Abgasskandal Vergleichsangebot in Verfahren um Musterfeststellungsklage: Was VW-Kunden jetzt tun sollten

05.03.2020, 14:41  |  2507   |   |   

Mit der Einigung vom 28. Februar 2020 sind die Vergleichsverhandlungen zwischen Volkswagen und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Abgasskandal beendet. Was passiert nun? Was müssen Verbraucher jetzt tun?

Der Wolfsburger Autobauer und die Verbraucherschützer haben sich auf eine Entschädigungssumme von 830 Millionen Euro geeinigt, die an die rund 260.000 berechtigten Teilnehmer an der Musterfeststellungsklage (MFK) verteilt werden sollen. Mit den Vergleichsangeboten, die VW den betroffenen Kunden unterbreitet, ist die MFK gegen Volkswagen beendet und wird Ende April zurückgenommen.

Diese VW-Kunden erhalten im Rahmen der MFK ein Vergleichsangebot

Verbraucher, die überlegen, das Vergleichsangebot von Volkswagen anzunehmen, sollten zunächst prüfen, ob sie überhaupt berechtigt sind. Denn: Es haben sich insgesamt gut 450.000 VW-Kunden ins Klageregister eingetragen, doch laut Schätzungen erfüllen nur rund 260.000 Teilnehmer die Kriterien, um tatsächlich ein Angebot zu bekommen. Grundsätzlich berechtigt sind Verbraucher, die:

  • im Klageregister zur Musterfeststellungsklage gegen VW vom Bundesamt für Justiz eingetragen sind
  • sich als Privatpersonen im Klageregister eingetragen haben und nicht als Unternehmen
  • ein Volkswagenfahrzeug besitzen, in das ein Dieselmotor EA189 verbaut ist
  • das betreffende Fahrzeug vor dem 31. Dezember 2015 gekauft haben
  • zum Zeitpunkt des Fahrzeugkaufs in Deutschland gemeldet waren
  • noch keinen Vergleich mit VW getroffen oder ein Urteil gegen den Autobauer erstritten haben

 

Nur wer all diese Punkte erfüllt, erhält ein Vergleichsangebot von Volkswagen. Alle übrigen Verbraucher können mit einer Einzelklage gegen VW vorgehen.

So können Verbraucher das VW-Vergleichsangebot einholen

Mitte März wird Volkswagen ein Schreiben an die im Klageregister eingetragenen Verbraucher verschicken, um über ihre Ansprüche und die nächsten Schritte zu informieren. Im Schreiben wird eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) mitgeteilt, mit der sich der Verbraucher auf einer demnächst freigeschalteten Online-Plattform anmelden kann. Über diese Plattform sollen die Vergleiche mit den Kunden abgewickelt werden. Auf der Online-Plattform werden zunächst einige Daten abgefragt, wie Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) und Kaufdatum des betreffenden Fahrzeugs. Dann erfährt der VW-Kunde, ob er zu den Berechtigten gehört und welche Entschädigungssumme ihm die Volkswagen AG anbietet. Wer den Vorgang nicht über die Online-Plattform erledigen möchte, kann auch in einem parallel eingerichteten Call-Center anrufen.

Seite 1 von 4


Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Abgasskandal Vergleichsangebot in Verfahren um Musterfeststellungsklage: Was VW-Kunden jetzt tun sollten Mit der Einigung vom 28. Februar 2020 sind die Vergleichsverhandlungen zwischen Volkswagen und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Abgasskandal beendet. Was passiert nun? Was müssen Verbraucher jetzt tun? Der Wolfsburger Autobauer und …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel