Kunden massiv verärgert Ärger über Flatex-Gebühren: Nach dem „Marketingdesaster“ kommt die Zweiklassengesellschaft

24.01.2020, 13:02  |  44788   |  10   |   

Neuer Ärger für Flatex-Kunden: Nachdem der Online-Broker kurz vor Weihnachten angekündigt hatte, Depotgebühren in Höhe von 0,1 Prozent p.a. einführen zu wollen, rudert das Unternehmen nun zurück und verspricht sinkende Preise. Aber nicht für alle. Einblick in die Zweiklassengesellschaft à la Flatex:

Das Gebührenchaos bei Flatex geht in die nächste Runde. Wegen der massiven Kritik an Preiserhöhungen und der schlechten Kommunikation, ziehen die Flatex-Chefs die Notbremse und ändern (schon wieder) das „Preis- und Leistungsverzeichnis“. Dabei wurde erst vor wenigen Wochen eine neue Gebühr auf Wertpapierdepots angekündigt, die vor allem vermögenden Kunden nicht geschmeckt haben dürfte (wallstreet:online berichtete).

Das Nebenwerte-Magazin bezeichnete den Vorgang im Dezember 2019 als „Marketingdesaster“ und fragte zu Recht, ob Flatex den deutschen Markt schon aufgegeben habe. Auch in zahlreichen Foren ließen die User kein gutes Haar an der Strategie von Flatex. Viele Nutzer fühlten sich nur ungenügend informiert und denken nun offenbar über einen Broker-Wechsel nach – Geldanlage ist schließlich Vertrauenssache.

Ein wesentlicher Punkt, der zum Umdenken bei Flatex geführt haben dürfte und der in der Debatte immer wieder zu lesen war, ist die starke Konkurrenz durch Smartbroker – dem neuen Full-Service-Anbieter der wallstreet:online capital AG. Der Smartbroker bietet genau das, was die meisten Flatex-Kunden vermissen: Transparenz sowie eine klare, verlässliche und faire Preispolitik. Denn Smartbroker-Kunden zahlen eine Flatfee in Höhe von 4 Euro pro Order. Zudem gibt es keine Depotgebühren und kein fixes Handelsplatzentgelt. Anleger profitieren zudem von kostenlosen Sparplänen, der umfassenden Einlagesicherung und einem persönlichen Ansprechpartner (+49 30 275 77 64 64 – von 8 bis 20 Uhr)

Flatex versucht nun mit nachgebesserten Konditionen zu retten, was kaum zu retten ist. Der Broker reagiert auf das starke Wachstum von Smartbroker, der erst kürzlich von brokervergleich.de mit der Bestnote im Broker-Test ausgezeichnet wurde. Vor wenigen Tagen erhielten Flatex-Kunden eine Mail, in der das Unternehmen ankündigte, ab März keine Gebühren für ausländische Dividendenzahlungen zu verlangen. Außerdem sollen sich die Orderkosten im ausländischen Börsenhandel von 15,90 auf 5,90 Euro reduzieren. Immerhin, möchte man denken, doch die Sache hat leider einen Haken:

In dem offiziellen Statement heißt es: „Darüber hinaus richten wir für unsere besonders handelsaktiven Kunden zum 1. März 2020 den neuen Flatex VIP Club mit vielen Sonderaktionen und weiteren Gebührenvorteilen ein.“ Im Klartext bedeutet das nichts weniger als eine Zweiklassengesellschaft bei Flatex. Und um das Chaos perfekt zu machen, vertröstet der Flatex-Chef die eigenen Kunden auf weitere „Details“, die in den „nächsten Wochen“ zur Verfügung gestellt werden sollen. Wann und was das sein soll, ist unklar. Man darf schon jetzt auf das Kleingedruckte gespannt sein. Offen ist zum Beispiel, wer in den VIP Club aufgenommen wird und welche Umsätze dafür nötig sind.

Smartbroker-Chef Thomas Soltau versichert auf Nachfrage von IR-News: „Smartbroker und unsere Firmengruppe setzen sich konsequent für die Anleger ein. Smartbroker ist ein Produkt, das aus der Finanzcommunity entstanden ist und nach ihren Wünschen gestaltet wurde. Wir behandeln alle Kunden gleich und arbeiten stetig daran, besonders günstige Konditionen anbieten zu können.“

