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Siemens & Deutsche Bank – Rekordhoch oder Sell-Off-Modus?

Gastautor: Daniel Saurenz
01.02.2017, 14:00  |  1149   |   |   

frankfurt_börseZu Wochenbeginn zeigte die Börse Donald Trump die gelbe Karte: Das Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimischen Staaten hat den Investoren vor Augen geführt, dass Trump auf Abschottung setzt und von der Konfrontation mit dem Mainstream und auch seiner eigenen Partei keinen Halt macht. Damit trüben sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft und damit indirekt auch für die US-Wirtschaft ein, weshalb DAX, S&P 500 und etliche andere Märkte unter Druck waren.

Die Vorstandschefs etlicher US-Technologie-Firmen äußerten sich kritisch zu Trumps Politik, zumal sein Team an einem neuen Dekret arbeiten soll, das die Rekrutierung ausländischer Talente beschränken würde. Das würde das Geschäft von Google, Facebook und Co. beeinträchtigen, weshalb die Aktien korrigierten. Wir werden uns am Mittwoch in der Finanzmarktrunde ausführlich mit den Aussichten in der dritten Trump Woche beschäftigen. Traditionell laufen die ersten zwei Wochen einer Präsidentschaft gut. Für die nächsten Monate haben wir einige Short-Kandidaten ausgemacht, die wir vorstellen werden.

Was dieses allmähliche Umschalten auf einen Risk-Off-Modus bedeutet, wird am Dollar und am Goldpreis sichtbar. Anleger schichten Geld aus dem Dollar in den Yen um, woraufhin der Dollar nachgibt. Das beflügelt wiederum den Goldpreis, der auf 1.200 Dollar je Unze steigt. Die zunehmende Unsicherheit über das Wachstum der Weltwirtschaft belastet außerdem den Ölpreis, zumal die US-Unternehmen immer mehr Ölbohrtürme in Betrieb nehmen. Damit wird die Förderkürzung der OPEC teilweise konterkariert.

Am Mittwoch steht neben den Zahlen bei Facebook auch die FED-Sitzung im Fokus. Man rechnet mit keinen Überraschungen. Interessanter sind die Fakten, die der Markt schafft. Der Euro notierte zu Wochenbeginn teilweise über 1,08 US-Dollar. Damit ist die Abwärtsbewegung endgültig gestoppt. Der DAX kann sich erholen und klettert über 11.600 Punkte. Daran hat Siemens einen Anteil von rund 50 Punkten. Nach guten Zahlen klettert die Aktie über 120 Euro. Damit rückt sogar das Rekordhoch bei 130 Euro aus dem Jahr 2000 in Schlagdistanz. Siemens wird in unserem Webinar ebenfalls ein Thema sein.

Unsere Chartanalyse:

Der Deutsche Aktienindex nähert sich im Rahmen seiner kurzfristigen Korrekturbewegung mehreren charttechnischen Unterstützungszonen, die sich bereits bewährt haben. Dies lässt die Wahrscheinlichkeit für eine – zumindest vorläufige – Stabilisierung in der zweiten Wochenhälfte wieder deutlich ansteigen.

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Fast genauso schnell, wie er vor knapp einer Woche nach oben ausgebrochen ist, hat der DAX am oberen Rand des Aufwärtstrendkanals wieder nach Süden abgedreht (linke rote Kreismarkierung im Tageschart). Die Begrenzung dieses langfristigen Kurskorridors hat sich damit als auch weiterhin gültige Hürde bewiesen. Sie steigt zwar weiter an und limitiert den Index damit nicht dauerhaft auf dem Weg nach oben, beschränkt aber dessen Anstiegsgeschwindigkeit. Bleit der DAX im Trendkanal (grün), ist frühestens Ende März mit einem neuen Allzeithoch jenseits der 12.390 zu rechnen (rechte rote Kreismarkierung).

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Doch bis dahin muss es nicht zwangsläufig weiter nach unten gehen: Schon um 11.510 zeigt sich im hoch aufgelösten 5-Minuten-Chart der Vortage eine Häufung unterer Wendepunkte, an der sich der Index auch diesmal wieder fangen könnte. Spätestens die 11.400er-Marke bietet dazu viel Anlass. Dort liegen nicht zur mehrere markante Tiefs der Vormonate, auch die Untergrenze des aus vergangenen Schwankungen errechneten Prognose-Korridors (grau) verläuft auf gleicher Höhe. Er beinhaltet 90 Prozent aller Kursschwankungen und hat sich auch bei der Vorhersage des letzten Zwischenhochs fast punktgenau bewährt (blaue Kreismarkierung).

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Auch diesmal könnte der DAX sich hier wieder stabilisieren, da sich eine entsprechende Tendenz auch an der Wall Street abzeichnet. Der Ausbruch der US-Börsen auf neue Rekordstände (grüne Kreismarkierung) war es auch, der die jüngste Kaufwelle am deutschen Markt auslöste – denn nach wie vor kommen die entscheidenden Richtungsimpulse aus New York. Ausbleibende Anschlusskäufe führten dann aber beim Leitindex S&P 500 wieder zu einem Rückfall, den der DAX hierzulande eins zu eins nachvollzogen hat.

Diese Abhängigkeit könnte dem Deutschen Aktienindex nun helfen, denn in den USA zeichnet sich bereits wieder eine kurzzeitige Stabilisierung ab: In den vergangenen beiden Handelstagen erholte sich der S&P 500 bis zum Tagesschlusskurs (Close) jeweils wieder deutlich von seinen Tiefständen (Low). Das zeigt, dass Schnäppchenjäger zu vergünstigten Kursen verstärkt mit Käufen beginnen. Beim Einstieg orientieren sich viele Investoren zudem wiederholt an dem nun erreichten Monatsdurchschnittskurs (blaue Kurve). Am Dienstag hat der S&P 500 sogar nahe am Tageshoch geschlossen, was auf einen wieder erstarkenden Markt hin deutet.

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