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Das Tesla Model 3 ist toll, aber hier sind 3 wirkliche Revolutionen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.08.2017, 07:00  |  8888   |   |   

Mit dem Model 3 ist es Tesla (WKN:A1CX3T) gelungen, die Erwartungen vieler Fans zu erfüllen. Aber die Fortschritte des Batterie- und Elektroautobauers als revolutionär zu bezeichnen, erscheint mir als etwas übertrieben. Hier sind drei Entwicklungen, die Tesla vielleicht bald alt aussehen lassen.

Revolutionärer als das Model 3

Mit dem Start des Model 3 ist ein weiterer Tritt in den Hintern für die etablierten Hersteller verbunden. Während diese noch zögern und mit ihren Modelloffensiven erst in ein bis zwei Jahren richtig durchstarten wollen, geht Tesla mal wieder mit Elan voran. Der neueste Wurf soll den Einstieg in die strombetriebene Mobilität auch für weniger betuchte Bevölkerungsschichten erleichtern, obwohl die meisten Kunden wohl über 50.000 US-Dollar hinblättern werden.

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Überhaupt wirkt das Auto, abgesehen von einigen innovativen Details, eben wie ein klassisches Auto, nur ohne Verbrennungsmotor, ähnlich wie vor 100 Jahren viele Autos wie Kutschen ohne Pferde aussahen. Schon in wenigen Monaten wird sich zum Model 3 auch ambitionierte Konkurrenz gesellen, dann wird es ein Angebot unter vielen sein.

Ziemlich Revolutionäres ist hingegen am Horizont zu erkennen, wenn wir nach Holland blicken. Dort gibt es an der Universität Eindhoven ein Team, das schon seit Jahren an Solarautorennen teilnimmt und dieses umfassende Know-how nun in Serienmodelle überführen möchte. Mit einem beeindruckenden Netzwerk von Industriepartnern wie dem Chipfertiger NXP, Ericsson (WKN:850001) oder dem lokalen Bushersteller VDL Group stehen die Chancen nicht schlecht, dass dies auch gelingt.

Dabei werden derzeit zwei Ansätze verfolgt: Zum einen ein Luxussportwagen unter dem Label Lightyear und zum anderen ein kompromissloses Vernunftauto für die Stadt namens Stella Vie. Beide eint, dass die gesamte Karosserie mit eingearbeiteten Solarmodulen ausgestattet ist, was jährlich Tausende Kilometer freie Fahrt ermöglichen soll.

Besonders die Form und Ausstattung des Stella Vie sind sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber zumindest wird hier einmal zu Ende gedacht, was mit dem elektrischen Antrieb möglich sein könnte. In eine ähnliche Richtung geht auch das crowdfinanzierte Projekt Sono Motors aus München, wo zusätzlich Sharing-Konzepte im Fokus stehen.

Möglicherweise wird keines dieser Beispiele eigenständig Erfolg haben. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass sie bei einem Konzern unterkommen, wo sie ihre Ideen groß machen können, ähnlich wie StreetScooter bei der Deutschen Post (WKN:555200) eine neue Heimat gefunden hat.

Revolutionärer als die stationären Energiespeicher

Tesla preist seine Batterien auch für stationäre Anwendungen an und kann bei kleineren Speichersystemen durchaus Erfolge vorweisen. Aber ist es revolutionär, Millionen von kleinen Lithiumzellen zusammenzupacken, um damit Windstrom zu speichern, wie es zuletzt vorgeschlagen wurde?

Mir ist kürzlich eine Lösung ins Auge gefallen, die das Prädikat vielleicht eher verdient: Eine Tochter des Energieversorgers EWE treibt gerade ein Projekt namens „brine4power“ voran, dass eine gesamte Salzkaverne zu einer überwältigenden Riesenbatterie macht. Da gibt es keine einzelnen Zellen. Stattdessen werden einfach zwei getrennte großvolumige Kammern mit Speicherflüssigkeiten aufgefüllt. Diese werden dann an einer Membran vorbeigepumpt und so entweder aufgeladen oder entladen, je nachdem, wie sich gerade das Angebot an Windstrom und die Nachfrage aus dem Netz entwickelt.

Dass man zudem noch kostengünstige und unproblematische Materialien gefunden hat, welche als Ladungsträger dienen, ist ein zusätzlicher dicker Vorteil. Der Nachteil ist natürlich, dass es längst nicht überall Salzkavernen oder vergleichbare Speicher gibt. Trotzdem zeigen etwa die im Container verpackten CellCubes von GILDEMEISTER energy solutions, einer Tochter von DMG Mori (WKN:587800), dass die sogenannte Redox-Flow-Technologie in verschiedenen Formen daherkommen kann.

Revolutionärer als mobile Batterien

Im mobilen Bereich gibt es noch eine weitere saubere Alternative, die sich langfristig als überlegen herausstellen könnte: Brennstoffzellen. Für Autos wird sich das mangels Wasserstoff-Infrastruktur auf absehbare Zeit nicht durchsetzen. Anders sieht es im Bereich von Flotten und dem öffentlichen Nahverkehr aus. Dort gibt es zentrale Punkte, die immer wieder angefahren werden und somit ideale Tankstellen-Standorte darstellen.

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