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Martin Siegel: „Der Goldaufschwung steht auf wackligen Füßen“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
04.07.2019, 09:30  |  776   |   |   
Der Goldpreis erlebt momentan einen Höhenflug. Martin Siegel, Edelmetallexperte bei Stabilitas, sieht allerdings gleich mehrere Gründe, die gegen eine wirklich nachhaltige Goldhausse sprechen. Hier wirft der Edelmetallexperte einen Blick auf aktuelle Trends im Rohstoffsektor. Der Edelmetallsektor erlebt aktuell eine spannende Phase. Während Silber mit +2,7 Prozent und einem Monatsschlusskurs von 15,32 US-Dollar pro Feinunze weiterhin vor sich hindümpelt, legte Gold auf Monatssicht 6,4 Prozent zu. Der Schlusskurs lag im Juni bei 1.409 US-Dollar und damit nur knapp unterhalb eines neuen 6-Jahres-Hochs.
Gold sendet derzeit sehr widersprüchliche Signale. Einerseits wurde die wichtige Marke um 1.380 US-Dollar geknackt. Zusammen mit dem zwischenzeitlichen 6-Jahres-Hoch ist das ein klares charttechnisches Kaufsignal. Auf der anderen Seite sprechen mehrere Entwicklungen gegen eine nachhaltige Goldhausse. Sowohl die Preise für Silber wie auch für die Minenaktien sind weniger stark gestiegen, als es bei einer gesunden Edelmetallhausse zu erwarten wäre. Zusätzlich sind Privatanleger aktuell beim physischen Metall mehrheitlich auf der Verkäuferseite. Das bedeutet, dass der Goldaufschwung auf eher wackligen Füßen steht.
Platin erholte sich nach einem schwachen Vormonat und schloss mit +1,5 Prozent bei 836 US-Dollar. Palladium entwickelte sich indes wieder positiv. Es beendete den Monat bei 1.540 US-Dollar, was einem satten Plus von 16 Prozent entspricht. Damit nimmt Palladium wieder Kurs auf sein Allzeithoch um 1.610 US-Dollar von März diesen Jahres. Die Palladium-Korrektur in den letzten Monaten erscheint angesichts des anhaltenden Angebotsdefizits übertrieben. Der drastische Einbruch scheint eher auf Spekulationen an den Terminmärkten hinzudeuten.
Die Aktien der Minengesellschaften legten im vergangenen Monat moderat zu, konnten aber mit der Goldpreisentwicklung nicht mithalten. Die Goldminenaktien entwickeln sich parallel zum Gold aufwärts, zeigen aber nicht den bei einer breit angelegten Aufwärtsbewegung typischen Vorlauf und Hebel auf den Goldpreis.
Alle Basismetalle legten im Juni zu. Einzige Ausnahme war Zink (-1,8 Prozent). Blei (+5,9 Prozent), Aluminium (+2,0 Prozent), Nickel (+6,5 Prozent) und Kupfer (+2,9 Prozent) notierten im Plus.
Brent-Öl ist wieder auf Erholungskurs. Das schwarze Gold verteuerte sich um 8,6 Prozent auf 66,55 US-Dollar pro Barrel und machte seine Verluste aus dem Vormonat teilweise wieder wett. Bei Öl sind aktuell zwei Entwicklungen zu beobachten. Einerseits spiegelt sich in der Ölpreiserholung die gute konjunkturelle Lage wider. Andererseits wird vermutet, dass die Opec ihr Produktionslimit verlängert oder ausweitet. Beide Entwicklungen wirken sich positiv auf den Preis aus.

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