ROUNDUP 3 Fresenius und FMC wollen nach Gewinnrückgang Kosten drücken

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.02.2021, 14:35  |  317   |   |   

(neu: mehr Hintergrund, Aussagen aus Bilanzpressekonferenz, Aktienkurs aktualisiert.)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Nach einem Gewinnrückgang in der Corona-Krise will der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius die Kosten senken. Da in der Pandemie vorerst wenig Licht am Ende des Tunnels in Sicht ist, steuert das Dax-Unternehmen gegen und will mit einem Bündel von Maßnahmen bis 2023 Verbesserungen beim Ergebnis nach Steuern und Minderheitsanteilen von mindestens 100 Millionen Euro jährlich erreichen, wie Fresenius am Dienstag in Bad Homburg mitteilte. Auch die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) kündigte ein millionenschweres Maßnahmenpaket an.

"Corona wird uns auch im laufenden Jahr noch vor manche Herausforderung stellen", sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm. "Umso mehr gilt es, unsere Effizienz zu steigern und damit unsere Kostenbasis zu verbessern." Neben Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wird Fresenius sein umfangreiches Konzernportfolio auf den Prüfstand stellen. Verkäufe sind damit nicht ausgeschlossen, ebenso wie personelle Konsequenzen oder die Ausdünnung des Krankenhausnetzes mit 89 Kliniken von Fresenius Helios in Deutschland. Dabei gehe es um einzelne Häuser, sofern diese kein wirtschaftlich tragbares Konzept vorwiesen. "Dies dürfte aber keine große Zahl sein", betonte Sturm auf der Bilanzpressekonferenz. Entscheidungen seien noch nicht gefallen.

Gleichzeitig will Fresenius laut Sturm Wachstumsfelder wie digitale medizinische Angebote, Heimdialyse für Nierenpatienten, das Geschäft mit Kinderwunschkliniken sowie Nachahmermedikamente von Biotech-Arzneien ausbauen. Damit rückt nach dem im Jahr 2018 geplatzten milliardenschweren Zukauf des US-Generikaherstellers Akorn womöglich wieder ein dickerer Fisch ins Visier der Bad Homburger. Fresenius werde ab 2023 dazu übergehen, "einen größeren wertsteigernden Zukauf in die Wege zu leiten", sagte der Konzernlenker. Als größere Zukäufe gelten bei Fresenius Übernahmen ab einer Milliarde Euro. Zuletzt hatte Fresenius Ende 2020 über Helios die Eugin-Gruppe übernommen, einen Anbieter von Reproduktionsmedizin.

Das angekündigte Maßnahmenpaket soll Fresenius in den Folgejahren nach 2023 noch zusätzliche Ergebnisverbesserungen bescheren. Deutlich sichtbar sollen die Früchte des Programms bereits ab dem kommenden Jahr werden. Zunächst aber rechnet der Konzern mit erheblichen Kosten für das Programm. Diese dürften sich zwischen 2021 und 2023 in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr bewegen.


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