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Marktkommentar: Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 26. November 2018
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Marktkommentar Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 26. November 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
23.11.2018, 11:05  |  633   |   |   

Die Übersicht "Economic Update" vom 26.11.2018 analysiert Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte.

Deutschland hat ein schwaches Sommerquartal erlebt. Sondereffekte der Autoindustrie sorgten für ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,2% zwischen Juli und September.

Wachstum

Ohne diese Sondereffekte der Autoindustrie wäre das Wachstum allerdings auch nur minimal gewesen. Auch die Euro-Zone hat eine konjunkturelle Abkühlung erlebt: Im 3. Quartal 2018 ging das Wirtschaftswachstum von 0,4% im Vorquartal auf 0,2% zurück. Einer Stagnation in Italien stand im Sommerquartal ein Wachstum von jeweils 0,4% in Frankreich und Spanien gegenüber. Die Euro-Industrieproduktion ging im August um 0,3% zurück

Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert weiter von der Herbstbelebung: Von September auf Oktober ging die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 11.000 zurück, gegenüber Vorjahr waren 185.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im Oktober von 5,0% auf 4,9%. Gleichzeitig legte die Erwerbstätigkeit weniger zu: Im September waren erstmals mehr als 45 Millionen Menschen erwerbstätig. In der Euro-Zone stagnierte im September die Arbeitslosenrate bei 8,1%, allerdings lag sie deutlich unter dem Wert des Vorjahresmonats (8,9%). In den USA schufen die Unternehmen im Oktober 250.000 neue Stellen. Die Durchschnittslöhne legten gegenüber Vorjahr um starke 3,1% zu.

Gewinne

In den USA ist die Berichtssaison zum 3. Quartal fast abgeschlossen. 465 Unternehmen aus dem S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. Die operativen Gewinne legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 33% zu. Ein Teil davon resultiert aus den Steuersenkungen, ein Teil aber auch aus der guten Konjunktur. Bislang haben 78% der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen. Die positiven Überraschungen bei der Umsatzentwicklung haben jedoch im Vergleich zum vorherigen Quartal deutlich nachgelassen. In Europa haben 317 Firmen aus dem Stoxx600 Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Derzeit wird mit einem Gewinnplus gegenüber Vorjahresquartal von rund 15% und einem Umsatzplus von fast 6% gerechnet.

Inflation

In Deutschland hat die Inflationsrate im Oktober kräftig auf 2,5% (September: 2,3%) angezogen. Ursächlich war der Anstieg der Kerninflationsrate (ohne Energie, Lebens- und Genussmittel, Tabak) von 1,5% auf 1,7%, was vor allem Preiserhöhungen bei Pauschalreisen geschuldet war. In der Euro-Zone stieg die Teuerung im Oktober von 2,1% auf 2,2% und die Kernteuerung von 0,9% auf 1,1%. In den USA stieg die Inflation im Oktober von 2,3% auf 2,5%, die Kernteuerung sank von 2,2% auf 2,1%.

Zinsen

Die US-Notenbank hat auf ihrem jüngsten Treffen erwartungsgemäß den Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00%-2,25% erhöht. Die Zentralbanker betonten die gute Verfassung der amerikanischen Konjunktur. Laut ihren Projektionen wird es dieses Jahr noch eine weitere Leitzinserhöhung geben. Für das kommende Jahr gehen die Zentralbanker von insgesamt drei Zinsschritten aus. 2020 soll dann eine weitere Erhöhung folgen. Für 2021 ist bislang kein Zinsschritt vorgesehen, das Zinsniveau würde dann bei 3,4% liegen. Die Europäische Zentralbank erwartet unveränderte Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“.

Risiken

• Turbulenzen an den Anleihenmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Zahlungsbilanzrisiken in Schwellenländern mit hoher Inflation.

• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen

• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.

• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.

Investmentthemen

• Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.

• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.

• Wir präferieren zur Zeit neben der Zyklik von Europa den defensiven Charakter von US-Aktien.

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