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EZB-Geldpolitik "Wir steuern auf einen großen Finanzcrash und in einen Währungskrieg hinein"

Gastautorin: Sahra Wagenknecht
18.12.2015, 12:01  |  11912   |   |   

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beendet in den USA die Niedrigzinsphase und in Europa hält der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Geldschleusen weiter offen. Kommentar zur Entscheidung des EZB-Rats Anfang Dezember, den Einlagenzins um zehn Basispunkte zu senken und das umstrittene Anleihekaufprogramm bis mindestens März 2017 zu verlängern:

Wer den Geldhahn so lange und so weit aufdreht, riskiert gigantische Flutschäden und bereitet den nächsten Finanzcrash vor. In Frankfurt, Berlin und Brüssel muss man endlich begreifen, dass man die deflationäre Krise in Europa mit expansiver Geldpolitik allein nicht überwinden kann. Stattdessen müssen die Kürzungsdiktate beendet, Löhne und Renten erhöht und die Wirtschaften auf Trab gebracht werden. Zu Letzterem könnte die EZB erheblich beitragen, wenn sie mit ihren 60 Milliarden Euro pro Monat sinnvolle Investitionen finanzieren würde statt die Finanzmärkte zu fluten und die Banken in Geld zu baden.

Die Politik der EZB führt zu immer größeren Verwerfungen: Die Ersparnisse der Bevölkerung werden entwertet, da man für normale Anlagen nahezu keine Zinsen mehr erhält. Gleichzeitig haben sich auf vielen Aktien- und Immobilienmärkten gefährliche Spekulationsblasen gebildet. Wir steuern auf einen großen Finanzcrash zu und in einen Währungskrieg hinein. Um dies noch zu verhindern oder zumindest die Bevölkerung vor den Folgen abzuschirmen, müssten das öffentliche Bankwesen und die gesetzliche Rente gestärkt sowie ein paralleler Schnitt bei öffentlichen Schulden und privaten Vermögen der Superreichen vorgenommen werden.

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6 Kommentare

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Kommentare

Zitat:"....sowie ein paralleler Schnitt bei öffentlichen Schulden und privaten Vermögen der Superreichen vorgenommen werden"

Unter dem Strich heisst das, Sie will das Geld bei den Reichen wegnehmen, und damit die Staatsschulden Tilgen. Auf solche merkwürdige Gedanken muss man erst mal kommen.
Frau Wagenknecht bringt zwar keine Neuigkeiten, als erfrischend darf ihre Aussage in heutgier Zeit schon gelten.
Mahner in Regierungsparteien sitzen entweder gefesselt auf der Strafbank oder werden wie der ehemalige MdB Gauweiler brutal vertreiben bzw . kalt gestellt. Von Einheitsparteidenken zu faseln zeugt nicht von besonders ausgeprägtem Realittätssinn, wer hat den noch in Merkels neuer Einheitsmitte.
Nöh,davon war nicht die Rede,das muss man fairer Weise schon sagen,sie scheint langsam gepeilt zu haben,dass Merkel sie,wie alle anderen geschickt an der Nase herum geführt hat,mit ihrem Euro !

Jajaa,es wird Problemas geben,denn die Beibehaltung das augenblicklichen Zinsniveaus bedeutet für die Deutschen Lebensversicherer nichts anderes,als das Aus !
Zwar glauben sie derzeit noch nicht ansatzweise,dass es der Politik damit ernst sein könnte,wollen nicht Unruhe reintragen und beschweren sich nicht,aber wenn es ungemütlich wird,dann werden sie wohl anfangen umzustrukturieren,über Beteiligungen nachdenken usw,...
Hauptsache,der Staat schafft es dann rechtzeitig noch rauszukommen,aus seinen Banklbeteiligungen,weil wenn die ihre Papiere notgedrungen auf den Markt werfen,dann gibts ein hübsches Feuerchen,aber bis dahin,hat Merkel längst " Jawoll,ich habs verdient!" gerufen und dann beginnt die Aufgabe der Linken,da müssen dann den anderen Europäern über Decaden explodierende Zinsen auferlegt werden,da ist nichts mehr mit "Den guten Onkel spielen",da ist dann ernstzunehmende Politik gefragt,...mal sehen,was dann noch drinn ist,....
Interessanterweise fordert diese Dame, die bereits vor der Wende in die SED eingetreten ist (!),
direkte Staatsfinanzierung durch die Notenbank (!!).

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