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Euro/ Dollar – spannende Möglichkeit

Gastautor: Daniel Saurenz
13.06.2018, 13:43  |  987   |   |   

Euro_EZB_Börse_2Die FED könnte am Mittwoch den Zinserhöhungsautomatismus verlassen, während die EZB am Donnerstag Straffungssignale senden dürfte. Dies ist kurz gefasst die These der Commerzbank-Analysten, die wir ihnen komplett vorstellen. Dieses Szenario dürfte den Euro zum US-Dollar beflügeln – unsere Favoriten sind der Turbo-Bull MF57A8 (sehr offensiv) oder mit 8er Hebel die WKN DG9J97 aus unserem Depot. Ab 18.00 Uhr geht’s in der Finanzmarktrunde los. Wir waren heute bei PIMCO und werden zu Euro, Italien und Zinsen berichten…

“USD, EUR: Eine Zinserhöhung der Fed am Ende ihrer heutigen Sitzung gilt als sicher. Der Fokus des Marktes liegt damit vor allem darauf, was für einen Ausblick die Fed in ihrem Kommuniqué und Fed Chairman Jay Powell in der anschließenden Pressekonferenz für die längere Sicht gibt. Denn es gibt durchaus Entwicklungen, die den Zinserhöhungszyklus aus dem derzeitigen Autopilotenmodus reißen könnten, wie zum Beispiel der drohende Handelskrieg oder die Folgen der Steuerreform. Für den Dollar ist entscheidend, wie die Fed die sich daraus ergebenden Risiken bewertet. Denn noch sind weder in der Inflation, noch in den Inflationserwartungen noch in realwirtschaftlichen Daten irgendwelche Auswirkungen spürbar. Sieht die Fed jedoch eine realistische Gefahr einer deutlich höheren Inflation, müsste der Markt einen aggressiveren Zinserhöhungszyklus einpreisen. Ohne eine derartige Neueinschätzung bleibt der Markt erst einmal bei seiner derzeitigen Sichtweise, dass der Zinserhöhungszyklus sich schon im kommenden Jahr wohl verlangsamen wird, wenn der neutrale Zins, den die FOMC Mitglieder derzeit irgendwo bei 2,3-3,5% sehen, näher rückt.

Verlangsamt die FED den Zyklus?

Tatsächlich dürften gerade die Erwägungen zum neutralen Zins im Mittelpunkt des Marktinteresses stehen. Denn je wahrscheinlicher eine Verlangsamung des Zinserhöhungszyklus der Fed wird, umso mehr werden auch die für morgen erwarteten Straffungssignale der EZB auf den EUR-USD-Wechselkurs durchschlagen. Denn umso lohnender könnte es Investoren erscheinen, von US Dollar auf Euro umzuschichten, um „ganz vorne mit dabei zu sein“, wenn man erwartet, dass die Normalisierung im Euroraum ähnlich wie in den USA abläuft, wo der USD in Erwartung bald folgender Zinserhöhungen ein gutes halbes Jahr vor Ende der Anleihekäufe aufzuwerten begann. Das würde für eine unmittelbar bevorstehende EUR-Stärke sprechen. Entsprechende Wetten werden unserer Meinung nach zwar enttäuscht, weil ein vergleichbarer Zinserhöhungszyklus wie in den USA, der zwar langsam startet, aber dann rasch an Regelmäßigkeit gewinnt, im Euroraum noch lange nicht absehbar ist. Doch davon würden sich Euro-Bullen wohl erst im Laufe der Zeit überzeugen lassen.

GBP: Premierministerin Theresa May ist es gelungen eine Revolte bei den gestrigen Abstimmungen zur Brexit-Gesetzgebung zu verhindern. Die daraufhin verzeichneten Gewinne konnte das Pfund jedoch nicht halten. Der Sieg einer Schlacht sagt eben noch nichts über das Ende des Krieges aus, vor allem wenn die nächste Schlacht unmittelbar bevorsteht. Heute werden weitere Ergänzungen zum Brexit-Gesetz diskutiert, doch auch danach zeichnet sich für den eigentlichen Brexit (mir zumindest) noch immer kein gangbarer Weg ab, der auf der einen Seite beide Flügel der Partei, Brexiteers und Remainer, genug befriedet, um die Regierung nicht zu stürzen, der auf der anderen Seite aber auch der EU akzeptierbar erscheint. Solange deshalb ein No-Deal-Brexit-GAU ein Risiko bleibt, kann aufgrund der sich daraus ergebenden Abwärtsrisiken jede GBP-Aufwertung nur vorübergehend sein. Das gilt selbst dann, wenn die heutigen Inflationsdaten eine Zinserhöhung der Bank of England im August wieder wahrscheinlicher werden lassen. Denn aufgrund der anhaltenden Brexit-Unsicherheit sind auch der BoE die Hände gebunden und die von ihr in Aussicht gestellten drei Zinserhöhungen in den nächsten drei Jahren bieten dem Pfund zwar ein Mindestmaß an Unterstützung, rechtfertigen jedoch keine deutliche Aufwertung.”

Quelle: Commerzbank, eigene Recherche



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