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Medartis geht am 23. März an die Börse – Erlös soll Wachstum beschleunigen

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Gastautor: Robert Sasse
12.03.2018, 13:11  |  249   |   

Zürich (awp) - Die Belimo-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2017 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn klar gesteigert. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Ausgaben für Forschung & Entwicklung haben indes die operative Marge leicht geschmälert. Dennoch soll den Aktionären eine höhere Dividende ausbezahlt werden. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet das Unternehmen weiter steigende Umsätze.

Der Umsatz stieg um 8,7% auf 579,9 Mio CHF, entsprechend einem währungsbereinigten organischen Wachstum von 8,2%. Damit wurde das firmeneigene Ziel eines jährlichen organischen Wachstums über die Zyklen von 5 bis 7% übertroffen. Mit Blick auf die Regionen hat Belimo dabei überall klar zugelegt. Der Umsatzanteil von Europa belief sich auf 48%, während Amerika 39% und Asien/Pazifik 13% dazu beisteuerten, wie das im Bereich Antriebslösungen für Lüftungen und Wasseranwendungen tätige Unternehmen am Montag mitteilte.

STÄRKSTES WACHSTUM IN ASIEN

Die Marktregion Europa wuchs in Lokalwährungen um 8,1%. Gut entwickelt haben sich dabei insbesondere Deutschland, Polen, Italien und die Niederlanden und von den Produkten her gesehen Wasser- und Brandschutzanwendungen. Überdurchschnittlich war zudem der Umsatz mit innovativen Ventillösungen und auch mit der Einführung neuer Sensoren seien erste Erfolge erzielt worden. Die Region Amerika setzte 6,9% mehr um als im Vorjahr und in der Region Asien/Pazifik erreichte das Umsatzplus gar über 13%.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT legte 2017 um 6,5% auf 92,6 Mio CHF zu, wogegen die EBIT-Marge um 30 Basispunkte auf 16,0% zurückfiel. Die geringere Marge wird insbesondere mit einem höheren Aufwand für Forschung & Entwicklung begründet. Diese sollen auch künftig auf einem ähnlich hohen Niveau gehalten werden, wie CEO Lars van der Haegen an der Bilanzmedienkonferenz erklärte. Dadurch sollen auch künftig für Wachstumsinitiativen genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die F&E-Ausgaben sind 2017 um 60 Basispunkte auf 7,7% angestiegen.

HÖHERE DIVIDENDE

Der Reingewinn lag mit 77,5 Mio CHF um gut 11% über dem Vorjahr, entsprechend will Belimo auch eine um 10 CHF auf 85 CHF erhöhte Dividende auszahlen.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich zuversichtlich. Das Wachstum der Gebäudetechnik-Branche dürfte sich dank der langfristigen Trends wie Urbanisierung, Energieeffizienz, Sicherheit und Digitalisierung und aufgrund der positiven Konjunkturprognosen weltweit gut entwickeln, heisst es.

"Die Chance, dass das Wachstum erneut mindestens im angestrebten Zielbereich von organisch +5 bis +7% liegt, ist hoch", sagte dazu VR-Präsident Hans Peter Wehrli.

SENSOREN ALS NEUES GESCHÄFTSFELD UND ASIEN IM FOKUS

Optimistisch hinsichtlich des Wachstums zeigte sich auch CEO Lars van der Haegen: "Wir haben in den vergangenen 20 Jahren ein gutes Wachstum erreicht. Und zur Sicherung des künftigen Wachstum haben wir fünf Initiativen lanciert." Einerseits will van der Haegen die Marktanteile von Belimo im Bereich der Klappenantriebe und Regelventile erhöhen. Andererseits soll das Geschäft mit Sensoren ausgebaut werden. Drittens liegt der Fokus auf neuen, intelligenteren Produkten unter dem Überbegriff Performance Devices, welche die Antriebe, Ventile und Sensoren kombinieren.

Ein vierter Fokus liegt auf der Region Asien/Pazifik, deren Anteil am Umsatz bisher lediglich 13% ausmacht. Hier wurden in China neue Verkaufspunkte eingerichtet. Und der letzte Punkt betrifft den Bereich Residential, also den Wohnungsbau, mit dem Belimo bislang erst 5% des Umsatzes erwirtschaftet.