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10 Kommentare

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Kommentare

Ich bin als flatex-Kunde mit deren Gebührenpolitik nicht einverstanden. Bin Kleinaktionär (im Rentenalter). VIP-Club kommt für mich sicher nicht in Frage. Bei flatex sind die Leute in der Hotline auch nicht zufrieden. Aber entschieden wird ohne Rücksicht auf Kunden im Vorstand. Beschwerden prallen ab. Sie "beobachten den Markt und sind immer noch günstig". Na ja
Falls Wechsel zu smartbroker: wo ist da der Haken? Früher oder später kommt er auch.
Die Sparkasse Ulm -wohl wissend, dass es mit allem Drum und Dran schwierig ist, die Alltagsbank zu wechseln- hat die Kontoführungsgebühr um 27 % erhöht. Und das Filialnetz ausgedünnt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Den Vorstand Dr. Bill (der heißt wirklich so) juckt das nicht.
Mit der Einführung des Negativzinses war für mich klar, dass es mit Flatex nichts mehr wird. Damit war ich schon frühzeitig weg und kann allen anderen nur raten dasselbe zu tun. Übrigens könnten auch deGiro-Kunden betroffen sein, da der Laden von flatex übernommen wurde und das Geld ebenfalls auf einem separaten Bankkonto lagert. Ein Wechsel dauert dank Videolegitimation heutzutage kaum mehr als 10 Minuten.

Die Smartbrokerwerbung geht mir ziemlich auf den Geist. das hat sich WO bei finanzen.net abgeschaut - obwohl dort wird wenigstens immer auf einen Vergleich hingearbeitet (letzter aus FINANZTEST 11/2019) in dem selbstverständlich das hauseigene finanzen.net brokerage als Sieger hervorgeht. Smartbroker, Traderepublic und Co. tauchen dort natürlich nicht auf ;-)

Schönen Sonntag
Auch ich war Kunde Kunde von Flatex. Wohl nicht gut genug.
wallstreet:online macht Werbung den eigenen Broker. Übrigens auch andere Info-Portale. Finde ich absolut in Ordnung. Wenigstens zeigt man dadurch Bemühen um die Kundschaft.
Ganz anders Flatex.
Ich habe verstanden, dass man als Kunde mit einem Depot - auch mit signifikantem Volumen - nicht willkommen ist, wenn man aus Sicht von Flatex nicht oft genug (<1.000 Trades pro Jahr) handelt, also kostenpflichtige Transaktionen durchführt. Auch habe ich verstanden, daß bares Geld auf dem Verrechnungskonto ganz schlecht ankommt und ab dem ersten! Euro - bei größeren Summen signifikant - belastet wird.
Die Kommunikation der Preiseinführung, sowohl Negativzins als auch Depotgebühr, war gewohnt unglücklich und wie immer nur online, ganz nach dem Motto, hoffentlich bekommen es die wenigsten mit.
Verbesserungsvorschläge wie z.B. eine Fuktion für den Massen-Download von Dokumenten oder die Suchfunktion und Filterfunktion für Dokumente oder eine bessere Funktion zum Setzen von Stops hat man konsequent ignoriert und stattdessen lieber auf eine Erneuerung der alten, funktional aber völlig ausreichenden Web-Oberfläche gesetzt.
Am spannendsten finde ich aber eigentlich, dass man DEGIRO und dessen Kunden übernimmt, aber nach derzeitigem Stand angeblich nicht plant, die oben genannten Gebühren und Kosten bei den Kunden von DEGIRO einzuführen. Mein Fazit: Solide Bestandskunden sind blöd, handeln zu wenig, haben zu viel Geld auf dem Verrechnungskonto und liefern zu wenig Gebühren (Anmerkung: zur Finanzierung der DEGIRO Übernahme?).
Auch eine Einflussnahme auf die aktuelle Steuergesetzänderung von unserem allseits beliebten Finanzminister Scholz zugunsten von Aktionären und Tradern (Verlustverrechnung und -vortrag) hätte ich mir von einem "Trading-Broker" wie Flatex erhofft. Leider Fehlanzeige.

Aufgrund dessen, habe auch ich mich dazu entschlossen mein Depot in signifikanter Größenordnung, kurzfristig zu einem anderen Anbieter zu verlagern.
Ich hoffe andere tun es ebenso und Flatex - bis zur Einführung des Negativzinses war ich recht zufrieden - merkt, wie grottenschlecht die Kundenstrategie ist.
Für die, die weg sind, ist es dann halt zu spät. Aber Bestandskunden sind ja eh Scheiße.
ich habe Verständnis dafür, dass wallstreet:online für seinen eigenen Smartbroker Werbung macht. Flatex schadet sich selbst durch seine neuen Depotgebühren und sein mieses Taktieren und seine vagen Versprechungen für Verbesserungen in der Zukunft. Was Flatex sich seit Ende Dezember an Schurkereien gegenüber seinen Kunden leistet, ist eine Frechheit und muss abgestraft werden, indem die Kunden Flatex den Rücken kehren und zu fairen Brokern und Banken wechseln; Smartbroker ist sicherlich einer davon, den ich empfehlen kann.
Thats Business, wenn eine Finanzcommunity in dieser Situation Werbung für ihren eigenen Broker macht. Mich nervt es auch nicht, schließlich suchen gerade sehr viele einen neuen Broker.

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