DAX-0,54 % EUR/USD0,00 % Gold-0,28 % Öl (Brent)+0,09 %

Was Till Reuters Abgang von Kuka für deutsche Anlagenbauer und die Kuka-Aktie bedeutet

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.12.2018, 09:27  |  273   |   |   

Die Nachricht war 2016 eines der beherrschenden Themen in der Industriepolitik: Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea übernahm den deutschen Roboter- und Anlagenbauer Kuka (WKN: 620440) für rund 4,5 Mrd. Euro. Bedenken wurden laut, chinesische Investoren könnten sich auf diese Weise zu einfach deutsches Know-how sichern und den Industriestandort Deutschland schwächen.

Seither war es um dieses Thema etwas ruhiger geworden. Doch kürzlich flammte die Diskussion wieder auf, nachdem relativ plötzlich und unerwartet bekannt gegeben wurde, dass der langjährige Kuka-CEO Till Reuter die Konzernspitze räumen wird – vermutlich auf Druck von Midea.

Ist das Risiko chinesischer Investoren, die deutsche Unternehmen und ihr Know-how aufkaufen, doch unterschätzt worden? Und was bedeuten diese Entwicklungen für die Investoren deutscher Maschinen- und Anlagenbauer und insbesondere von Kuka?

Was genau passiert ist

Till Reuter war nicht irgendein Kuka-CEO. Fast zehn Jahre war er an der Spitze des Konzerns und musste das Unternehmen bei seinem Antritt zunächst vor der Pleite retten. Er baute das Unternehmen um und stellte es bestens auf, um von der zunehmenden Automatisierung von Produktionsprozessen weltweit zu profitieren. Nicht umsonst hatte Midea ein Interesse an Kuka entwickelt.

Die Übernahme durch Midea bot für Kuka auch einige Chancen. Der chinesische Konzern konnte und wollte Kuka den Marktzugang im riesigen Robotik-Wachstumsmarkt China erleichtern, und die Aktie reagierte deutlich auf die verbesserten Aussichten: Anfang 2016 stand das Papier noch bei 81,50 Euro und schoss im Oktober 2017 auf unfassbare 257,80 Euro hoch – mehr als eine Verdreifachung!

Seitdem jedoch häufen sich die Zweifel, ob Kuka wirklich eine so goldene Zeit bevorsteht, und die Aktie ist mittlerweile sogar deutlich unter ihren Stand von Anfang 2016 zurückgefallen. Der Grund dafür liegt höchstwahrscheinlich in der operativen Performance und der Gewinnentwicklung, die zu wünschen übrig lässt.

So begründete Mideas Aufsichtsratschef Andy Gu den Weggang Reuters damit, dass Kuka in den vergangenen zwei Jahren gegenüber den Wettbewerbern zurückgefallen sei und Marktanteile verloren habe. Das Geschäft in China entwickle sich außerdem nicht so wie von Midea erwartet.

Ein Risiko für deutsche Unternehmen?

Meiner Meinung nach ist kein unmittelbares Risiko für deutsche Anlagenhersteller und das Know-how unseres Industriestandortes vorhanden. Midea bekennt sich Gu zufolge ausdrücklich zum Standort Augsburg und zur bestehenden Kuka-Strategie. Gleichwohl sei das Geschäft in China für Kuka von großer Wichtigkeit. Da kann ich Gu nur zustimmen, denn wie oben erwähnt, handelt es sich um einen Markt mit sehr viel Potenzial für Robotik und Automatisierung.

Reuters CEO-Stuhl wird übrigens kein Midea-Manager übernehmen, sondern erst einmal der bisherige Finanzvorstand Peter Mohnen. Auf den Posten des Finanzvorstands wird ein weiteres Kuka-Eigengewächs nachrücken. Eine tatsächliche chinesische Machtübernahme sieht wahrscheinlich anders aus.

Kuka-Kenner Stefan Stahl sagte in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen außerdem, Midea hätte gar kein Interesse daran, Kuka zu stark einzugliedern. Die Bewunderung in China für deutsches Wissen im Bereich Industrie sei sehr hoch, daher würde Midea sich ins eigene Fleisch schneiden, würde man Kuka seiner deutschen Wurzeln berauben.

Unterm Strich kann man also festhalten, dass momentan keine direkte Gefahr von chinesischen Investoren ausgeht. Investoren deutscher Anlagenbauer müssen sich also nicht allzu viele Sorgen machen. Weitere Übernahmeangebote könnten jedoch in Zukunft weiterhin kommen, und es ist im Einzelfall zu prüfen, wie das übernehmende Unternehmen mit der künftigen Konzerntochter umzugehen gedenkt.

Und die Kuka-Aktie?

Die Kuka-Aktie hat im Laufe des Jahres bisher gut 45 % ihres Wertes verloren (Stand: 04.12.2018), was, wie oben erwähnt, an der schlechter als erwartet ausgefallenen Geschäftsentwicklung lag. Kuka führt diese unter anderem auf die vielen Probleme in der Automobilbranche zurück – ein großer Teil der Kuka-Umsätze stammt aus diesem Sektor.

Durch den Abgang von Reuter endet zweifellos eine erfolgreiche Ära bei Kuka – doch das muss nicht heißen, dass es nun erfolglos weitergeht. Langfristig führt kein Weg an der weiteren Automatisierung von Produktionsprozessen vorbei, und gerade in vielen asiatischen Ländern herrscht hier noch Aufholbedarf.

Kuka hat durch Midea weiterhin einen Partner an seiner Seite, der den Augsburgern den Marktzugang in China und weiteren asiatischen Märkten erleichtern kann. Das könnte sich für Kuka als großer Vorteil erweisen, falls die aktuelle Ergebnisflaute nur das Resultat einer zyklischen Schwäche sein sollte, die bald wieder verschwindet.

Ist Kuka es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Kuka investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Kuka wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier
KUKA


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel