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    Schadensersatz  1241  0 Kommentare BGH: Sportwetten illegal - so gibt es Geld zurück!

    Online-Sportwetten ohne Lizenz dürften ungültig sein, sagt der BGH. Das betrifft auch die ganz Großen der Branche. Verbraucher können nun die Chance auf Schadensersatz prüfen lassen.

    Wer gewinnt am Samstag in der Bundesliga? Und wer schießt im Premiere League Klassiker das erste Tor? Darauf wird seit etlichen Jahren massenhaft im Internet gewettet. Seit Ende 2020 sind erste Anbieter von Internet-Sportwetten in Deutschland lizenziert worden. Doch schon lange vorher wurden solche Wetten angeboten und mit großem Aufwand beworben. Dies dürfte unzulässig gewesen sein, entschied nun der Bundesgerichtshof (Az. I ZR 88/23). Wer bei einem Wettanbieter gespielt hat, der keine deutsche Lizenz besitzt oder gegen die Lizenzregeln verstößt, hat gute Chancen, seine Verluste ersetzt zu bekommen.

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    Im vorliegenden Fall hatte ein Verbraucher im Jahr 2018 rund 12.000 Euro bei dem Wettanbieter Betano verloren. Betano hatte zu diesem Zeitpunkt zwar eine Lizenz für Sportwetten auf dem deutschen Markt beantragt, jedoch noch nicht erhalten.

    Deshalb, so der BGH, dürften die Geschäfte zwischen Betano und seinem Kunden nichtig sein. Der Anbieter müsse das verlorene Geld zuzüglich Zinsen aller Voraussicht nach erstatten.

    Zwar handelt es sich bei dem vorliegenden Fall nicht um ein Urteil des BGH, sondern um einen sogenannten Hinweisbeschluss, in dem die obersten Richter ihre juristische Meinung zu einem Fall äußern. Darauf basieren dann in der Regel die späteren Urteile. Dieser Hinweis ist deshalb besonders brisant, weil in der Vergangenheit vergleichbare Fälle von beklagten Anbietern auf den letzten Drücker verglichen wurden, um ein negatives Urteil zu vermeiden.

    Diesmal nutzt der BGH die Möglichkeit sehr ausführlich, seine Einschätzung deutlich zu machen und damit für vergleichbare Fälle eine klare Leitlinie zu setzen. Diese lautet: Ohne Lizenz – kein gültiges Angebot und somit das Recht auf Schadensersatz für Verluste. Dabei haben nicht nur Wettanbieter wie Tipico oder Bwin in der Zeit vor 2021 schon massiv in Deutschland für Online-Sportwetten geworben, obwohl sie noch gar keine Lizenz hatten.

    Diese Geschäfte können ihnen jetzt auf die Füße fallen. Denn nach der Rechtsmeinung des BGH können Kunden ihre Verluste einklagen und haben sehr gute Chance auf eine Erstattung. Dies gilt auch für bereits lizenzierte Anbieter, die sich nicht an die Regeln des Verbraucherschutzes halten. Diese sehen beispielsweise maximale Einsätze von 1.000 Euro pro Monat und Spieler vor.

    Die IG Widerruf hat aufgrund der BGH-Entscheidung analysiert, bei welchen Wettanbietern ein Vorgehen besonders aussichtsreich erscheint. Die genannten Anbieter sind zwar inzwischen alle in Deutschland lizenziert, haben aber bereits vor Erteilung der Lizenz Internet-Sportwetten angeboten:   

    Betano (Lizenz seit 2/2021)

    Betway (Lizenz seit 3/2021)

    Bwin (Lizenz seit 10/2020)

    Bet365 (Lizenz seit 10/2020)

    Interwetten (Lizenz seit 11/2020)

    Sunmaker (Lizenz seit 4/2022)

    Tipico (Lizenz seit 10/2020)

    Trotz der jüngsten BGH-Entscheidung bleibt ein Rechtsstreit gegen einen Wettanbieter mit einem erheblichen Kostenrisiko verbunden – zumal Rechtsschutzversicherungen in der Regel nicht bezahlen.  Betroffene Verbraucher sollten daher zunächst einmal ihren Fall prüfen lassen, beispielsweise kostenlos und unverbindlich bei der Interessengemeinschaft Widerruf. Ist der Fall aussichtsreich, besteht die Möglichkeit, über eine sogenannte Prozessfinanzierung tätig zu werden. Dabei geht der Kläger kein Kostenrisiko ein, sondern muss ausschließlich ein prozentuales Erfolgshonorar bezahlen, wenn er Geld zurückbekommt.

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    Roland Klaus
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    Roland Klaus arbeitet als freier Journalist und ist Gründer der Interessengemeinschaft Widerruf (www.widerruf.info). Sie dient als Anlaufstelle für alle, die sich zum Thema Widerrufsjoker informieren und austauschen wollen und bietet eine kostenlose Prüfung von Widerrufsklauseln in Immobiliendarlehen, Kfz-Krediten und Lebensversicherungen an. Bekannt wurde Klaus als Frankfurter Börsenreporter für n-tv, N24 und den amerikanischen Finanzsender CNBC sowie als Autor des Buches Wirtschaftliche Selbstverteidigung.

    Sie erreichen Ihn unter www.widerruf.info
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    Verfasst von Roland Klaus
    Schadensersatz BGH: Sportwetten illegal - so gibt es Geld zurück! Online-Sportwetten ohne Lizenz dürften ungültig sein, sagt der BGH. Das betrifft auch die ganz Großen der Branche. Verbraucher können nun die Chance auf Schadensersatz prüfen lassen.