt Rechtsanwalt Kaltmeyer.

Es bestehen folglich erhebliche Anzeichen für eine bevorstehende Krise und Insolvenz. Dazu passt die Ankündigung von Prokon auf ihrer Internetseite, dass Carsten Rodbertus sein Genussrechte in eine Stiftung einbringen will, die dann auch die Geschäftsführung der gesamten Prokon Unternehmensgruppe übernehmen wird. „Der Wechsel der Geschäftsführung ist normalerweise eines der klassischen Anzeichen einer bevorstehenden Insolvenz, wodurch sich das bisherige Management aus der Haftung nehmen will. Auch die Übertragung seine Genussrechte auf die Stiftung dürfte allein diesem Ziel dienen - und nicht etwa der behaupteten Unternehmenskultur -, da er dadurch auch eine Haftung wegen faktischer Geschäftsführung vermeidet“, kritisiert Rechtsanwalt Kaltmeyer.     

 

Prokon-Genussrechte: Hohes Risiko bis zum Totalverlust
Interessensgemeinschaft Prokon prüft Rechte der Anleger

Wenn Prokon die Bilanzen endlich vorlegt und das wahre Ausmaß der Krise bekannt wird, müssen Anleger schnell handeln. „Nur Anleger, die frühzeitig vor der Insolvenz ihre Rechte beispielsweise durch eine Arrestpfändung in das Vermögen der Gesellschaft oder bei den Verantwortlichen sichern, haben die Möglichkeit ihre gesamte Zeichnungssumme zurückzubekommen, da sie andernfalls aufgrund der Nachrangigkeit der Genussrechte nicht einmal eine Insolvenzquote und eine Totalausfall zu erwarten haben“, so Rechtsanwalt Kaltmeyer weiter.

„Wir empfehlen den Anlegern, sich der Interessengemeinschaft Prokon anzuschließen. Im Rahmen der Interessengemeinschaft Prokon werden wir die kommenden Unternehmensdaten und Entwicklungen lückenlos dahingehend überprüfen, ob sich die erdrückenden Vorwürfe eines Schneeballsystems und der drohenden Insolvenz bewahrheiten und den Anlegern dann umgehend aufzeigen, durch welche Rechte und Maßnahmen sie ihre Ansprüche kurzfristig sichern können“ so Rechtsanwalt Kaltmeyer von der Berliner Kanzlei FEIL KALTMEYER Rechtsanwälte. 

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Kommentare

Auch ich möchte hier gern meine Meinung zum Ausdruck bringen.

Seit 2007 gibt es schon diese anrüchigen Berichte, bei Prokon schlägt die Uhr 5 vor 12°°.
Ende 2009 ebenso und so geht es schon über 10 Jahre. Die Windmühlen drehen sich immer noch. Viele Neue sind dazu gekommen, einige andere Standbeine ebenfalls. Itzehoe eigene Produktion eigens entwickelte Windenergieanlage P3000.
Es sind viele Windparks hinzu gekommen, zum Beispiel in Polen, bzw. noch im Bau und auch noch in Planung (Finnland). Abnahme von Strom und Vergütung sind in Gesetzen geregelt.
Prokon Pflanzenölwerk Magdeburg: Produktion von Biodiesel, Pflanzenöl für Lebensmittel.
Kooperation mit HIT Holzindustrie Torgau – Produktion von Paletten und Gartenhölzern (größter Palettenhersteller Europas). Weiterverarbeitung der Holzabfälle zu Holzbriketts (100000 Tonnen Jahresproduktion)im eigenen Werk. Prokon besitzt 3000 Hektar Wald in Deutschland, 18500 Hektar zur eigenen Bewirtschaftung in Rumänien.
Ab 2013 Verkauf von Strom zu einem gesunden Preis pro Kwh und niedrigem Arbeitspreis und unveränderten Steuerpreis – garantiert bis 31.12.2015.

Dieser Ärger mit den Großkonzernen, Medien (Sensations-Presse) und allen die an bestehenden Systemen gut verdienen, hatten andere Windenergie - Firmen, auch Care Energie, die viel für die Umwelt tun, im höchsten Maß erlebt. Prokon verkauft übrigens nur so viel Strom, wie sie auf natürliche Art produzieren.

Das Wichtigste! Bei der Finanzierung sind die Banken fast raus – nur noch 4 % der benötigten Mitte.
Sind diese Finanzabenteuer, Milliardensummen zur Rettung der Banken durch den Staat ( wir Steuerzahler) schon wieder vergessen.
Viele sind Pleite gegangen. Warum hört man nichts von Rückzahlungen derer, die sich wieder erholt haben?
Prokon mag stark bleiben, auch andere Firmen, die viel für die Umwelt tun!

In den Jahren der Finanzkriese und auch schon davor hat Prokon Geld in seinen verschieden Bereichen verdient, keine Entlassungen vorgenommen, die Grundverzinsung von 6 % ausgeschüttet und Überschussbeteiligung an seine Genussrechtsinhaber gezahlt, dieses übrigens halbjährlich. Die erste Ausschüttung (1. Halbjahr) wirkt also thesaurierend am Jahresende. Kein Anleger hat in den vielen Jahren Geld verloren. Können Sie das von Ihrer Bank (Depotbank) auch sagen? Wer also bei seinem Sparplan oder welche Anlage auch immer, einmal am Jahresende seinen kleinen Zins bekommt ist schon betrogen! Habe da leider auch erst Erfahrungen sammeln müssen.

Heute produziert Prokon übrigens mit ihren Beschäftigten schon die moderne, eigene Windenergieanlage P3000 in Krackow-Glasow, im Einsatz zu bewundern.
Also Schneeballsysteme, die ich kennen lernte, sahen anders aus. Investitionen stehen allerdings immer vor dem Erfolg. In so manchen Konzernen sind die Bosse, die das sinkende Schiff verließen noch mit -zig Millionen verabschiedet worden. Es wurde wohl schon längst Zeit, dass hier Pioniere für Umwelt und Finanzierungsalternativen neue, sinnvolle Wege beschreiten.
In Tschernobyl und Fukushima war es nämlich schon 5 nach 12°° Uhr.
Hier könnten Medien, sowie Verbraucherschützer mit etwas Mühe und gesunder Recherche den Verbraucher fair aufklären und informieren - und nicht den Großkonzernen und Banken in die Hände arbeiten.
Es gab vor ein paar Jahren eine Firma die nannte sich EEch-Group
und warb mit Hochglanzprospekten - Windkraft in Frankreich -
da wäre ich fast eingestiegen.
Als ich dann Prokon sah und las fühlte ich mich in die gute alte Zeit zurück versetzt. Leider scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
Hallo,
Ölpflanzen in Afrika? Da haben sie aber eine andere Firma im Kopf als Prokon. Ich verfolge das Unternehmen seit 3 Jahre kritisch, aber das was hier vor sich geht, ist schon lächerlich. Da legt sich w-o mit einer Anwaltskanzlei aus Provisionsgründen ins Bett, obwohl jeder Anleger innerhalb von 4 Wochen zum Monatsende seine Genussrechte kündigen: "Laufzeit ab 6 Monate und 4-wöchiger Kündigungsfrist zum Ende jedes Kalendermonats"
Also bitte selber denken und handeln - entweder kündigen oder investieren!
Gruß

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