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Metropolen überhitzt Deutschland: Bald teuerster Immobilienmarkt Europas?

29.05.2017, 10:29  |  9581   |   |   

Die Leerstandsquoten in den Big-5 liegen im unteren einstelligen Bereich. Unsere mittelgroßen Städte, mit Universitäten und Industrie, sind gefragter denn je. Bereits heute steigen die Immobilienpreise in den Metropolen achtmal so stark wie die Einkommen. 

Wohnraum wird immer knapper und die stetig steigende Nachfrage führt dazu, dass die Vermieter bisweilen die Schallmauer des möglichen durchbrechen. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass die Immobilienpreise in den deutschen Metropolen sich weitgehend von den verfügbaren Einkommen der Haushalte entkoppelt haben. Dies wird daran deutlich, dass jeder Mieter 1.700 Euro pro Jahr zu viel zahlt, denn 44 Prozent der neuen Mietverträge verstoßen gegen das Gesetz ("Bild"). Wie Katrin Göring-Eckardt sagte, sei die löchrige Mietpreisbremse vor dem Hintergrund eines immer härter werdenden Wohnungsmarkts unverantwortlich. Immerhin zahlen die Mieter in Deutschland pro Jahr 310 Millionen Euro zu viel. Es stellt sich die Frage, wann ist zu viel wirklich zu viel? 

Eine Untersuchung des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), belegte, dass die Preise für Wohnimmobilien in den sechs Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um mehr als 50 Prozent gestiegen sind. Dies wäre vollkommen unproblematisch, wenn die Einkommen ebenfalls im gleichen Prozentbereich zugelegt hätten. Jedoch sind Einkommen der Haushalte in den vergangenen zehn Jahren nur um etwas mehr als sechs Prozent gestiegen ("Welt").  

Ein Ende dieses Trends sei laut BVR nicht in Sicht: „Diese Entwicklung ist ein Zeichen von zum Teil deutlichen Preisübertreibungen in einzelnen Stadtvierteln der Metropolen“, sagte BVR-Vorstand Andreas Martin. Martin rechnet nicht mit sinkenden Preisen: „Eine scharfe Preiskorrektur ist mittelfristig nicht zu befürchten.“ In den Metropolen gebe es immer noch zu wenige Wohnungen, und die Nachfrage bleibe hoch. Aus diesem Grund ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land enorm groß: Die Preise für selbst genutztes Wohneigentum legten im vergangenen Jahr in den Städten um 5,5 Prozent zu und auf dem Land nur um 4,0 Prozent. 

Entgegen den alarmierenden Zeichen, kam Martin zu dem Fazit: „Sowohl im städtischen als auch im ländlichen Bereich haben sich die Preise seit 2007 weitestgehend im Einklang mit den Mieten und den verfügbaren Einkommen entwickelt“. Der BVR-Vorstand räumte jedoch ein, dass einige vereinzelte Übertreibungen in den Trendvierteln der großen Metropolen zu beobachten seien. 

Eine Studie der Deutschen Bank geht davon aus, dass der Preisanstieg der letzten acht Jahre unvermindert weitergehen wird ("Focus"). Die wesentlichen Faktoren sind: Bis 2020 werden rund eine Million Wohnungen fehlen, seit 2012 sind rund 1,8 Millionen Menschen mehr nach Deutschland gezogen und rund 800.000 Studenten brauchen in den Großstädten eine Wohnung. Auch wenn sich die Haushalte eine Mietwohnung immernoch leisten können, bleibt die Überschuldungsgefahr im Bereich Eigentumswohnung. Die Deutsche Bank prognostizierte, dass die Immobilien in Deutschland so überteuert sein werden wie sonst nirgendwo in der Eurozone.



3 Kommentare

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Kommentare

An den Autor:

Informieren Sie sich einmal über PARIS oder noch besser über LONDON;
bevor Sie so eine marktschreierische Überschrift wählen !
Aaach komm,wirf mal einen Blick,auf die anstehenden Zwangsversteigerungen in NRW,da kannste nunmehr wirklich mit ganz kleiner Münze ein Imperium aufbauen,allerdings muss man dem Verwalter nunmehr jedesmal ein Ehrenwort abnehmen,dass die Hausgelder auch zweckgemäß verwendet werden,sonst sitzte ohne Wasser da!^^
Naja,auch mit Rom,wars mal zu Ende,aber das da,geht echt schneller!
Die Not,wird bei potentiellen Imperatoren sicher oft zu Gast sein,wenn die letzten arbeitenden Leute endlich die Hände über dem kopf zusammen geschlagen haben und abwandern,weil,sonst muss ja immer einer zu Hause bleiben,um auf zu passen!^^
Aber,ist echt ein toller Tip,man muss es ja nicht machen,aber man sieht,während man sich kümmert,wie vielschichtig die Probleme tatsächlich sind,das öffnet die Augen!
Anderswo,zb im ländlichen Bereich,führen die neuen Bestimmungen,zb vollbiologische Kläranlagen zum Zusammenbruch des Marktes,sowas ist teuer und drückt die Preise beim Not-Verkauf erheblich,der Staat,nimmt die Leute überall hart ran,ob das überall in Euroland so ist,weis ich nicht!
Aber,man muss auf jeden Fall höllisch aufpassen,beim Kauf,sonst geht der Punk ab !
" Wohnraum wird immer knapper und die stetig steigende Nachfrage führt dazu, dass die Vermieter  ..." Hallo ? Mietpreise sind Marktpreise. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Im Jahre 2015 wurde durch die Politik 1 Million neue Nachfrager auf den Immobilienmarkt gerufen. Klar führt so was zu einer Wohnungsnot.

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