Zehn Gründe, warum aktives Investieren schlecht funktioniert

10.02.2020, 15:04  |  537   |   |   

Zusammenfassung

In diesem Beitrag zeigen wir, dass neben dem gängigsten Argument gegen aktives Investieren – der Efficient-Market-Hypothese – neun weitere Argumente existieren, die zwar eher unbekannt sind, die aber ebenfalls zur Überlegenheit des Passiv-investieren-Ansatzes beitragen.

Aus der Helikopterperspektive betrachtet, existieren eigentlich nur zwei Grundformen von Investieren: "Aktiv" und "passiv". Die meisten Menschen assoziieren Investieren und Vermögensbildung quasi automatisch nur mit Aspekten, die zu aktivem Investieren gehören. Aktives Investieren ist "das, was alle machen", nämlich Stock Picking, Market Timing oder eine Mischung aus beidem.

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Aktiv investieren heißt, Geld anlegen mit dem bewussten oder unbewussten Ziel, ein im Vergleich zum relevanten Markt oder zur relevanten Asset-Klasse besonders attraktives Investment zu tätigen. Aus der praktischen Perspektive eines Privatanlegers bedeutet das, Geld entweder selbst aktiv zu investieren oder einen Banker, Vermögensverwalter oder Fondsmanager gegen Bezahlung damit zu beauftragen. Der weltweite Marktanteil aktiven Investierens dürfte – korrekt berechnet – bei etwa 98% liegen (Kommer, 2019). Ein passiver Anleger will den Markt nicht schlagen, sondern investiert auf Buy-and-Hold-Basis in den ganzen Markt und nutzt dazu kostengünstige Indexfonds bzw. ETFs.

Aktives Investieren hat unter anderem deswegen einen so hohen Marktanteil, weil es einem zentralen Grundmerkmal der menschlichen Psyche entspricht, das in den letzten 10.000 Jahren von der Evolution in unsere DNA hineingebacken wurde: Fast alle unter uns wollen besser sein als die anderen. Beim Investieren sind die anderen der Markt. Aktives Investieren fühlt sich normal, natürlich und selbstverständlich an. Dennoch bringt es ein großes Problem mit sich: Es funktioniert ziemlich schlecht. 

Eine deutliche Mehrheit aller aktiven Investoren – je nach Studie über 90%– liegt für ein gegebenes Zeitfenster (z. B. das Kalenderjahr 2019, die letzten fünf Jahre oder die 20 Jahre von 1970 bis 1989) unter ihrer passiven Benchmark, also einem nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vergleichbaren Index, der einfach nur auf Buy-and-Hold-Basis den Markt bzw. die Asset-Klasse abbildet.

Die Minderheit der aktiven Anleger, die für das betreffende Zeitfenster ihre passive Benchmark geschlagen hat, hat das vermutlich aus Zufall getan. Man kann das recht verlässlich schlussfolgern, weil diese Minderheit der Outperformer im nächsten äquivalenten Zeitfenster aus anderen Gewinnern bestehen wird. Aus der Existenz und Zusammensetzung der Minderheit lässt sich nichts für die Zukunft ableiten. Die wissenschaftlichen Untersuchungen, die das seit rund 60 Jahren immer und immer wieder neu und überzeugender belegen, sind längst nicht mehr zählbar. 

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