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Arbeitskraftabsicherung: Welche Alternativprodukte zur Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sind

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
02.11.2018, 10:43  |  279   |   |   
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist das Maß aller Dinge, wenn es um die Absicherung der eigenen Arbeitskraft geht. Diese Police kann sich aber nicht jeder leisten. Welche Alternativprodukte für wen sinnvoll sind, erklärt DAS INVESTMENT.Sie ist ein Opfer ihres eigenen Erfolgs – das kann man der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) durchaus bescheinigen. Das Produkt, das Betroffene finanziell auffängt, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können, ist das Maß aller Dinge, wenn es um eben dieses Risiko geht. Und aus diesem Grund haben die Versicherer in den vergangenen Jahren immer weiter daran gefeilt – auch weil jeder Anbieter ein Stück vom Kuchen abhaben will.
Sie haben die Bedingungen immer weiter verbessert, etwa die Verweisung auf andere Berufe im Berufsunfähigkeitsfall weitgehend abgeschafft. Und auch an der Preisschraube haben die Anbieter immer weiter gedreht, indem sie die Berufsgruppen immer feiner gestückelt haben. Was diese Absicherung für risikoarme Berufe immer günstiger gemacht hat.
Für viele nicht mehr erreichbar
Die andere Seite der Medaille: Wer eben nicht in eine dieser günstigen Berufsgruppen fällt, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung heutzutage kaum noch bezahlen. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Ein 35-jähriger rundum gesunder Berufskraftfahrer – verheiratet, zwei Kinder – möchte seine Arbeitskraft mit einer Rente in Höhe von 1.500 Euro versichern und muss feststellen, dass sein Beruf in eine hohe Risikogruppe fällt. Mit 161 bis 386 Euro pro Monat zahlt er mehr als das Dreifache für eine BU-Versicherung als etwa ein Mathematiker. Bei Menschen mit Vorerkrankungen ist ein Abschluss ebenfalls oft schwierig bis unmöglich.
Viele Menschen, die ihre Arbeitskraft absichern wollen, haben daher heute keinen Zugang zu dieser bestmöglichen aller Absicherungen. Das war vor allem früher ein Problem, weil es kaum Produkte gab, die alternativ für die Arbeitskraftabsicherung infrage kamen. Und weil viele Makler und Vermittler diese Ausweichprodukte beim Kunden nicht angesprochen haben.
Alternativen zur BU auf dem Vormarsch
Heute sieht die Lage etwas anders aus, zeigt eine aktuelle Umfrage des Analysehauses Franke und Bornberg, an der über 800 Vermittler teilgenommen haben (siehe auch Grafiken ). 92 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie bereits eine BU-Alternative aktiv angeboten haben. Die restlichen 8 Prozent haben bisher nur BU-Verträge vermittelt. "Das zeigt, dass die Vermittler den Alternativprodukten zur BU-Versicherung mittlerweile sehr offen gegenüberstehen", sagt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses.
"Als wir im Jahr 2012 das erste Mal eine Vermittlerbefragung durchgeführt haben, waren diese Zahlen beinahe umgekehrt." Das sei vor allem für die Kunden eine gute Nachricht, so der Experte weiter. "Denn statt der von der Leistungsseite her optimalen – aber häufig nicht erreichbaren – Berufsunfähigkeitsversicherung rückt die im jeweiligen Einzelfall bestmögliche Lösung in den Vordergrund."

                                 Quelle: Franke und Bornberg


Vor allem vier Produkte haben sich mittlerweile als solche Lösungen etabliert: Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung, Dread-Disease- und Multi-Risk-Produkte. "Bei der Beliebtheit liegt dieses Jahr erstmals die Grundfähigkeitsversicherung vor den anderen Alternativen", sagt Franke. Drei von vier befragten Vermittlern hätten sie schon einmal angeboten.
Der Grund: "Die Beliebtheit der Grundfähigkeit liegt vorrangig an der vermeintlichen Einfachheit der Produkte. Aufgrund der überwiegend klaren Leistungsauslöser in den Bedingungen ist es einfach, dem Kunden zu erklären, wann eine Grundfähigkeit verloren ist", so Franke weiter. Diese Anschaulichkeit der Leistungsauslöser sei im Beratungsgespräch ein Vorteil gegenüber der komplexen Leistungsdefinition anderer Produkte.

                


                                 Quelle: Franke und Bornberg

Aber von vorn: Was leisten die einzelnen Produkte eigentlich, was löst die Leistung aus und wo gibt es mögliche Stolperfallen? Das fassen wir Ihnen hier zusammen.
EU-Versicherung für den schlimmstmöglichen Fall
Eine Rente bei Erwerbsunfähigkeit (EU) zahlt der Versicherer in der Regel dann, wenn die versicherte Person überhaupt keiner Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mindestens drei Stunden pro Tag mehr nachgehen kann. Bei der Prüfung bleiben der bisher ausgeübte Beruf und die bisherige Lebensstellung – anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung – unberücksichtigt (einen Überblick über gute Tarife liefert das Rating).



Diese Police sichert also nur den schlimmstmöglichen Fall ab, gar nicht mehr arbeiten zu können – dessen müssen sich Kunden bewusst sein. Versicherungsmakler und Biometrie-Experte Gerd Kemnitz verdeutlicht das anhand statistischer Daten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute 25-jähriger Fliesenleger innerhalb der nächsten 40 Jahre berufsunfähig wird, liegt bei 65,1 Prozent", sagt er. Die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbsunfähigkeit betrage dagegen nur 27,8 Prozent. "Mehr als die Hälfte wird also ‚nur‘ berufsunfähig und würde von ihrer Erwerbsunfähigkeitsversicherung keinen einzigen Cent erhalten", so der Makler weiter.
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