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Im Interview PartnerFonds AG Vorstand Oliver Kolbe über Strategie und Zukunft mit der Blue Cap AG

12.07.2018, 09:29  |  2850   |   

In unserem heutigen Interview haben wir die Gelegenheit mit Oliver Kolbe, dem Vorstand der PartnerFonds AG, zu sprechen. Die Industrieholding aus Planegg bei München sorgte in den vergangenen Wochen für positive Schlagzeilen, denn mit dem Einstieg in die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap AG kann die Gruppe nach einem Zusammenschluss in die Top10-Liste der börsennotierten deutschen Beteiligungsgesellschaften aufsteigen.

Herr Kolbe, Sie sind sein 01. Juni 2017 Vorstand der PartnerFonds AG. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewegt?

Die Partner Fonds AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, die ihren Ursprung in fünf Investmentfonds begründet, die im Jahr 2004 emittiert wurden. Im Rahmen einer Verschmelzung dieser Fonds auf eine AG ist die PartnerFonds AG im Jahre 2008 entstanden. Meine Aufgabe ist es nun, die Gesellschaft börsenfähig zu machen, sodass die rund 4.200 Aktionäre nach fast 14 Jahren wieder an ihr Geld kommen können. Hierzu haben wir die Strategie der Gesellschaft neu ausgerichtet und uns in Richtung einer Industrieholding weiterentwickelt. Insgesamt drei Mehrheitsbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen konnten wir in den letzten Monaten erfolgreich abschließen. Mit dem Erwerb eines 44 % Aktien Paketes an der börsennotierten Industrieholding Blue Cap AG konnten wir unseren Weg zum Kapitalmarkt zusätzlich beschleunigen.

Was meinen Sie damit genau?

Die Aktien der PartnerFonds AG waren bislang nicht handelbar. Wir wollen nun mit der Blue Cap AG an Möglichkeiten arbeiten, wie wir eine Win-Win-Situation schaffen können. Die Blue Cap AG ist bereits seit 2006 an der Börse notiert und kann auf eine positive Kapitalmarkt-Historie zurückblicken. Im Interesse der Aktionäre beider Gesellschaften gilt es nun einem gemeinsamen Plan mit der Blue Cap AG zu entwickeln und umzusetzen. Unser Ziel sollte dabei sein, eine so attraktive Industrieholding dem Kapitalmarkt zu präsentieren, dass auch neue Investoren an einem Einstieg interessiert sind.

Wenn zwei Unternehmen zusammengehen, gibt es unterschiedliche Strukturierungsmodelle. Welchen Weg werden Sie wählen?

Das machen wir natürlich alle nicht zum ersten Mal und wir werden bei der PartnerFonds AG dafür Sorge tragen, dass wir aus den verschiedenen strukturellen Alternativen das für eine Kombination der Stärken beider Gesellschaften beste Modell auswählen. In den kommenden Wochen werden Dr. Schubert als Vorstand der Blue Cap AG und ich sicherlich zahlreiche Gespräche führen. Das Ergebnis muss juristisch, steuerrechtlich und wirtschaftlich für alle sinnvoll sein. Aus meiner langen Zeit bei der Siemens AG kenne ich solche Verhandlungen und kann auf vielerlei Erfahrungen zurückblicken.

Können Sie uns mehr zu Ihrer Tätigkeit bei der Siemens AG verraten?

Ich habe mit Joe Kaeser, der damals noch Bereichsvorstand war und heute Vorstandsvorsitzender ist, eine Beteiligungsportfolio von über 30 Firmen aufgebaut und gemanagt. Als der damalige Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Christian Kleinfeld die Entscheidung traf, das Portfolio aufzugeben, um sich mehr auf das Kerngeschäft zurückzubesinnen, da habe ich mit einem Partner gemeinsam das gesamte Portfolio von Siemens übernommen und weiterentwickelt. Ich wollte nach intensiver Aufbauarbeit bei Siemens, das Portfolio nicht einfach aufgeben, denn da steckte auch viel Herzblut und Potenzial drin. In diesen Jahren habe ich ein breites internationales Netzwerk an mittelständischen Unternehmen und Private Equity Investoren geknüpft. Wir haben international Börsengänge orchestriert, Fusionen und erfolgreiche Exits durchgeführt.

Das klingt sehr beeindruckend. Sie haben anschließend ein Gastspiel bei der mic AG in München gehabt, das abrupt endete. Wollen Sie dazu etwas sagen?

Die Zeit bei der mic AG war sehr intensiv. Ich war fast zwei Jahre dort. Es musste sehr viel aufgeräumt werden und damit schafft man sich nicht nur Freunde. Der Aktienkurs war vor meiner Zeit bereits von rund 10 Euro auf etwa 2 Euro gefallen und entsprechend kritisch waren Investoren bei Gesprächen. Beispielweise hatte der Investor Carsten Maschmeyer sein Engagement während meiner Amtszeit eingestellt, weil Zusagen des mic AG Managements aus der Zeit vor mir nicht eingehalten wurden. Meine vorgeschlagene Neuausrichtung und meinen damit zusammenhängenden Restrukturierungsplan konnte ich wegen meiner überraschenden Abberufung nicht umsetzen - Aufgeben stand für mich nicht als Option zur Auswahl.

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