ROUNDUP 3: Nord Stream 2 baut umstrittene Gasleitung trotz US-Sanktionen weiter
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ROUNDUP 3 Nord Stream 2 baut umstrittene Gasleitung trotz US-Sanktionen weiter

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
07.02.2021, 16:03  |  2601   |   |   

(neu: MV-Ministerpräsidentin Schwesig im 5. Absatz)

BORNHOLM/MOSKAU/SCHWERIN (dpa-AFX) - Nach einem Baustopp setzt die Nord Stream 2 AG ungeachtet von US-Sanktionen ihre Verlegearbeiten an der umstrittenen deutsch-russischen Ostsee-Gasleitung fort. "Das Pipeline-Verlegeschiff "Fortuna", das am 24. Januar die Arbeiten im Verlegekorridor in der dänischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) aufgenommen hatte, hat nach erfolgreichen Verlegetests heute mit der Weiterverlegung begonnen", teilte die Projektgesellschaft am Samstagabend mit. Die USA und mehrere EU-Staaten sind gegen das fast fertige Milliardenprojekt, weil sie eine zu hohe Abhängigkeit von russischem Gas befürchten.

Alle Arbeiten erfolgten in Übereinstimmung mit den vorliegenden Genehmigungen, teilte das Unternehmen mit. "Zum Bauablauf und den weiteren Planungen werden wir entsprechend informieren", hieß es. Schon vor gut zwei Wochen hatte das russische Spezialschiff "Fortuna" mit Vorbereitungen und Tests begonnen. Zuletzt war Ende des vergangenen Jahres ein 2,6 Kilometer langer Abschnitt in deutschen Gewässern fertiggestellt worden. Der Bau hatte zuvor ein Jahr geruht, nachdem Sanktionsdrohungen aus den USA Ende 2019 zum Abzug von Spezialschiffen einer Schweizer Firma geführt hatten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich trotz der aktuell belasteten Beziehungen zu Russland für den Weiterbau der Ostsee-Gasleitung aus. "Das eine sind seit Jahrzehnten bestehende Wirtschaftsbeziehungen und Wirtschaftsprojekte von Unternehmen, das andere sind schwere Menschenrechtsverletzungen und unsere Reaktionen darauf", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt betont, dass sie Nord Stream 2 und den Fall des Kremlkritikers Alexey Nawalny nicht miteinander verknüpfen wolle. Wegen der Inhaftierung Nawalnys werden in der EU bereits seit dem vergangenen Monat neue EU-Sanktionen gegen Russland diskutiert.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz begrüßte das Festhalten der Bundesregierung an Nord Stream 2. Es handele sich um ein "europäisches Projekt", das im Interesse vieler EU-Länder sei, sagte Kurz der "Welt am Sonntag". "Ich halte nichts davon, die notwendige Reaktion auf das Vorgehen gegen den Oppositionellen Nawalny mit dem Bau von Nord Stream 2 zu verknüpfen. Wer glaubt, dass die neue Pipeline nur im Interesse Russlands wäre, der irrt", so Österreichs Kanzler weiter. Von dem Projekt profitierten vielmehr auch Deutschland, Österreich und einige andere europäische Länder.


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Kommentare

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08.02.21 07:13:15
Zitat von Pfefferbueth: DIE WAHRHEIT: die große Mehrheit des Europäischen Parlaments ist dafür, Nord Stream 2 zu stoppen - das Symbol für den Versuch, die ukrainischen Oligarchen reicher zu machen und Russland zu schwächen!


Genau so isses.... Viele Hunde sind des Hasen Tod ! Unser spezielles urdeutsches Problem: die Regierung Merkel scheut Konflikte, wie der Teufel das Weihwasser. Und will weltweit u. in der EU beliebt sein. Und will um jeden Preis den Export deutscher Autos nach USA sicherstellen. Merkel wird daher als allererstes in der causa NS2 nachgeben. Auch ohne wirkliche Gegenleistung der USA. Oder der Ukraine, Polens, der Balt. Staaten und der übrigen Russland-Hasser. Merkel braucht keine Gegenleistung und die 8-12 Mrd. € Entschädigung an das NS2-Konsortium zahlt der dtsch. Steuerzahler aus der Portokasse. Wie nach der rechtswidrigen Abschaltung der AKWs. Und nach dem Scheitern der Ausländermaut. Und im Dtsch. Bundestag regt sich kein Widerspruch. Wie seit 15 Jahren.
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08.02.21 03:12:30
DIE WAHRHEIT: die große Mehrheit des Europäischen Parlaments ist dafür, Nord Stream 2 zu stoppen - das Symbol für den Versuch, die ukrainischen Oligarchen reicher zu machen und Russland zu schwächen!

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ROUNDUP 3 Nord Stream 2 baut umstrittene Gasleitung trotz US-Sanktionen weiter Nach einem Baustopp setzt die Nord Stream 2 AG ungeachtet von US-Sanktionen ihre Verlegearbeiten an der umstrittenen deutsch-russischen Ostsee-Gasleitung fort. "Das Pipeline-Verlegeschiff "Fortuna", das am 24. Januar die Arbeiten im Verlegekorridor …

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