Grüne Investoren für die Lausitz – Gemeinde setzt ein Zeichen und schafft Planungssicherheit

Gastautor: Rainer Brosy
10.12.2020, 12:17  |  539   |   |   

Grüne Investoren für die Lausitz – Gemeinde setzt ein Zeichen und schafft Planungssicherheit

So geht Strukturwandel: Die Lausitz ist nach dem Rheinischen Revier das zweitgrößte Braunkohlenabbaugebiet Deutschlands. Doch die Tage der Braunkohle sind gezählt, der Ausstieg ist längst beschlossene Sache. Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) soll auf dem Weg zum Kohleausstieg von 2025 bis 2028 vom Netz gehen. Die ersten Blöcke im Kraftwerk sind bereits vom Stromnetz genommen worden. 2038 soll für die verbliebenen vier Kraftwerksblöcke in Schwarze Pumpe und Boxberg in Sachsen Schluss sein. Die Bundesregierung ließ derweil verlauten, dass Großforschungszentren den Wissenschaftsstandort Deutschland und die Kohlereviere in die Zukunft führen sollen und hat einen Ideenwettbewerb ausgerufen, um den Strukturwandel voranzutreiben.

„Mir ist wichtig, dass wir den Strukturwandel in den deutschen Kohleregionen aktiv gestalten und vor Ort die Grundlage für neue Wertschöpfungsketten und hochwertige Arbeitsplätze schaffen“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Bildung, Forschung und Innovation werden dazu beitragen, dass die Lausitz und das Mitteldeutsche Revier auch für die Zeit nach der Braunkohle gut gerüstet sind und attraktive, lebenswerte Regionen bleiben.“

Viele Ideen für die ostdeutsche Region, für die der Braunkohleausstieg ein dringend benötigter Neuanfang und damit eine große Chance sein kann.

Bild: Die Tage des Braunkohleabbaus in der Lausitz sind gezählt. Bildquelle: lausitz360 / pixabay.com

Kleine Gemeinde schreitet voran

Während andere noch reden, macht die kleine Lausitzer Gemeinde Jänschwalde, die circa 25 Kilometer nördlich von Cottbus liegt, schon einmal vor, wie es geht und beweist damit nachdrücklich, dass in Deutschland sinnvolle Planungskonzepte nicht zwangsläufig Jahrzehnte brauchen. In beeindruckender Geschwindigkeit wurde der Bebauungsplan für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet auf dem stillgelegten Flugplatz Drewitz, das erst kürzlich auf den Namen „Green Areal Lausitz“ getauft wurde, durch die Gemeindevertreter beschlossen.

CO2-neutrales Gewerbe- und Industriegebiet mit Strahlkraft

Erst Ende 2019 hat das Berliner Unternehmen Euromovement das Areal erworben und verfolgt seitdem eine innovative Idee: Auf der riesigen Gesamtfläche des ehemaligen Flugplatzes soll ein ökologisches Gewerbe- und Industriegebiet mit einer Gesamtfläche von 209 ha entstehen. Dabei sind ca. 35 Prozent der Fläche fürdie Erzeugung von regenerativer Energie (Windenergie, Photovoltaik, Wasserstoff) vorgesehen. Damit ergibt sich der Vorteil, die Green Areal Lausitz CO2 - neutral und damit nachhaltig und ökologisch betreiben zu können. Ein Vorreiterprojekt, das der Lausitz nicht nur eine Vorbildfunktion für zukunftsgewandte Entwicklungen beschert, sondern vor allem auch eine Zukunftsperspektive für die jungen Menschen in der Region schafft – schließlich sollen auf dem Areal bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Das ist Innovation und Wirtschaftsförderung im besten Sinne“, so Jochem Schöppler, Geschäftsführender Gesellschafter der Euromovement GmbH. „Hier mitten in der Lausitz entsteht mit der Green Areal Lausitz ein Vorhaben, das bundesweit seinesgleichen sucht. Statt für Braunkohle und Stagnation wird die Lausitz in Zukunft über nationale Grenzen hinaus als Vorreiterregion für Innovation und Nachhaltigkeit stehen.“

