DAX+0,49 % EUR/USD+0,18 % Gold+0,12 % Öl (Brent)+1,96 %
Marktkommentar: Sébastien Galy (Nordea): Handelsabkommen zwischen USA und China
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Sébastien Galy (Nordea): Handelsabkommen zwischen USA und China

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.04.2019, 10:35  |  780   |   |   

Das Handelsabkommen zwischen den USA und China: zu gut, um wahr zu sein?

„Das Handelsabkommen zwischen China und den Vereinigten Staaten sollte im Juni abgeschlossen sein und dann zu Recht gefeiert werden. Dennoch wird ein Handelsabkommen wahrscheinlich nicht von Dauer sein, da die Ziele der beiden Länder zu unterschiedlich sind“, erkärt Sebastién Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Jeder Deal werde eher ein Boxenstopp in einem sich wiederholenden Prozess sein, der höchstwahrscheinlich zwei Jahrzehnte dauern werde, da Chinas Bevölkerung 2025 ihren Höchststand erreiche und die dortige Wirtschaft mit geringerem Wachstumspotenzial verletzlicher werde.

Die Auswirkung:

Während das Handelsabkommen zwischen China und den USA vor seiner Unterzeichnung gefeiert werde, könnten die Zweifel zunehmen, dass ein solches Abkommen in ein oder zwei Jahren auseinanderfällt. „Angesichts solcher Risiken dürfte es weiterhin ratsam sein, defensive bzw. Value-Aktien als Absicherung innerhalb eines breiteren Aktien-, Absolute-Return und flexiblen Fixed-Income-Portfolios zu halten“, sagt der Stratege.

Die USA und China sind strategische Wettbewerber

Während sich die USA und China auf ein Handelsabkommen zubewegten, werde es wahrscheinlich nicht lange halten, da sich die Parteien nicht über ihre Plätze in der globalen Architektur einig seien. Galy erklärt: „Beide sehen sich selbst als dominierende Volkswirtschaft, während China sein Handelsmodell aus dem 16. Jahrhundert zu replizieren scheint.

China hat ein begrenztes Zeitfenster, um eine tragfähige Position einzunehmen und aufrechtzuerhalten, da die Bevölkerung altert und sich das Land dem Status einer langsamer wachsenden, fortgeschrittenen Volkswirtschaft annähert.“ Weltweit gesehen, habe China einen sekundären Partner mit Russland und eine Reihe von Verbündeten in den Schwellenländern, unter anderem bedingt durch das Seidenstraßen-Projekt.

Wie im Kalten Krieg würden dominierende Volkswirtschaften auf beiden Seiten um den größtmöglichen Vorteil spielen. In einigen Fällen habe China – auch aufgrund von Ausfällen – strategische Vermögenswerte im Ausland erworben. Aus militärischer Sicht werde jeder von ihnen bestrebt sein, einen möglichen Vorteil durch einen Erstschlag für einen nuklearen Konflikt oder einen konventionellen Konflikt (z.B. das vermeintlich gefürchtete Dark Horse von Huawei) aufrechtzuerhalten, doch wäre jeder Konflikt angesichts der schweren Rückkopplungsschleife (Sanktionen) und des begrenzten Steuer- und Währungsraums (z.B. Krim) sehr begrenzt in Umfang und Zeit. „Damit bleibt der größte Teil des Konflikts und der Zusammenarbeit noch in einer Reihe von befristeten Vereinbarungen festzulegen. So haben sich die USA offenbar darauf geeinigt, dass China bis 2025 einige Importe erhöhen wird. Die Europäer verfolgen ihre eigenen Bemühungen“, sagt Galy. Der wirtschaftliche Imperativ sollte in der Regel andere Motive überwiegen.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen

Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel