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Warum die Investoren dem Smart Home Markt Aufmerksamkeit schenken sollten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.11.2018, 17:00  |  343   |   |   

Noch vor wenigen Jahren waren Smart-Home-Hubs und Smart Speakers – wie die Echo-Geräte von Amazon (WKN:906866) und Google Home von Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) – Nischenprodukte. Aber 2017 wurden 664 Mio. Smart-Home-Geräte verkauft. In diesem Jahr soll diese Zahl um 25 % auf 832 Mio. steigen.

Smart Speakers werden zunehmend geschätzt, da sie in der Lage sind, sich mit anderen Smart-Home-Devices zu verknüpfen, und einige Unternehmen haben in letzter Zeit bedeutende Schritte in diesem Bereich unternommen – darunter Facebook (WKN:A1JWVX), das gerade sein „Portal“ vorgestellt hat, ein Smart Device, das neben der üblichen Smart-Speaker-Funktionalität auch ein hochmodernes Videotelefonkonferenzsystem bietet.

Warum also konzentrieren Google, Amazon und Facebook ihre Aufmerksamkeit auf vernetzte Heimgeräte – und warum sollten die Investoren darauf achten? Ein Punkt ist: Der Smart-Home-Markt, der alles umfasst – von WLAN-fähigen Glühbirnen über drahtlose Kameras bis hin zu Türschlössern –, wird bis 2026 einen Wert von 138 Mrd. US-Dollar haben. Jedes der genannten Unternehmen hat einzigartige Möglichkeiten, davon zu profitieren.

Die Chance von Google

Die intelligenten Lautsprecher Google Home und Google Max haben im letzten Quartal die Echo-Geräte von Amazon bei den Verkaufszahlen hinter sich gelassen. Das ist bemerkenswert, denn es bedeutet, dass Alphabet mehr darüber weiß, wonach seine Nutzer suchen, welche Musik sie spielen, welche Routen sie suchen etc. – all das können wertvolle Daten für das Werbegeschäft sein. Immer noch machen die Anzeigenverkäufe rund 86 % des Gesamtumsatzes von Alphabet aus.

Der andere wichtige Schritt von Alphabet in den Smart-Home-Markt ist Nest, das bereits 2014 für 3,2 Mrd. US-Dollar erworben wurde. Das Unternehmen investiert weiterhin Ressourcen in diesen Bereich, den Alphabet kürzlich aus dem Segment „Other Bets“ herausgenommen und unter dem Dach von Google platziert hat. Google hat allein im vergangenen Jahr fast 500 Mio. US-Dollar für Nest ausgegeben, wie The Verge berichtet.

Nest erzielte 2017 einen Umsatz von 726 Mio. US-Dollar – nur eine Kleinigkeit im Vergleich zu Alphabets Gesamtumsatz von 110,9 Mrd. US-Dollar. Aber das Unternehmen hat hier eine längere Perspektive im Blick. Seine aggressiven Schritte mit Google Home und seine Bereitschaft, jahrelange Verluste aufzufangen, um Nest zu entwickeln, zeigen, dass man versteht, wie wichtig es ist, Amazon in diesem Bereich einzuholen. Die Investoren sollten die Umsätze von Googles Smart Speakers genau im Auge behalten und darauf achten, ob sie die Echo-Produkte von Amazon weiterhin übertreffen.

Der Vorteil von Amazon

Für den Konkurrenten Amazon ist es noch einfacher, die Chance zu benennen, die im Smart-Home-Bereich schlummert. Der E-Commerce-Riese verkauft viele seiner technischen Geräte mit Verlust oder nur knapp kostendeckend, weil er so zusätzliche Kanäle erhält, über die er Produkte und Dienste an seine Nutzer verkaufen kann. Und das funktioniert. Amazon Prime-Mitglieder, die Besitzer von Echo-Smart-Speakers sind, geben etwa 400 US-Dollar mehr pro Jahr aus als andere Prime-Mitglieder.

Auch wenn die intelligenten Lautsprecher von Google im letzten Quartal die Geräte von Amazon bei den Absatzzahlen überflügelt haben, hält Amazon immer noch den weit größeren Marktanteil von 70 %, dem 24 % von Google gegenüberstehen. Amazon hofft wahrscheinlich, dass die kürzlich herausgebrachte Serie neuer Smart-Home-Devices dem Unternehmen helfen wird, diesen Vorsprung zu erhalten. Dabei scheint die Amazon-Basics-Mikrowelle, die mit einem Echo-Gerät gekoppelt und durch Sprachbefehle gesteuert werden kann, am interessantesten zu sein.

Amazon erweiterte auch seine Präsenz auf dem Smart-Home-Markt, indem das Unternehmen in diesem Frühjahr die Firma Ring kaufte, die intelligente Türklingeln herstellt. Mit dem Kauf von Ring und dem Erscheinen neuer Geräte wie der Mikrowelle setzt Amazon genau auf dieselbe Produktlinie wie Googles Nest.

Aber die zentrale Chance, die mit Amazons Alexa-Assistent verbunden ist, bleibt Alexas Fähigkeit, den Umsatz über die Amazon-Website zu steigern. Die Analysten von RBC Capital schätzen, dass der Umfang der durch Echo-Geräte vermittelten Käufe bis 2020 im Bereich von 10 bis 11 Mrd. US-Dollar landen könnte.

Der jüngste Schritt von Facebook

Facebook ist der Newcomer auf dem Smart-Home-Markt, aber sein Portal-Videotelefoniegerät schlägt bereits hohe Wellen – wenn auch nicht unbedingt positive. Portal wurde entwickelt, um es den Nutzern zu ermöglichen, einfach Videokonferenzen abzuhalten. Es gibt zwei Versionen, eine mit einem 15,6-Zoll-Display und eine weitere mit einem 10,1-Zoll-Display, aber die Verbindung einer Kamera mit einem immer eingeschalteten Smart Device hat Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre aufgeworfen –Probleme, die aufgrund der wiederholten Skandale von Facebook umso akuter werden.

Facebook sagt, dass Portal mit Blick auf die Privatsphäre entwickelt wurde und dass das Unternehmen keine Telefongespräche verwenden wird, um Daten zu sammeln, die über die hinausgehen, die das Unternehmen bereits von seiner Messenger-App erhält. Facebook verdient jedoch das meiste Geld mit Werbung, was bei vielen Beobachtern zu der Besorgnis geführt hat, dass Anrufe über Portal irgendwann auf diese Weise genutzt werden können.

Facebook-Führungskräfte sagen, dass Portal keine Anzeigen schalten wird, aber ein Sprecher des Technologieunternehmens sagte kürzlich Recode:

„Portal-Videotelefonkonferenzen sind in die Messenger-Infrastruktur integriert. Wenn Sie also eine Videokonferenz auf Portal tätigen, erfassen wir die gleichen Arten von Informationen (d. h. Nutzungsdaten wie die Länge der Telefonkonferenz oder die Häufigkeit der Telefonkonferenzen), die wir auf anderen Messenger-fähigen Geräten sammeln. Wir können diese Informationen verwenden, um die Anzeigen zu anpassen, die wir für Sie auf unseren Plattformen schalten. Andere allgemeine Nutzungsdaten, wie z. B. die gesamte Nutzung von Apps usw., können auch in die Informationen einfließen, die wir zur Schaltung von Anzeigen verwenden.“

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