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Software-Aktie kaufen? Es muss nicht immer Blockchain sein!

Gastautor: Volker Glaser
14.02.2018, 00:03  |  2281   |   |   

Der Softwareentwickler für Banken und Finanzdienstleister erzielte nach vorläufigen Zahlen im 1. Halbjahr per Ende Dezember für das Geschäftsjahr 2017/2018 eine Betriebsleistung von 5.4 Mio. Euro nach 4.7 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das EBIT soll sich nach einer ersten Hochrechnung auf 1.4 Mio. Euro belaufen nach 845 000 Euro im Vorjahr. Der Umsatz expandierte von 4.4 auf 5.1 Mio. Euro. Wie uns B+S Banksysteme-Vorstand Wilhelm Berger im Hintergrundgespräch mitteilt, entwickelt sich das Geschäft insgesamt erfreulich. „Wir können auf einer guten Basis aufsetzen und haben viele neue Aufträge gewonnen bzw. konnten viele Aufträge mit bestehenden Kunden verlängern.“ Zu den Neukunden zählen die Bayrische Landesbank und mehrere Autobanken. Detaillierte Halbjahreszahlen wird B+S in Kürze veröffentlichen. Für das Gesamtjahr 2017/2018 hat Berger bisher einen Umsatz von über 9.8 Mio. Euro und ein EBIT von 2.2 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Angesichts der Halbjahreszahlen sieht die Prognose eher ein wenig zu konservativ aus. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 10.2 Mio. Euro, ein EBIT von 2.65 Mio. Euro und einen Gewinn von 1.7 Mio. Euro. Somit liegt die Prognose für das neue Geschäftsjahr unterhalb der berichteten Ergebnisse für das Vorjahr. Das erscheint uns zu vorsichtig. Von einer Anhebung der Prognose wollte Berger nichts wissen. „Wir bleiben bei unserer Prognose und sind optimistisch diese zu erreichen.“

Mit ihrer Standardsoftware hilft das Unternehmen Banken, Sparkassen und Industrieunternehmen bei der Abwicklung ihrer Finanzgeschäfte. Im Angebot sind Lösungen im Bereich Electronic Banking in Deutschland, innovative Lösungen für die Themen Zahlungsverkehr, Risikomanagement, Währungsmanagement und Treasury & Trading. Als Zielkunden hat B+S die Bereiche Privatbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Landesbanken und deren Rechenzentren, die Industrie mit engem Bankbezug sowie als Partner alle Kernbank-Hersteller und Service-Rechenzentren definiert. „Unsere Kunden müssen im Tagesgeschäft die immer weiter ansteigenden Anforderungen des Regulators erfüllen. Das ist das Hauptthema unserer Kunden derzeit und wird uns noch einige Jahre beschäftigen und für weiteres Wachstum sorgen“, sagt Berger. Eine ganz neue Kundengruppe für B+S sind Fintech-Unternehmen. „Wir haben weitere Fintech-Unternehmen für unseren DDBAC-Service gewonnen. Das ist die multibankfähige Basislösung für Mobilanwendungen, auf der wir auch selbst neue Entwicklungen aufsetzen.“ Der Bereich Kryptowährungen oder Blockchain steht derzeit jedoch nicht im Fokus des Unternehmens. „Wir verfolgen dieses Thema natürlich. Allerdings sehen wir kundenseitig derzeit hierfür keinen nennenswerten Bedarf. Unsere Kunden haben mit der Regulierung ganz andere Themen. Sollte der Bedarf allerdings nachgefragt werden und notwendig sein, können wir schnell reagieren. Derzeit scheint es mir aber der falsche Zeitpunkt zu sein, im Bereich Blockchain aktiv zu werden.“

B+S ist seit 35 Jahren am Markt aktiv. „Wir haben eine sehr starke Beziehung zu unseren Kunden. Erst jüngst haben wir mit einem Kunden einen Vertrag verlängert, der ebenfalls nun 35 Jahr alt ist. Unsere Kunden vertrauen uns seit Jahrzehnten.“ Sein Vorstandskollege Peter Bauch und er selbst halten an der B+S einen Anteil von mehr als 50 %. An dieser Struktur wird sich auf absehbare Zeit nichts verändern. „Angesichts unserer Zukunftsaussichten gibt es keinen einzigen Grund eine Aktie zu verkaufen.“ Auch ein Verkauf des gesamten Unternehmens schließt Berger derzeit aus. „Diese Frage stellt sich aktuell nicht. Natürlich hängt diese Frage auch immer damit zusammen, wer welchen Preis bezahlen will. Bei aktuellen Kursen brauche ich mir darüber aber keine Gedanken zu machen.“ Bis vor kurzem war die Bankrs Beteiligungen AG noch größte Einzelaktionärin von B+S mit einem Anteil von fast 30 %. Die Schweizer haben ihren Anteil inzwischen komplett abgegeben. Die Stücke wurden breit verkauft. Zu den neuen Aktionären konnte Berger die Fondsgesellschaft Axxion verkünden sowie zahlreiche Family Offices und Vermögensverwalter. Strategisch fokussiert sich das Unternehmen auf das organische Wachstum. Zukäufe sind aber durchaus eine Option. „Wenn wir eine gute Gelegenheit sehen, wollen wir zukaufen. Es muss allerdings strategisch sehr gut passen, sonst lassen wir lieber die Finger weg. Wir sind ja insgesamt bekannt dafür, dass wir konservativ agieren und keine Experimente eingehen“, so Berger. Jüngst wurde das Fintech-Unternehmen Clinc GmbH gekauft. Damit wird das Engagement verstärkt, sich im digitalen und mobilen Banking zu positionierten.

B+S wird an der Börse lediglich mit 35 Mio. Euro kapitalisiert. Teuer ist die Aktie damit nicht. Der Kundenstamm dürfte bereits einen Großteil der Bewertung abdecken. Basisverträge für Themen wie Hosting und ASP dürften bereits einen wesentlichen Teil der Fixkosten ausmachen und bieten dem Unternehmen eine gute Planbarkeit der Einnahmen. Wir empfehlen die Aktie auf aktuellem Kursniveau mittelfristig zum Kauf.

www.vorstandswoche.de

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