Betrugsfall im Bundestag Wirecard-Skandal: Was wussten die Minister Scholz und Altmaier?

Gastautor: Roland Klaus
29.07.2020, 08:36  |  9559   |   |   

Jetzt landet der Wirecard-Skandal mitten im Bundestag. Heute werden sich Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Finanzausschuss zu diesem Thema erklären. Die Sache ist hochbrisant – auch für Anleger, die auf Schadensersatz hoffen.

Zwei Minister unter Beschuss wegen eines Aktiencrashs – das ist eine Premiere im deutschen Bundestag. Scholz und Altmaier werden sich heute unangenehmen Fragen stellen müssen. Warum hat die Bafin so wenig erreicht? Was wusste die Kanzlerin und warum betrieb sie für Wirecard Lobbyarbeit in China? Was diskutierte der Finanzminister noch vor wenigen Monaten in einem Gespräch mit Wirecard-Chef Braun?

Besonders für Scholz kommt die Sache zur Unzeit. Immerhin wird er als SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl im nächsten Jahr gehandelt. Ob er nach den Wirecard-Enthüllungen noch als Kanzlerkandidat zu halten sein wird, ist offen.

Spannend ist das Thema auch für alle Anleger, die mit Wirecard viel Geld verloren haben. Denn die Finanzaufsicht Bafin könnte sich schadensersatzpflichtig gemacht haben. Gegen die Bafin läuft eine Klage wegen Amtsmissbrauchs. In diesem Verfahren wird Schadensersatz für die Kursverluste verlangt, die Anleger mit Aktien, Anleihen und Derivaten auf Wirecard erlitten haben.

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Brisant ist in diesem Zusammenhang, dass Bafin-Chef Felix Hufeld nun eine Falschaussage in Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um die Wirecard-Aktivitäten in Singapur einräumen musste. Ursprünglich hatte er Anfang Juli 2020 im Finanzausschuss gesagt, seine Behörde warte immer noch auf Informationen aus dem Stadtstaat. Nun stellt sich heraus: Singapur hatte die Bafin bereits seit Anfang 2019 mit Informationen zum Thema Wirecard versorgt. Hat die Bafin also hier geschlampt? Auch das ist eine Frage, die in Zusammenhang mit den Schadensersatzforderungen der Wirecard-Aktionäre von Belang sein wird.

Anleger, die mit Aktien und Derivaten von Wirecard Geld verloren haben, sollten sich daher hier über ihre Rechte auf Schadensersatz informieren. Neben der Bafin kommen auch der langjährige Wirschaftsprüfer von Wirecard, EY Ernst & Young sowie das Wirecard-Management als Schadensersatzpflichtige in Frage. Daneben stehen die Chancen gut, trotz der Insolvenz der Wirecard AG zumindest eine teilweise Zahlung durch den Insolvenzverwalter zu erhalten.

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7 Kommentare

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Kommentare

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31.07.20 20:50:21
Zitat von Ulf-Noerdlinger: Sind die "Spitzenpolitiker", die noch niemals einen ehrenwerten Beruf ausgeübt haben kriminell oder nur dumm?

Das Eine schließt doch das Andere nicht aus.
Die strafrechtliche Verfolgung der FT-Journalisten war jedenfalls eindeutig kriminell.
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31.07.20 13:57:50
Zitat von lieberwiedernichtstattwiderlic: erklärt natürlich einiges - also kann man Ihnen gar keinen Vorwurf machen. Die haben mir gelernt für ihr handeln Verantwortung zu übernehmen. Zeit wird es...


Da gibt es leider ein starkes Missverhältniss von Bezahlung und Konsequenzen bei Fehlern.

Jedem Schweisser, Kassierer oder Elektriker drohen bei Fehlern schwerwiegender Konsequenzen, bis hin zur Haft.
Entlassung sowieso und in dem Fall ohne Abfindungen oder Weiterzshlung irgendwelcher Pensionen.

Schlimmer noch ist allerdings die grundsätzliche Praxis, solche Ämter mit fachlich ahnungslose Personal zu besetzen.
Da wird dann auch mal eine Bundeswehr zur Lachnummer herumtrrhewirtschsftet, eine Energiewende ohne vorhandene technische Voraussetzungen durchgeprügelt oder die Polizei kaputtgespart.
Manche der Helden haben ihren Posten noch, andere würden zur EU-Kommission strafversetzt. Läuft doch.
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31.07.20 11:51:08
erklärt natürlich einiges - also kann man Ihnen gar keinen Vorwurf machen. Die haben mir gelernt für ihr handeln Verantwortung zu übernehmen. Zeit wird es...
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31.07.20 11:47:30
... man könnte fast lachen wenn es nicht so traurig wäre.
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31.07.20 11:40:13
90 % wollen es so. :-)

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