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Mercedes Benz mit neuer Diesel Schummel-Software: So wehren Sie sich!

Gastautor: Roland Klaus
14.04.2019, 23:26  |  1014   |   |   

Das Kraftfahr-Bundesamt (KBA) hat offenbar eine weitere unzulässige Abschalteinrichtung bei Fahrzeugen von Mercedes Benz / Daimler entdeckt. Das erhöht aufgrund einer aktuellen BGH-Entscheidung die Chance auf Schadensersatz.

Betroffen sind nach einem Zeitungsbericht rund 60.000 Fahrzeuge des Mercedes Benz Modells GLK 220 CDI, die zwischen 2012 und 2015 hergestellt worden sind. Noch vor wenigen Wochen hatte der Bundesgerichtshof (BGH) festgestellt, dass eine solche Schummel-Software einen Sachmangel darstellt, der Kunden zum Erhalt eines neuen Wagens oder von Schadensersatz berechtigen kann.

Dadurch steigen die Chancen von Besitzern eines Mercedes Benz Diesel, Schadensersatz vom Autohersteller zu erhalten oder das Fahrzeug zu guten Konditionen zurückzugeben. Immerhin sind die Fahrzeuge nicht nur von massiven Wertverlusten betroffen, sondern fallen auch unter diverse Fahrverbote, beispielsweise in Stuttgart. Die Interessengemeinschaft Widerruf hat bereits eine Reihe von Verbrauchern bei einem Rechtsstreit gegen Daimler begleitet. Aus unserer Erfahrung können wir aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt.

Variante 1: Das Fahrzeug wurde über Kredit oder Leasing finanziert

In diesem Fall ist meist der Widerruf der Finanzierung der erfolgversprechende Weg. Die meisten Kreditverträge enthalten nach unseren Analysen Formfehler, die auch nach Jahren noch den Widerruf ermöglichen (Widerrufsjoker). Die finanzierende Bank muss bei einem erfolgreichen Widerruf das Auto zurücknehmen und die gezahlten Raten einschließlich der Anzahlung erstatten. Entsprechende Urteile liegen vor.

Dieses Vorgehen ist vor allem aus zwei Gründen interessant: Zum einen ist es nicht auf Diesel-Autos mit Thermofenster beschränkt, sondern kann für alle Fahrzeuge angewandt werden – selbst für Benziner. Zum anderen kann hier vor dem Widerruf noch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden, die den Rechtsstreit bezahlt. Somit besteht kein Kostenrisiko für den Verbraucher.

Variante 2:  Fahrzeug hat ein „Thermofenster“, wurde aber nicht über Kredit gekauft

Besitzer eines Diesel-Fahrzeugs mit Thermofenster können auf Basis der nun gefällten Urteile des LG Stuttgart mit guten Chancen auf Schadensersatz klagen. Auch dabei begleiten Sie die Anwälte der Interessengemeinschaft Widerruf. Hier muss allerdings die Rechtsschutzversicherung bereits zum Zeitpunkt des Autokaufs bestanden haben, damit sie die Kosten übernimmt.

Fazit: Das richtige Vorgehen ist von den individuellen Voraussetzungen abhängig. Daher sollten Mercedes-Fahrer zunächst von einem Experten prüfen lassen, welche Schritte für sie aussichtsreich sind und welche Kosten damit verbunden wären. Die Interessengemeinschaft Widerruf bietet diese Prüfung kostenlos und unverbindlich an.  Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass sich mit den jüngsten Gerichtsurteilen die Chancen für Verbraucher deutlich verbessert haben, nicht auf den Wertverlusten ihrer Fahrzeuge sitzen zu bleiben.

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