Angst vor Schadensersatz EY als Aufklärer im Wirecard-Skandal? Lächerlich!

Gastautor: Roland Klaus
17.09.2020, 08:21  |  6999   |   |   

Der Druck auf den Wirecard-Wirtschaftsprüfer EY wird immer größer. Jetzt versucht sich das Unternehmen als Aufklärer im Wirecard-Skandal darzustellen. Das ist lächerlich. Die Chancen für geschädigte Anleger auf Schadensersatz dürften sehr hoch sein.

Mehr als zehn Jahre hat EY (früher Ernst&Young) die Bücher und Bilanzen des Skandalunternehmens Wirecard geprüft. Das ist im Wirtschaftsleben eine kleine Ewigkeit. Im Fall vom Wirecard bedeutet es den Aufstieg vom kleinen Fintech bis zum DAX-Unternehmen.

Kein Wunder, dass EY nun am Pranger steht, wenn es darum geht, die (Mit-)Schuldigen des Wirecard-Betrugs zu identifizieren.  Zwar gab es über all die Jahre immer wieder kritische Berichte über die Seriosität von Wirecard. Doch keinen dieser Berichte nahm EY offenbar zum Anlass, richtig genau hinzuschauen. Denn erst eine Sonderprüfung des EY-Konkurrenten KPMG brachte letztlich das Kartenhaus zum Einsturz.

Umso lächerlicher wirkt nun der Versuch von EY, sich als Aufklärer in Sachen Wirecard aufzuspielen. In einem Brief an Kunden schreibt EY-Chef Carmine Di Sibio, man habe den „Betrug erfolgreich aufgedeckt“. Andererseits sei man jahrelang Opfer eines hochkomplexen, kriminellen Netzwerks geworden.

Sehr erstaunlich, dass Journalisten und Leerverkäufer dieses Konstrukt seit Jahren durchschauen und anprangern konnten. EY dagegen, das als Wirtschaftsprüfer den besten Zugang zum Zahlenwerk von Wirecard hatte, konnte dagegen die Warnzeichen nicht richtig erkennen – ernsthaft? Oder wollte man bei EY das Problem nur nicht sehen – aus Angst, einen lukrativen Kunden zu verlieren?

Nun hat EY wahrscheinlich sehr viel mehr verloren. Seinen Ruf, etliche Kunden – und sehr wahrscheinlich auch einen großen Geldbetrag, den EY als Schadensersatz an Wirecard-Anleger zahlen wird. Denn die Chancen für Wirecard-Geschädigte auf Schadensersatz dürften sehr gut sein. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass wir bei der Interessengemeinschaft Widerruf eine Prozessfinanzierung organisiert haben, bei der Anleger ohne Kostenrisiko auf Schadensersatz klagen können.

Lediglich im Erfolgsfall – und nur dann! – wird ein Erfolgshonorar von 20 Prozent des erstrittenen Schadensersatzes fällig. Ohne Schadensersatz gibt es bei diesem Modell auch keine Kosten. Die Tatsache, dass ein namhafter Prozessfinanzierer bereit ist, die Kosten eines Rechtsstreits zu übernehmen, zeigt, wie hoch er die Aussichten auf Erfolg einschätzt.

Denn ein Prozessfinanzierer prüft sehr genau die Chancen und Risiken eines Falls. Geht die Klage nämlich verloren, so bleibt er auf den Kosten des Rechtsstreits sitzen. Anleger können bei der Interessengemeinschaft Widerruf kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, welches Vorgehen im Fall Wirecard für sie in Frage kommt und ob sie sich für die Prozessfinanzierung qualifizieren.  

Zu den verschiedenen Möglichkeiten des Vorgehens zählt einerseits die Klage gegen den Wirtschaftsprüfer EY, entweder mit Hilfe einer Rechtsschutzversicherung, auf eigenes Risiko oder im Rahmen der Prozessfinanzierung. Andererseits gibt es die Möglichkeit für Anleger, ihren Schaden im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG anzumelden. Hierzu läuft eine Frist bis zum 26. Oktober 2020. Leider ist die Anmeldung der Ansprüche im Insolvenzverfahren nicht ganz einfach. Auch hier ist anwaltliche Unterstützung sinnvoll, die wir ebenfalls bei der IG Widerruf anbieten. Über das konkrete Vorgehen und die Kosten informieren sich Wirecard-Geschädigte am besten über die kostenlose Prüfung hier.

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1 Kommentare

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Kommentare

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17.09.20 12:51:52
Neben EY haftet auch die BRD, vertreten durch den BMdF und dieser vertreten durch die BaFin. War da nicht was mit dem Haftungsprivileg? Ah ja richtig. Aber wer ein guter Jurist ist, weiß, daß Verfassungsrecht nicht durch einfachgesetzliche Normen ausgehebelt werden kann! Und aus der Verfassung ergibt sich die Pflicht des Staates seine Bürger zu schützen - so auch dann der jeweilige Amtseid der Regierungsmitglieder und Beamten! Also wenn keine andere staatliche Instanz zuständig war, so fällt das auf die BaFin zurück.
Darüber hinaus hat die BaFin aber nicht nur ihre Pflichten versäumt, vielmehr hat sie sich sogar zur Partei der Wirecard AG gemacht und dadurch hunderttausende Anleger ins Verderben gelockt! damit ist die Staatshaftung nur noch eine rein rhetorische Frage!

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