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ProSiebenSat.1 Media – es war einmal ein DAX-Konzern…

Nachrichtenquelle: Sharedeals
26.03.2019, 10:27  |  647   |   |   
Von März 2016 bis März 2018 war die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777) im DAX. Zuvor hatte sie sich im Wert vervielfacht. Wenige Monate nach der DAX-Aufnahme, im November 2016, erreichte der Titel dann sein bis heute gültiges Allzeithoch bei knapp 51,00 Euro. Seitdem befindet sich die Aktie in einem bis heute anhaltenden Abwärtstrend, der sich zuletzt sogar noch einmal beschleunigte.

Nachdem sich die Aktie gegenüber ihren Höchstkursen inzwischen fast geviertelt hat, könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass sie nun günstig genug für einen Einstieg ist. Zumal doch immer gepredigt wird, dass man an der Börse antizyklisch handeln sollte. Ich wäre damit jedoch noch sehr, sehr vorsichtig. Zumal die langfristigen Aussichten für ProSiebenSat.1 Media definitiv nicht die besten sind.

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Wie aber komme ich zu diesem Schluss? Nun, schauen wir uns zunächst einmal die zuletzt gemeldeten Wirtschaftsdaten, besonders für Deutschland bzw. Europa an. Die am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Frankreich fielen katastrophal aus. Zwar lag der ifo-Index für Deutschland über den Erwartungen, das lag jedoch nur an einer positiven Lage- und Zukunftseinschätzung des Dienstleistungssektors.

Langfristig chancenlos gegen Amazon und Netflix
Wenn jedoch die Wirtschaft unter Druck steht, beginnen Unternehmen zu sparen. Wo aber lassen sich einfacher Einsparungen vornehmen, wenn nicht an den Marketing- und Werbekosten? Daher wird genau das auch getan. So wird beispielsweise auch die TV-Werbung reduziert, was wiederum Unternehmen wie ProSiebenSat.1 oder auch RTL entsprechend trifft. Letztlich sind das jedoch nur die normalen konjunkturellen Schwankungen, die die TV-Konzerne kennen.

Aktuell ist somit sicherlich generell schon kein guter Einstiegszeitpunkt in die Aktien dieser Unternehmen. Doch leider ist das noch längst nicht alles. So wandern schon seit Jahren viele Werbegelder weg von der klassischen Werbung und hinein ins Internet. Facebook oder Google (Alphabet) lassen hier grüßen. Und dann wird das klassische TV-Geschäft auch noch durch neue Videostreaming-Anbieter wie Amazon (Prime Video) oder Netflix attackiert.

Ja, erst kürzlich hat auch noch Apple seinen Einstieg in diesen Markt bekannt gegeben. Zwar halten diese mit eigenen Angeboten wie TV Now (RTL) oder Maxdome (ProSiebenSat.1) dagegen. Allerdings sind das nur nationale Anbieter, die gegen diese internationalen Großkonzerne aus dem Silicon Valley kaum einen Fuß auf den Boden bekommen. Daher steht aus meiner Sicht zu befürchten, dass sie auch langfristig den Kürzeren ziehen werden.

Umsatz- und Gewinnentwicklung zuletzt enttäuschend
Von 2014 bis 2017 gelang es ProSiebenSat.1 Media den Jahresumsatz von 2,9 auf 4,1 Mrd. Euro zu steigern, was einem durchschnittlichen Umsatzwachstum um ca. +12,2% p.a. entsprach. Allerdings ließ das Wachstum von 2016 auf 2017 schon deutlich nach und lag nur noch bei +7,9%. Im gleichen Zeitraum stieg der Gewinn von knapp 350 auf über 470 Mio. Euro, was einem durchschnittlichen Gewinnwachstum um ca. +8% p.a. entsprach. Dabei beschleunigte sich das Gewinnwachstum von 2016 auf 2017, im Gegensatz zum Umsatzwachstum, deutlich auf ca. +17,2%.

Leider stieg im gleichen Zeitraum auch der Schuldenstand des Konzerns von 3,1 Mrd. Euro in 2014 auf 5,4 Mrd. Euro in 2018. Dabei wurden insbesondere in den Jahren 2014 und 2015 ein Großteil der neuen Schulden angehäuft, seit 2016 blieben sie dann fast konstant. Dies zeigt, dass ProSiebenSat.1 Media in guten Zeiten leider wenig Rücklagen aufgebaut hat. So wurden Dividenden teilweise aus der Substanz bezahlt, was sich in einer Krise rächen könnte.

Dies sei an dieser Stelle erwähnt, weil viele die Aktie ja – ganz besonders aufgrund der hohen Dividendenrendite von über 8% – so interessant finden. Diese Dividende ist daher auch keineswegs sicher, wie auch die starken Schwankungen der vergangenen Jahre zeigen. So stieg die Dividende von 1,60 Euro je Aktie in 2014 über 1,80 Euro je Aktie in 2015 und 1,90 Euro je Aktie in 2016 auf 1,93 Euro je Aktie in 2017. 2018 wurde sie dann jedoch deutlich um -38% auf 1,19 Euro je Aktie.

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