Erste Ansiedlungen sind beschlossene Sache

Aktuell wird ein ganzheitliches Energiekonzept für den Standort entwickelt. Dieses soll die regenerative Energieerzeugung sowie den Einsatz der vor Ort erzeugten Energie umfassen. Dabei sollen die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität zusammengedacht werden, sodass ein integriertes Gesamtenergiekonzept entsteht. Um dem Ökologiekonzept konsequent gerecht zu werden, plant Euromovement außerdem zur Vervollständigung der konzeptionellen Produktionskette die CO2-neutrale Logistik für Waren und Produktionsmittel und möchte den Güterverkehr vornehmlich erneuerbar, also elektrisch, umsetzen. Daher plant Euromovement für den Güterverkehr, aber auch für sich ansiedelnde Bahnlogistiker, einen Umschlagebahnhof (HUB) von 800 m Länge. Schon jetzt haben Investoren aus der Wirtschaft das Potenzial der Green Areal Lausitz erkannt. Das Schweizer Unternehmen Energy for Future hat den Vorvertrag bereits unterschrieben, weitere Abstimmungen laufen mit dem kanadischen Unternehmen Rock Tech Lithium, der B2W Holding AG sowie weiteren innovativen Unternehmen unter anderem aus Deutschland und den Niederlanden. Obligatorisch für eine Ansiedlung in dem Green Areal Lausitz sind Dach- und Teilfassadenbegrünung und entsprechende CO2-Zertifikate.

Zukunftsperspektive für die Region

„Wir freuen uns, dass nun auf dem Areal des ehemaligen Flugplatz Drewitz ein Projekt entsteht, das die Region weit nach vorne bringen wird“, so Helmut Badtke, Bürgermeister der Gemeinde Jänschwalde. „Die Green Areal Lausitz ist eine große Chance, nicht zuletzt sollen an dem Standort bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen, womit die Region auch zu einem Anziehungspunkt für junge Menschen wird, denen wir damit hier in der Lausitz eine Zukunftsperspektive anbieten können. Wir freuen uns schon jetzt auf das Potenzial, das die Entwicklung mit sich bringen wird.“

Und so ist die Green Areal Lausitz auch ein Hoffnungsträger für die demografische Entwicklung der Region. Denn die Lausitz hatte in der vergangenen Jahrzehnten bereits einen eklatanten Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Besonders die Bevölkerungsgruppe der zwischen 18- und 65-jährigen, die für das Arbeitsangebot entscheidend ist, hat sich in den letzten 25 Jahren um mehr als 220.000 Personen verringert. Es war bereits die Rede von der Lausitz als dem „Altenheim der Republik“. Entscheidend für den Weggang vieler besonders jüngerer Menschen, war stets die Perspektivlosigkeit in der Region. Eine Tatsache, die sich mit der Green Areal Lausitz ändern dürfte, denn solche innovativen Wegbereiter, die eine attraktive Zukunftsaussicht bieten, und grüne Unternehmen ziehen fast schon automatisch junge Menschen an.

„Ich setze große Hoffnungen auf das Vorhaben. Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Lausitz den Strukturwandel bewerkstelligen kann. Die finanziellen Anreize, die wir mit dem Strukturstärkungsgesetz geschaffen haben, sind ein wichtiger Eckpfeiler. Doch letztlich braucht es Menschen, die mit Ihren Ideen und ihrem Engagement den Boden für eine erfolgreiche Zukunft der Lausitz legen“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke.

Die Lausitz: Eine Region im Wandel. Mit Vorhaben wie der Green Areal Lausitz wird jedoch der Grundstein gelegt für eine verheißungsvolle Zukunft und Perspektiven für eine Region im Herzen Europas!

Mehr unter www.euromovement.de

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