Was für weitere Kursgewinne im DAX passieren muss

Gastautor: Sven Weisenhaus
04.07.2019, 09:24  |  1068   |   |   

Die Wirtschaft der Eurozone scheint weiter Fahrt aufnehmen zu können. Darauf deutet zumindest der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex hin, der die Industrie und den Dienstleistungssektor zusammenfasst (Composite-PMI). Für den Monat Juni ist dieser um 0,4 Punkte auf 52,2 angestiegen. Damit hat sich die moderate Aufwärtstendenz fortgesetzt, die bereits im Februar begonnen hat und damit nun schon seit 5 Monaten anhält. Und der aktuelle Wert ist sogar der höchste binnen 7 Monaten.

IHS Markit-Einkaufsmanagerindex der Gesamtwirtschaft in der Eurozone

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Allerdings ist der leichte Aufschwung weiterhin nur dem Dienstleistungsbereich zu verdanken, der laut IHS Markit so gut lief wie zuletzt vor acht Monaten (Service-Index: 53,6 Punkte, nach 52,9 im Mai). Die Industrieproduktion wurde dagegen laut IHS Markit zum fünften Mal in Folge reduziert. Und dabei fiel der Rückgang erneut so stark aus wie selten zuvor in den zurückliegenden sechs Jahren. Zudem wird auch die Auftragslage von den Industrie-Managern schlechter eingeschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone dürfte daher im 2. Quartal 2019 nicht stärker gewachsen sein als die 0,4 % des 1. Quartals. Aufgrund der Aufholeffekte im 1. Quartal könnte das BIP-Plus im 2. Quartal sogar wieder niedriger ausfallen.

Eurozone und Deutschland: Dienstleister hui, Industrie pfui

Ähnlich sieht es in Deutschland aus. Der Composite-Index notiert zwar mit 52,6 Punkten im Juni auch hier weiterhin deutlich oberhalb der Schwelle von 50 Zählern, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird.

IHS Markit-Einkaufsmanagerindex der Gesamtwirtschaft in Deutschland

Allerdings konnte der Index damit nicht weiter zulegen. Und damit ist der Aufwärtstrend hier, im Gegensatz zur Eurozone, noch nicht sehr ausgeprägt. Aber immerhin scheint der Abwärtstrend im März ausgelaufen zu sein. Für das BIP-Wachstum zeichnet sich damit auch in Deutschland für das 2. Quartal ein Wert von etwas weniger als den +0,4 % des 1. Quartals ab.

Einkaufsmanagerdaten passen zum Verlauf der Aktienmärkte

Anders als das ifo-Geschäftsklima (siehe Börse-Intern vom 25. Juni) passen die Einkaufsmanagerdaten sehr gut zum Kursverlauf der Aktienindizes. Denn sowohl der DAX als auch der Euro STOXX 50 hatten ja Ende Dezember 2018 ihr Tief erreicht. Ihnen folgten wenig später die Einkaufsmanagerindizes als Frühindikatoren.

Und so kann man die Frage aus der Börse-Intern vom 25. Juni, „ob der diesjährige Anstieg des DAX noch gerechtfertigt ist“, mit Blick auf die Einschätzungen der Einkaufsmanager mit „ja“ beantworten. Zumal der Composite-PMI für Deutschland schon im Mai sein Niveau vom November vergangenen Jahres überschritten (siehe Grafik oben) und der DAX passend dazu Anfang Mai das Kursniveau von Ende September vergangenen Jahres zurückerobert hat (siehe gelber Pfeil im folgenden Chart).

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