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Buffett & Co.: Weisheiten vom Rockfestival des Value-Investing

Gastautor: Frank Fischer
09.05.2018, 07:28  |  5301   |   |   

Es war’s mal wieder wert. All die Mühen, die Zeit, aber auch das Geld zu investieren, um der großen Show der alten Männer beizuwohnen. Warren Buffett und Charlie Munger, die beiden Altmeister und glühenden Verfechter des Value-Investing, haben ihre Zuhörer auch bei der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway wieder in ihren Bann gezogen. Es hat Spaß gemacht ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen. Aber es war auch mal wieder die Bestätigung dafür, dass es sich lohnt, sich ausgiebig mit ihrer Investmentphilosophie und ihrem Analagestil zu beschäftigen.

Natürlich war da zunächst die alljährliche Show wie bei einem Rockfestival für die etwas Betagteren. 42.000 Aktionäre waren nach Omaha gekommen, um Buffett (87) und Munger (94) zu erleben. So viele waren es noch nie. Man hatte den Eindruck, als wollten die meisten unbedingt in ihrem Leben noch einmal die Legenden live sehen. So wie ich meinen Kindern wohl nie werde erklären können, warum ich unbedingt noch einmal die Rolling Stones live in Concert erleben möchte. Legenden pur, Legenden live. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Glück, in der Halle zu sein

Schon morgens um vier Uhr waren die ersten vor der großen Veranstaltungshalle, um für sich die besten Plätze zu ergattern. Doch nicht alle passten rein ins CenturyLink Center, viele mussten sich die Hauptversammlung in Nebenräumen auf großen Monitoren anschauen, auf denen die Hauptversammlung live übertragen wurden. Nun, wir hatten Glück, alles live in der Halle direkt mitzubekommen. Da ist er, der Lohn für all die Mühen.

Fünf Stunden dauerte das Frage- und Antwortspiel der beiden. Leider hatten wir Pech, dass die Fragen, die wir eingereicht hatten, nicht ausgelost wurden. Nun, das konnten wir verschmerzen. Aber auch so waren es eine bunte Vielfalt an Themen und Fragen, die von den beiden Altmeistern in gewohnt launigem Ton besprochen, bzw. beantwortet wurde: Die Zukunft der Beteiligungen Wells Fargo, TTI, Nebraska Furniture, See’s Candy (reines Hüftgold, aber immer wieder eine Sünde wert) und wie sie alle heißen. Die Vorliebe für Apple und den Fehler, das Potential von Amazon nicht erkannt zu haben. Aber es ging auch um die Zukunft von Berkshire Hathaway, wenn Buffett und Munger mal nicht mehr da sind. Hier hatte vor allem Charlie Munger die Zuhörer auf seiner Seite. Er riet besonders jungen Aktionären, ihre Anteilsscheine nicht zu verkaufen, „selbst wenn wir beiden mal nicht mehr da sein werden. Wenn ihr die Papiere verkauft, werdet ihr schlechter dastehen als wenn ihr sie behaltet. Ich ermutige euch, den Glauben zu behalten“, sagte Munger. Das Publikum danke es ihm mit stürmischem Beifall.

Die Zukunft von Berkshire Hathaway

Dann die Frage, wie man sich Berkshire Hathaway im Jahre 2068 vorstellen müsse. Natürlich kann man darauf keine seriöse Antwort geben. Und das haben auch die beiden Altmeister nicht getan. Aber ich glaube, dass es ihnen gelungen ist, so viele Investmenttalente für sich zu gewinnen, die ihre Werte und ihren Investmentstil in die Zukunft tragen. Dazu kommt, dass die Philosophie des Value-Investing so gut beschrieben und ausgereift ist, dass sie auch noch 2068 Bestand haben wird. Das ist das Wertvolle daran, dass man etwas hat, an dem man sich orientieren kann. Das gilt auch für mich als mittlerweile auch schon altgedienter Fondsmanager. Und wenn ich jetzt noch meine eigenen Emotionen aus Angst und Gier in den Griff bekomme, und das anwende, was Buffett und Munger vorgelebt haben, dann habe ich ein relativ einfaches Erfolgsrezept für eine gewinnbringende Geldanlage gefunden. Man muss halt nur den langfristigen Blick bewahren. Das versuchen wir auch bei unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem PRIMA - Globale Werte oder dem Frankfurter Stiftungsfonds immer zu beherzigen.

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