Consumer Healthcare Branche leidet unter Preisdruck

Nachrichtenagentur: news aktuell
16.09.2019, 12:45  |  170   |   |   
Köln (ots) - Die diesjährige Global Pricing Study zeigt: Obwohl
die Consumer Healthcare Industrie als Schnittstelle zwischen
Gesundheitswesen und der Konsumgüterbranche beiden Bereichen sehr
nahe ist, gibt es doch auffällige Unterschiede beim Thema Pricing,
Preiskampf und Digitalisierung.

Zwei Drittel der Unternehmen sehen branchenübergreifend den
Vertrieb als Haupttreiber für ihr Wachstum, da ist auch der Bereich
Consumer Healthcare (CHC) keine Ausnahme. Doch die CHC-Unternehmen
messen dem Pricing eine höhere Bedeutung bei, als andere Industrien:
Über 20 Prozent setzen in den nächsten zwei Jahren auf den Preis als
größten Treiber für künftiges Wachstum. Im Vergleich zur nahen
Konsumgüterindustrie ist das erstaunlich, hier sehen nur 8 Prozent
der Unternehmen die Stellschraube Preis als Gewinngarant. Das zeigen
die Ergebnisse der Global Pricing Study 2019* der globalen Strategie-
und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners.

Beeindruckend ist der Anteil der Unternehmen, die in diesem Jahr
eine Preiserhöhung anvisieren: Insgesamt wollen 85 % der
CHC-Unternehmen ihre Produkte zu einem höheren Preis auf den Markt
bringen. Christian Rebholz, Partner in der globalen Life
Sciences-Division bei Simon-Kucher & Partners und Experte für
Consumer Healthcare, dazu: "Eine beeindruckende Zahl, die jedoch
kritisch zu betrachten ist. Unsere Zahlen zeigen nämlich auch, dass
im letzten Jahr zwei Drittel der Unternehmen lediglich die Hälfte der
geplanten Erhöhungen auch wirklich umgesetzt haben. Dies liegt häufig
entweder an einer unspezifischen Preiserhöhung nach dem
Gießkannenprinzip oder an einer schlecht vorbereiteten Umsetzung im
Vertrieb." In der Konsumgüterbranche liegt die Durchsetzungsrate
sogar noch niedriger, hier schafften es nur rund 20 Prozent der
Befragten die geplanten Preise zu erreichen.

Die Branche fordert sich heraus

Eine interessante Tendenz zeigt auch der brancheninterne
Preiskampf. Obwohl sich mit 72 Prozent weniger CHC-Unternehmen einem
Preisdruck ausgesetzt fühlen als noch vor zwei Jahren, steigt der
Preisdruck. Fast drei Viertel der Unternehmen sind in einen
Preiskampf verwickelt, davon gibt sogar über die Hälfte an, diesen
Preiskampf bewusst selbst initiiert zu haben. Ein rasanter Anstieg
verglichen mit der Global Pricing Study aus dem Jahr 2017. "Das ist
eine besorgniserregende Entwicklung. Die Unternehmen sollten darauf
achten, den Preis hier nicht nur als Instrument zur kurzfristigen
Marktanteilsgewinnung zu betrachten, sondern vor Allem die
langfristigen Steigerung des Brand Value im Auge haben.", so Dr.
Clemens Oberhammer, Partner bei Simon Kucher.

Digitalisierung soll Wachstum fördern
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