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Warren Buffetts Bargeld-„Problem“ wurde gerade um 2,4 Milliarden USD größer

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.06.2018, 08:00  |  839   |   |   

Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2), das Konglomerat unter der Führung des Milliardärs Warren Buffett, erhält offiziell eine schöne Summe. Die Übernahme des Agrar-Riesen Monsanto (WKN:578919) durch das deutsche Unternehmen Bayer (WKN:BAY001) spült im Rahmen eines 100%-Cash-Deals mehr als 2,4 Milliarden US-Dollar in die Kassen von Berkshire.

Berkshire hat mit seiner Monsanto-Investition einen beträchtlichen Betrag verdient, also ist dies keineswegs eine schlechte Nachricht. Jedoch trägt es zu einem der anhaltenden Probleme von Berkshire bei: das Geld stapelt sich immer höher.

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Bayer hat offiziell Monsanto erworben

Um es kurz zu machen: Der deutsche Großkonzern Bayer hat den lang ersehnten Kauf des Agrar-Riesen Monsanto offiziell abgeschlossen. Das Kaufangebot wurde von Bayer im Mai 2016 unterbreitet und im September desselben Jahres von Monsanto offiziell angenommen.

Im Rahmen des All-Cash-Deals erklärte sich Bayer bereit, für alle ausstehenden Aktien von Monsanto 128 US-Dollar pro Aktie zu zahlen, wobei der Wert des Unternehmens auf rund 66 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden geschätzt wird. Der Deal wurde am Donnerstag, dem 8. Juni, abgeschlossen.

Berkshires Monsanto-Investition ist ein Gewinn

Nach der Ankündigung der Vereinbarung im September 2016 schien der Markt nicht davon überzeugt, dass der Deal zustande kommen würde. Da schlug Buffett zu. Im vierten Quartal 2016 erwarb er etwa 8 Millionen Aktien von Monsanto, als die Aktie für einen erheblichen Abschlag auf den Transaktionspreis gehandelt wurde.

Obwohl wir nicht den genauen Kaufpreis kennen, den Buffett (oder einer seiner vertrauenswürdigen Aktienkäufer) bezahlt hat, lag der Höchstpreis der Aktie in diesem Quartal bei etwa 106 US-Dollar pro Aktie. Man kann also davon ausgehen, dass Buffett bei deutlich weniger als 128 US-Dollar eingestiegen ist.

In den nächsten Quartalen vergrößerte Buffett allmählich Berkshires Beteiligung, da es immer wahrscheinlicher wurde, dass die Übernahme zustande kommen würde. Insgesamt besaß Berkshire bis zum Ende des ersten Quartals 2018 knapp 19 Millionen Aktien von Monsanto, die man zweifellos alle für deutlich unter 128 US-Dollar pro Stück erworben hatte, wie man in der folgenden Grafik sehen kann.

Wenn Berkshire inzwischen keine seiner Monsanto-Aktien abgegeben hat, wird das Unternehmen eine Finanzspritze von mehr als 2,4 Milliarden US-Dollar erhalten.

Auch wenn wir nicht genau wissen, wie viel Berkshire für die Monsanto-Aktien bezahlt hat, kann man sagen, dass der Gewinn aus diesem Geschäft wahrscheinlich in die Hunderte von Millionen geht.

Das verstärkt Berkshires Bargeldproblem

Die Investition in Monsanto verlief sicherlich zu Gunsten von Berkshire, doch das ist nicht ausschließlich eine gute Nachricht. Konkret macht es eines von Berkshires anhaltenden Problemen noch schlimmer.

In den letzten Jahren haben allgemein hohe Unternehmensbewertungen zu einem Mangel an attraktiven Übernahme- und Investitionsmöglichkeiten für Berkshire geführt. In der Zwischenzeit haben die Tochterunternehmen des Unternehmens und die Dividendenwerte im Portfolio weiterhin Barmittel generiert, wobei zu berücksichtigen ist, dass Berkshire weder regelmäßig Aktien zurückkauft noch eine Dividende zahlt.

Infolgedessen begann sich das Geld zu stapeln, und zwar schnell. Bis Ende 2017 hatte Berkshire etwa 116 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln in seiner Bilanz. Vor allem durch einen massiven Kauf von Apple-Aktien im ersten Quartal 2018 ist dieser Betrag auf rund 108 Milliarden US-Dollar gesunken. Obwohl Buffett gerne 20-30 Milliarden in bar hält, hat das Unternehmen immer noch viel zu viele liquide Mittel, die keine Rendite bringen.

Nun, ein riesiger Bestand an Bargeld ist sicherlich nicht das Schlimmste. Es ist sicherlich besser, als 116 Milliarden US-Dollar Schulden zu haben. Dennoch ist es ein Problem.

Das Problem ist, dass dieses Bargeld brach liegt und wenig bis gar keine Erträge abwirft, anstatt investiert zu werden und Gewinne für die Aktionäre zu erwirtschaften. Buffett hat oft gesagt, dass er nicht voraussieht, dass Berkshire bald eine Dividende zahlen wird. Zudem ist die Aktie weitaus wertvoller als die vom Vorstand des Unternehmens festgelegte Rückkaufschwelle, das heißt, dass Berkshire einige Investitionsmöglichkeiten finden muss, wenn man das Geld investieren will.

Wo sind Berkshires Geschäftsmöglichkeiten?

Die gute Nachricht ist, dass das erste Quartal 2018 hinsichtlich der Investitionsmöglichkeiten das vielversprechendste seit langem war. Die Aktien fielen deutlich von ihren Höchstständen ab, und Berkshire kaufte etwa 75 Millionen weitere Aktien von Apple.

Trotzdem scheint sich keine große Übernahme zu materialisieren. Buffett und seine rechte Hand, Charlie Munger, klingen seit Kurzem zwar ein wenig optimistischer als in den letzten Quartalen, aber nur die Zeit wird zeigen, ob eine große Übernahme in Berkshires nicht allzu ferner Zukunft liegt.

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