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Tilray vs. KushCo Holdings: Welche ist die bessere Cannabisaktie?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.02.2019, 23:50  |  618   |   |   

Wer 2019 Cannabisaktien kaufen will, dem bietet sich viel Auswahl. Zwei Marihuana-Aktien, die beispielhaft für die Vielfalt sind, sind Tilray (WKN:A2JQSC) und KushCo Holdings (WKN:A2N456).

Tilray hat seit seinem Börsengang (IPO) im Juli 2018 viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Aktien des kanadischen Cannabisproduzenten haben sich seitdem mehr als verdreifacht, so dass Tilray eine Marktkapitalisierung von fast 7 Milliarden USD erreichen konnte.

KushCo Holdings ist viel kleiner als Tilray und hat bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit abbekommen. Und die Aktien des führenden Anbieters von Verpackungslösungen für die US-amerikanische Cannabisindustrie haben sich in den letzten 12 Monaten dann auch nicht sehr gut entwickelt.

Aber vergangene Erfolge und Performance machen ja eine Aktie nicht besser als eine andere. Also: Welche dieser beiden Cannabisaktien ist jetzt die bessere Wahl?

Was für Tilray spricht

Tilray behauptet, dass gleich mehrere Trends für die Aktie sprechen. Größter positiver Faktor ist der kanadische Cannabismarkt, der im Herbst 2018 startete.

Wenn Tilray in naher Zukunft seine Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt gibt, darf man enormes Umsatzwachstum erwarten. Für das Unternehmen wird das jedoch nur die Spitze des Eisbergs sein. Denn Lieferprobleme sind nach wie vor ein großes Thema. Wenn Tilray seine Produktionskapazität erhöht, wird der Umsatz richtig nach oben schießen.

Es gibt auch einen großen potenziellen Markt in Kanada, der noch nicht gestartet ist. Es wird erwartet, dass die Vorschriften für verzehrbares Cannabis und Konzentrate im Jahr 2019 durchgewunken werden. Tilray und der Bierkonzern Anheuser-Busch InBev gaben im Dezember bekannt, dass sie sich zusammenschließen, um alkoholfreie, mit Cannabis angereicherte Getränke zu entwickeln. Die sollen diese neue Marktchance dann nutzen können.

Aber so spannend der kanadische Markt für Tilray auch ist, der größere Wachstumstreiber des Unternehmens sollte von der globalen Expansion ausgehen. Tilray kooperierte mit der Sandoz-Sparte von Novartis, um medizinische Cannabisprodukte auf den internationalen Märkten zu vermarkten. Das Unternehmen verfügt bereits über eine solide Präsenz auf dem schnell wachsenden deutschen Markt für medizinisches Marihuana. Außerdem hat es das in Chile ansässige Unternehmen Alef Biotechnology erworben, um in Lateinamerika stärker vertreten zu sein. Tilray hat zudem Niederlassungen in Australien und Portugal.

Tilray kann noch nicht auf dem allergrößten Cannabismarkt tätig sein – die USA – und gleichzeitig seine Börsennotierung am Nasdaq beibehalten. Es gibt jedoch noch einen weiteren potenziell riesigen US-Markt, auf dem Tilray bald konkurrieren könnte. Die jüngste US-Legalisierung von Hanf stellt eine bedeutende Chance für das Unternehmen dar, Hanf-basierte Cannabidiol (CBD)-Produkte zu entwickeln. Das Marktforschungsunternehmen Brightfield Group schätzt, dass der CBD-Markt für Hanf allein in den USA bis 2022 22 Milliarden USD erreichen könnte.

Andere Konsumgüter könnten eine weitere große Wachstumschance für Tilray darstellen. Das Unternehmen hat kürzlich eine Vereinbarung mit der Authentic Brands Group (ABG) unterzeichnet, um Cannabisprodukte für den Endverbraucher zu vermarkten und zu vertreiben, wobei dazu die beliebten Marken von ABG wie Nine West, Prince und Spyder genutzt werden sollen.

Was für KushCo Holdings spricht

Im Gegensatz zu Tilray verkauft KushCo Holdings selbst keine Cannabisprodukte. Aber das Unternehmen hat sich schnell zum führenden Anbieter von Verpackungslösungen für die US-Cannabisindustrie entwickelt, die für das Geschäft von entscheidender Bedeutung sind, darunter Pop-Top-Flaschen, Röhren, Verdampferkartuschen und andere Behälter.

KushCo hat sich mittlerweile auch über den Kernbereich Verpackung hinaus gewagt. Eine Reihe wichtiger Akquisitionen im vergangenen Jahr haben KushCo neue Möglichkeiten in der Cannabisindustrie eröffnet. Das Unternehmen betreibt nun eine Tochtergesellschaft, die Kohlenwasserstoffe und Lösungsmittel liefert, die bei der Gewinnung von Cannabinoiden aus Cannabispflanzen verwendet werden. KushCo hat zudem eine weitere Tochtergesellschaft, die Marketing- und E-Commerce-Lösungen für die Cannabisbranche anbietet.

Damit wird die vertikale Integration der Position von KushCo als starkem Player auf dem US-amerikanischen Cannabismarkt angestrebt. Und dieser Markt wächst deutlich. Dreiunddreißig US-Bundesstaaten erlauben mittlerweile den legalen Verkauf von medizinischem Cannabis. Zehn Staaten haben sogar schon den Verkauf von Marihuana für den Freizeitgebrauch legalisiert.

Obwohl Marihuana auf Bundesebene in den USA weiterhin illegal ist, ist die Marktchance enorm. Analysten prognostizieren, dass der US-Marihuanamarkt bis 2022 22 Milliarden USD erreichen wird, was zufällig fast der gleichen Größe entspricht wie der des Hanf-basierten CBD-Marktes.

KushCo profitiert von der US-Legalisierung von Hanf auf verschiedene Weise. Hanf-basierte CBD-Öle sollten die Nachfrage nach Verpackungslösungen erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit von mehr Vaping von CBD sollte den Umsatz von KushCo mit Verdampferkartuschen steigern, und die verstärkte Extraktion von CBD aus Hanf dürfte auch die Nachfrage nach den Lösungsmitteln des Unternehmens beflügeln.

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