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Besserer Kauf: Wirecard vs. Square

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.11.2018, 09:09  |  1335   |   |   

Wenn du bereits Aktien von Wirecard (WKN: 747206) hältst, könnte dich auch das Fintech-Unternehmen Square  (WKN: A143D6) interessieren. Beide Aktien sind Top-Performer (im letzten Jahr stiegen die Aktien um 88,7 % beziehungsweise 98,94 %; Stand: 29.10.2018), mussten jedoch kürzlich Kursverluste hinnehmen. Grund genug, um sich anzusehen, ob sich ein Kauf jetzt lohnt.

Finanzielle Stärke

Ich bin der Meinung, dass langfristig das Umsatzwachstum einer der wichtigsten Indikatoren für Aktienkurszuwächse ist. Deshalb ist diese Kennzahl immer die erste, die ich unter die Lupe nehme, wenn ich ein Investment beurteile. 

Umsätze bedeuten aber letztlich nichts, wenn ich diese nicht irgendwann in Gewinne beziehungsweise Cash Flows ummünzen kann. Daher wäre es unklug, sich nur auf Umsatzzahlen zu fokussieren. Der Freie Cash Flow, der angibt, wie viel Geld das Unternehmen effektiv generiert, ist eine gute Kennzahl, um die Profitabilität eines Unternehmens einzuschätzen.

Die Bruttomarge – berechnet als Umsatz abzüglich der Herstellungskosten (Rohertrag), dividiert durch den Umsatz – ist eine Kennzahl, die ich liebe, da sie einem Investor gute Informationen dafür liefert, wie nachhaltig und kapitalintensiv das Geschäftsmodell ist. Je höher die Bruttomarge, desto besser. 

Letztlich sehe ich mir auch immer gerne die Netto-Cash-Position eines Unternehmens an. Diese berechne ich, indem ich aus der Bilanz die Bargeldbestände und Bargeldäquivalente addiere und davon langfristige Schulden abziehe.

Unternehmen Umsatzwachstum Q2 2018 Bruttomarge Q2 2018 Freier Cash Flow (letzte zwölf Monate) Netto-Cash-Position Q2 2018
Wirecard 46 % 47,4 % 329 Mio. EUR 856 Mio. EUR
Square 60 % 82 % 71 Mio. USD 464 Mio. USD

Quelle: Wirecard Investor Presentation Q2/H1 2018; Square Q2 Shareholder Letter; gurufocus.com

Wichtig zu erwähnen ist, dass ich bei Square die bereinigten Umsätze bei den Kennzahlen Umsatzwachstum und Bruttomarge herangezogen habe. Laut Squares Management sind die bereinigten Umsätze eine bessere Kennzahl zur Bewertung der Unternehmensperformance und ermöglichen einen genaueren Vergleich mit anderen Zahlungsdienstleistern. Denn beim bereinigten Umsatz werden vor allem Transaktionskosten subtrahiert, die zwar vom Kunden an Square bezahlt, aber von Square direkt an Drittanbieter weitergeleitet werden. Es macht daher wenig Sinn, diese Durchlaufposten als Umsätze zu werten.

Was beim direkten Vergleich der beiden Unternehmen auffällt, sind die durchweg soliden Zahlen. Man erkennt auch, dass Wirecard das reifere Unternehmen ist. Während das Wachstum etwas schwächer ist als bei Square (obwohl immer noch fantastisch), generiert Wirecard bei Weitem mehr Cash als Square.

Will man als Investor mehr Wachstum oder mehr Profitabilität? Das ist meiner Meinung nach Geschmackssache – letztlich ist entscheidend, wer langfristig die höheren Gewinne einfahren wird. Für mich ausschlaggebend ist daher der große Unterschied bei der Bruttomarge. Die 82 % bei Square deuten für mich auf hohe Profitabilität in der Zukunft hin.

Gewinner = Square

Bewertung

Interessant wird es natürlich, wenn man sich vor Augen führt, wie beide Unternehmen von Investoren bewertet werden. Dabei schaue ich mir zuallererst immer die Marktkapitalisierung an. Dafür multipliziert man einfach den Aktienkurs mit der Anzahl der ausstehenden Aktien. Diese Herangehensweise – die zunächst sehr simpel wirkt – habe ich mir von David Gardner, dem Mitgründer von The Motley Fool, abgeschaut.

In seinem Podcast Rule Breaker Investing – den ich jedem sehr ans Herz legen möchte, der der englischen Sprache mächtig ist – macht er regelmäßig ein Spiel namens The Market Cap Game Show. Darin errät er mit einem Fool-Kollegen schlichtweg die Marktkapitalisierung von Unternehmen aus dem Motley-Fool-Universum.

Der Sinn der Sache ist einerseits, sich klarzumachen, was das Unternehmen zurzeit tatsächlich wert ist. Denn der Aktienkurs selbst sagt darüber nichts aus. Andererseits hilft uns die Marktkapitalisierung, das Potenzial der Aktie ungefähr einzuordnen. So wird ein Unternehmen wie Apple (WKN: 865985), dass derzeit mit über einer Billion US-Dollar bewertet ist, vermutlich nicht so ein großes Wachstumspotenzial haben wie beispielsweise MongoDB (WKN: MODB11) mit einer Marktkapitalisierung von unter 4 Mrd. US-Dollar (Stand: 29.10.2018).

Eine Bewertung rein aufgrund der Marktkapitalisierung wäre aber etwas zu kurz gegriffen. Schließlich möchte man ja auch die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zu den Finanzkennzahlen setzen. Zusätzlich sehe ich mir daher noch traditionellere Verhältniszahlen an, und zwar das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

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