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1,5 Milliarden Euro Hat Wirecard zu viele Schulden?

10.05.2019, 15:01  |  20329   |   |   

Wirecards Schulden sind im ersten Quartal um 150 Millionen Euro auf knapp 1,5 Milliarden Euro angestiegen. Es stellt sich die Frage, kann der Schuldenberg dem DAX-Unternehmen gefährlich werden?

Die Fakten: Laut Wirecards Bericht zum ersten Quartal sind die langfristigen Verbindlichkeiten um 150 Millionen Euro auf nunmehr 1.498,7 Mio. EUR (Stichtag: 31.03.2019) gestiegen. Das Management begründet den Anstieg mit dem "Produktangebot für Merchant Cash Advance und Echtzeit-Auszahlungen, die insbesondere kleinen und mittleren Händlern zur Verfügung stehen".

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Die Wirecard-Aktionäre stehen dem Schuldenanstieg anscheinend gelassen gegenüber: Auf Wochenbasis gab der Kurs zwar um 1,1 Prozent nach (Stand: 10.05.2019,13 Uhr 50). Aber vor dem Hintergrund, dass der Kurs im Februar zur Zeit des Wirbels um angeblich falsche Buchungen in Asien noch zeitweise auf 86,28 Euro stand, ist der aktuelle Kurs von über 130 Euro (10.05.2019) erfreulich.

Was meinen Analysten zu dem gut 1,5-Milliarden-Euro-Schuldenberg des Dax-Unternehmens? Peter Thilo Hasler, Analyst bei Sphene Capital, meint, dass das Verhältnis von Schulden und Zinsaufwendungen zum Ebit bei Wirecard auf Basis der Q1-Zahlen vertretbar sei. Das Ebit an sich sei "auskömmlich". "Ich komme auf einen Zinsdeckungsgrad (Interest Coverage Rate) von 16. Bei einer so hohen Rate läuten bei mir keine Alarmglocken", analysiert Hasler im Gespräch mit der wallstreet:online-Redaktion.

Auch bei Volker Glaser, Börsenexperte und Chefredakteur der "Vorstandswoche", leuchten keine Warnlampen auf: "Die Erhöhung der Verbindlichkeiten beunruhigt mich nicht. Hintergrund dieses Anstiegs ist vor allem die Finanzierung der getätigten Übernahmen der Vorjahre. Insbesondere der Kauf des Citigroup Kreditkartenakzeptanz-Kundenportfolio in Asien und das Produktangebot für Merchant Cash Advance und Echtzeitauszahlungen", meint Glaser.

Glaser weist in seiner weiteren Analyse auf den strapazierfähigen Cash Flow des DAX-Unternehmens hin: "Die Cashflows sind allerdings auch stark. Die Cash Conversion Rate liegt bei über 65 Prozent. Trotz der Verschuldung verfügt Wirecard weiterhin über ein Nettofinanzguthaben. Ich würde mir nur Sorgen machen, wenn der Cashflow negativ wäre bzw. nicht im Einklang mit den Ergebnissen steht und Wirecard ständig Kapitalerhöhungen platzieren würde. Das wäre ein Alarmzeichen".

Schließlich hat Börsenexperte Glaser einen Tipp für Wirecard-CEO Markus Braun, wie er den Schuldenberg abschmelzen könnte: "Die letzte Kapitalerhöhung hat bei Wirecard übrigens vor über fünf Jahren stattgefunden. 367 Millionen Euro war der Erlös. 2014 erzielte Wirecard ein EBITDA von über 170 Millionen Euro, für 2019 werden es etwa 800 Millionen Euro sein. Dennoch empfehlen wir CEO Braun das Geld aus der Transaktion mit der Softbank unter anderem auch für die Reduktion der Verbindlichkeiten zu nutzen, bevor größere Aktienrückkaufprogramme damit durchgeführt werden", so Glaser.

Quellen:

Wirecard

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