An der Börse werden die Zahlen mit einem Minus der Aktie von 1,6% quittiert. Schwächer als erwartet ist insbesondere das Betriebsergebnis ausgefallen. Das Unternehmen hat allerdings bereits vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass der verstärkte Aufwand für F&E die Marge temporär allenfalls leicht belasten könnte.

cf/tp

Biel/Zürich (awp) - Der Maschinenhersteller Mikron hat im Geschäftsjahr 2017 weniger Umsatz erzielt und aufgrund von hohen Investitionen einen deutlich tieferen Gewinn erwirtschaftet. Angesichts des hohen Bestellungseingangs rechnet das Management aber mit klar besseren Zahlen im laufenden Jahr. Die Aktien des Bieler Unternehmens steigen indes weiter.

Konkret sank der Umsatz um 3% auf 248,5 Mio CHF und das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT reduzierte sich um knapp ein Drittel auf 2,8 Mio CHF. Unter dem Strich verblieben noch 1,2 Mio, nach 2,3 Mio im Vorjahr. Verantwortlich für den Rückgang seien neben dem volatilen Bestellungseingang vor allem die Kosten für Innovationsprojekte. Diese hätten die Profitabilität belastet, erläutert CEO Bruno Cathomen am Montag vor den Medien.

HOHE INVESTITIONEN

"Würde man die Aufwendungen für Innovationsprojekte ausklammern, wären wir im positiven Bereich gelandet", betont er. Der letztjährige Investitionssaufwand liege zudem weit über dem Durchschnitt der Branche und dürfte sich längerfristig bezahlt machen. Als Beispiel nennt der Mikron-Chef den Ausbau der Betriebsanlagen in Denver oder die Beschaffung von Betriebsmitteln für das Werkzeuggeschäft. Insgesamt seien im Jahr 2017 8,8 Mio CHF und damit 1,7 Mio mehr investiert worden, was 3,5% des Umsatzes entspreche.

Daher sieht sich das Management mit dem im Jahr 2016 lancierten Innovationsprogramm auf Kurs. "Gerade im Bereich Machining, sind wir bezüglich EBIT aber noch lange nicht da wo wir hin wollen" räumt Cathomen ein. Zumindest mit der bisherigen Auslastung im laufenden Jahr sehe es aber gut aus. Massnahmen wie Kurzarbeit im letzten Jahr seien beispielsweise kein Thema mehr. "Grundsätzlich sieht es nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig gut bis sehr gut aus", betont der CEO.

AUFTRAGSBÜCHER STIMMEN ZUVERSICHTLICH

Im Geschäftsbereich der Metallbearbeitungsmaschinen (Machining) stieg der Umsatz zwar um 6,6% auf rund 124 Mio CHF, der Vorsteuergewinn fiel mit einem Minus von 1,6 Mio weiterhin negativ aus. Vor Jahresfrist belief sich der Fehlbetrag jedoch noch auf 5,2 Mio CHF. Im Segment Automation brach der Umsatz dagegen um 11% auf 124,6 Mio CHF ein. Auch hier halbierte sich der EBIT innert Jahresfrist von auf noch 3,1 Mio. Sehr erfreulich entwickelt habe sich dagegen der Auftragseingang, beschwichtigt Cathomen.

Dieser verbesserte sich in der Machining-Sparte im Vergleich zum Vorjahr um 33%, hauptsächlich dank Bestellungen im vierten Quartal. Im Segment Automation ging der Bestellungseingang dagegen um 2,2% auf 126 Mio CHF zurück. Nach einem "sehr schwachen" ersten Halbjahr habe der Umsatz im zweiten Semester aber wieder das Vorjahresniveau erreicht. Auf Gruppenebene ergibt sich somit in den Auftragsbüchern ein Plus von 15% bzw. 278,9 Mio CHF mehr gegenüber dem Vorjahreswert.

Daher rechnet die Mikron-Führung angesichts des "relativ hohen" Auftragsbestands für 2018 mit einem Umsatzwachstum im Bereich von 10 bis 20% und einer entsprechend besseren Profitabilität. Gerade bezüglich EBIT lässt sich das Management aber auf keine konkreten Prognosen ein.

TURNAROUND SICHTBAR

In Analystenkreisen sorgen die Kennzahlen derweil für verhaltenen Optimismus. Die Bank Vontobel etwa sieht im Ergebnis nach "mehreren Verzögerungen" Anzeichen eines sich langsam entwickelnden Turnarounds. Zwar laufe der Bereich Automatisierung weiterhin auf hohem Niveau, es gebe aber keinen operativen Hebel und das Geschäft sei auch zukünftig anfällig auf verlustreiche Projekte, so Vontobel.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Am Montagmittag stehen die Mikron-Titel bei überdurchschnittlichen Volumen rund 0,8% höher auf 7,72 CHF, nachdem die Aktien im frühen Handel mit 7,84 CHF noch deutlicher im Plus standen und damit auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren notierten. Der breite Markt tendiert derweil gemessen am SPI 0,41% höher.

sta/tp

Zürich (awp) - Das kleine Feld der Medizinaltechnikunternehmen an der Schweizer Börse bekommt bereits nächste Woche Zuwachs. Die mehrheitlich im Besitz von Thomas Straumann stehende Medartis hat ihr IPO für den 23. März angekündigt. Der Erlös aus der Publikumsöffnung fliesst vollumfänglich dem Unternehmen zu und soll das weitere Wachstum finanzieren.

"Heute ist ein grosser Tag für uns," erklärte Verwaltungsratspräsident Thomas Straumann am Montag vor Medien und Investoren stolz. 20 Jahre nach der Gründung öffnet sich das auf Fixationssysteme zur Behandlung von Kleinknochenfrakturen in Armen, Beinen sowie im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich spezialisierte Unternehmen dem Publikum. Im Rahmen des IPO werden den Investoren insgesamt gut 2,8 Millionen neue Aktien zu einer Preisspanne von 44 bis 54 CHF angeboten. Zusätzlich steht eine Mehrzuteilungsoption von 15% zur Verfügung.

SCHWEIZER QUALITÄT IST GEFRAGT

Werden alle Titel gezeichnet, fliessen Medartis über 142 Mio zu. Mit diesem Geld soll die Expansion des Geschäftes beschleunigt werden. Investieren will Medartis in den Ausbau der Vertriebsaktivitäten in den USA, in neue Märkte wie Japan und China, in die Entwicklung neuer Produkte sowie in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Angestrebt werden darüber hinaus auch Übernahmen zur Stärkung des Produktportfolios.

Medartis ist ein Schweizer Unternehmen. Alle Produkte werden am Hauptsitz in Basel unter einem Dach hergestellt. Die Schweizer Qualität werde bei den Kunden sehr geschätzt, beinhalte aber auch eine grosse Verpflichtung, erklärten die Verantwortlichen. Nicht zuletzt dank hoher Automatisierung der Produktion ist Medartis preislich absolut konkurrenzfähig. Technologisch seien die Produkte in ihren jeweiligen Anwendungsbereichen führend, machte Verwaltungsratspräsident Straumann klar.

MARGEN HABEN NOCH LUFT NACH OBEN

Medartis erwirtschaftete 2017 aus einem Umsatz von 105 Mio CHF eine operative Ergebnismarge auf Stufe EBITDA von rund 18%. Hier bestehe noch Luft nach oben, erklärte CEO und Mitbesitzer Willi Miesch im Interview mit AWP. Mit zunehmender Penetration der grösseren Märkte werde die Marge steigen. Wohin die Reise bezüglich Umsatz und Gewinn mittelfristig gehen soll, wollten sich die Verantwortlichen indes (noch) nicht entlocken lassen. "Wir wollen schneller als der Markt wachsen", gab Miesch zumindest zu Protokoll.

Der Konzernchef bleibt wie die anderen beiden Altaktionäre auch nach dem Börsengang voll an Bord. Er wird nach dem IPO noch rund 6% halten, Thomas Straumann als gewichtigster Eigentümer noch rund 48% und Dominik Ellenrieder noch knapp 8%. Mit dem Börsengang wird zudem ein bestehendes Darlehen verschiedener Investoren in Eigenkapital gewandelt und auch die Mitarbeitenden erhalten die Gelegenheit, sich zu Vorzugskonditionen zu beteiligen. Den Free Float beziffern die Verantwortlichen auf rund 24%.

Kein Thema ist für die nähere Zukunft eine Dividende. Medartis hat noch nie eine Dividende ausgeschüttet und dies ist auch für die absehbare Zukunft nicht vorgesehen, erklärte Straumann.

gab/sig

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Ein Beitrag von awp Finanznachrichten



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