DAX-0,54 % EUR/USD0,00 % Gold-0,28 % Öl (Brent)+0,09 %

EURUSD-Analyse 07.03.2018 Stabilität in Deutschland, Krise in Italien?

Gastautor: Jens Chrzanowski
07.03.2018, 13:00  |  674   |   |   

In der letzten Woche blicken wir auf bewegte politische Entscheidungen zurück: In Italien gewinnt die populistische und europakritische Fünf-Sterne-Bewegung die Wahl, in Deutschland wird die große Koalition weiter regieren und Donald Trump wirft mit Strafzöllen auf europäische und chinesische Produkte um sich und kokettiert offen mit der Idee eines Handelskriegs.



Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

eurusd-kw10_2018_am.jpg



Rückblick (28.02.2018 - 06.03.2018)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,2235 und damit exakt 100 Pips unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR setzte am Mittwoch zunächst weiter zurück und konnte sich erst im späteren Handel bei 1,2180 stabilisieren, aber nicht erholen. Am Donnerstag ging es dann noch etwas tiefer. Der EUR markierte bei 1,2254 das Tief im Betrachtungszeitraum, schaffte es am Donnerstagnachmittag aber, sich dynamisch an und über die 1,2200 zu schieben. Die Erholung setzte sich am Freitag weiter fort. Der EUR konnte sich zum Wochenschluss über die 1,2300 schieben und dort auch einen Wochenschluss formatieren. Zu Wochenbeginn ging es zunächst noch einmal an die 1,2280. Der EUR nutzte dieses Level, um sich nach Norden abzustoßen. Das Währungspaar konnte am Dienstagnachmittag dann die 1,2400 erneut überwinden und sich über diesem Level festsetzen.

Der EUR hat sich nach gut zwei Wochen des kontinuierlichen Rückgangs zu Wochenbeginn wieder über die 1,2400 schieben und dort etablieren. Damit hat sich das Chartbild wieder aufgehellt. Das Hoch als auch das Tief im Betrachtungszeitraum lagen über dem Level der Vorperiode. Der Wochenschluss lag über der 1,2300. Die Range war etwas größer als fünf Handelstage zuvor.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überwinden der 1,2394/96 weiter bis maximal an die 1,2404/06 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich am Dienstagnachmittag eingestellt. Das Anlaufziel wurde erreicht und um 13 Pips überschritten. Damit hat das Setup auf der Oberseite nicht optimal gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,2165/63 nicht ganz an unser nächstes Anlaufziel bei 1,2152/50. Hier haben zwei Pips gefehlt.

  • Wochenhoch*: 1,2419 Vorwoche 1,2359
  • Wochentief*: 1,2254 Vorwoche 1,2221
  • Wochenschluss: 1,2318
  • Wochen-Range*: 165 Pips Vorwoche 138 Pips



Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,2404/37/80....1,2506/66.....1,2651...1,2741.....1,2808...1,2956
  • EUR/USD-US: 1,2298/72/31...1,2198/41....1,2043/11.....1,1885/22.....1,1697

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden



Die wichtigen Marken auf Basis unseres Setups

  • Box-Bereich: 1,3039 bis 1,0504
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,2507 und 1,2013
  • Intraday-Marken: 1,2372 und 1,2139
  • Die Range: 1,3479 bis 0,9631



Ausblick für die kommenden fünf Handelstage:

Chartcheck:

Das übergeordnete Bild hat sich in den letzten Handelstagen deutlich aufgehellt. Der EUR konnte sich in den letzten Handelstagen im 4h Chart über die EMA 20/50 und EMA200 schieben, was bullisch interpretiert werden kann. Er hat am Dienstag die EMA200 als Sprungbrett für die Aufwärtsbewegung genutzt und einige volle grüne Kerzen über dieser Linie ausgebildet. Damit hat der EUR die Möglichkeit, weiter zu steigen. Der nächste übergeordnete Anlaufbereich wären die 1,2460/70 und dann das JH. Wird der Bereich bei 1,2550 mit Momentum und Dynamik angelaufen, so könnte der EUR ohne weiteres direkt bis an die 1,2650/70, bzw. dann die 1,2750/1,28000 laufen. Eintrüben würde sich das Chartbild erst unter der 1,2280. Zwei rote Kerzen in diesem Level (im 4h Chart) würden das Chartbild wieder eintrüben.

Fazit: Solange es der EUR es schafft, sich über die 1,2400 halten, solange hat er die Perspektive zu steigen, im Zweifel auch mit dynamisch Impulsen. Erst unter der 1,2280 würde sich das Chartbild erneut eintrüben.



Rahmenbedingungen:

Am Donnerstag wird die EZB erneute Einlassungen zur Geldpolitik machen. Wir gehen nicht davon aus, dass es substantiell Neues gibt. Die Zentralbank wird im Zweifel die Aussichten etwas anpassen, aber wahrscheinlich nichts Konkretes zum Aufkaufprogramm sagen. Wir erwarten, dass dieses Programm Ende des Jahres auslaufen wird. Höher Zinsen sind wahrscheinlich frühestens Mitte 2019 zu erwarten.

Die Parlamentswahl in Italien hat am Sonntag das erwartete Ergebnis gebracht. Die rechten Parteien und die Europakritiker haben Stimmen für sich verbuchen können. Eine Regierungsbildung wird, so ist zu lesen, damit noch schwieriger und vielleicht langwieriger als in Deutschland, wobei gerade Italien zügig Reformen umsetzen sollte. Durch die EZB Zinspolitik ist der Leidensdruck allerdings alles andere als groß, die Transferunion eigentlich schon vorhanden. Somit ist nicht zu erwarten, dass es in Italien in absehbarer Zeit zu nennenswerten Reformen kommen wird.

Seite 1 von 5
Wertpapier
EUR/USD


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer