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Im Interview Katek: „Elektronik ist der Herzschrittmacher der Innovation“

Nachrichtenquelle: 4investors
26.04.2021, 07:26  |  1095   |   |   

Beim Börsengang von Katek läuft die Zeichnungsperiode. Im Interview mit unserer Redaktion zeigt CEO Rainer Koppitz die beeindruckenden Wachstumsperspektiven des IPO-Kandidaten auf, die durch Megatrends gefördert werden.

Schon jetzt gehört das Unternehmen zu den am schnellsten wachsenden Elektronikunternehmen in Europa. Dabei ist man unter anderem in den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energien und Medizintechnik aktiv. Die Vision von Koppitz ist dabei klar. Er will ein europäisches Powerhouse aufbauen.

Katek ist am Markt bisher eine unbekannte Größe. Was machen Sie?

Koppitz: Das kommt darauf an, welchen Markt man sich ansieht. Im Elektronikmarkt sind wir aktuell die Nummer zwei in Deutschland und das am schnellsten wachsende Unternehmen in Europa. Ich bin mir sicher, auch Sie haben in Ihrem Zuhause irgendwo KATEK-Elektronik verbaut. Denn unsere Produkte stecken beispielsweise in smarten Küchengeräten, Solarpanels oder Wallboxes. Elektronik ist der Treiber von Innovation. Diese Elektronik implementieren und fertigen wir. Wir decken mit der KATEK die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung der Soft- und Hardware, über erste Prototypen der elektronischen Baugruppen und der Fertigung bis hin zu anschließender Begleitung des Prozesses beim Kunden, inklusive Logistik, After Sales und Service-Leistungen. Wir haben uns innerhalb von zwei Jahren zu einem der führenden Elektronikunternehmen in Europa entwickelt. Allein im letzten Jahr sind wir um 12 Plätze von Platz 18 auf Platz 6 aufgestiegen.

Wer gehört zu ihren Kunden?

Koppitz: Zu unseren Kunden gehören Marktführer aus unterschiedlichsten Branchen – von Elektromobilität über erneuerbare Energien bis hin zu Medizintechnik. Wir sind überall dort aktiv, wo Elektronik hochkomplex ist und wir den Unterschied machen können. Die Themen, die wir bedienen, adressieren Megatrends und stark wachsende Märkte. Zu unseren Kunden gehört zum Beispiel ein großer Sportwagenhersteller. Wir haben für das E-Modell des Produzenten die komplette mobile Ladelösung entwickelt, in 140 Ländern die entsprechenden Zertifizierungen erhalten und fertigen alles – von der Hardware bis zur Software. Eine andere Branche, in der wir uns bewegen ist der Bereich Renewables. Wir liefern für Anbieter im Bereich Heimspeicher-Solarenergie die Leistungselektronik. Auch der Bereich Healthcare ist hochrelevant für uns – wir entwickeln unter anderem Lösungen im Bereich Telecare, die es alten Menschen erlauben, länger selbstbestimmt zu leben: etwa den Notrufknopf, über den sie im Fall der Fälle Hilfe rufen können. Die Johanniter, das Rote Kreuz oder andere Helfer sehen nicht nur den Notruf, sondern erhalten direkt eine erste Anamnese des Patienten.

Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik werden von ihnen beliefert. Merken sie hier einen pandemiebedingten Aufschwung?

Koppitz: Ja, wir haben beispielsweise die Technik für ein Produkt entwickelt, das schwer kranke Corona-Patienten unterstützt, wenn selbst ein Beatmungsgerät nicht mehr hilft. Wir beliefern aber auch weitere Pandemie-relevante Firmen mit Elektronik, z.B. die führenden Hersteller von Beatmungs- und Blutanalysegeräten. Doch auch unabhängig von der Pandemie ist Medizintechnik ein Wachstumsmarkt, den wir mit unserer Elektronik beliefern und der Treiber für neue Produkte sein wird.

Wie profitieren sie vom Boom der Elektromobilität?

Koppitz: Wir haben bereits sehr früh in das Thema Elektromobilität investiert und unsere Expertise in diesem Bereich ausgebaut und vertieft. Das war in der Vergangenheit und ist in der aktuellen Lage natürlich von Vorteil. Wir sehen vermehrte Anfragen von unseren Kunden in diesem Bereich und können passgenaue und innovative Lösungen anbieten. Das wird in den kommenden Jahren eines unserer Hauptwachstumsfelder sein mit um die 50 Prozent pro Jahr.

Mindestens 80 Millionen Euro wollen sie mit dem IPO in die Kasse holen. Wie soll das Geld für das künftige Wachstum genutzt werden?

Koppitz: Nutzen wollen wir dies einerseits für die Fortsetzung des organischen Wachstums, also für die Weiterentwicklung der heutigen Geschäfte und Kunden, und andererseits anorganisch für die Akquisition weiterer Firmen auf einem stark fragmentierten Markt. KATEK ist zwei Jahre in Folge jeweils um fast 60 Prozent gewachsen und nun auf Platz sechs in Europa und Platz zwei in Deutschland unter den Elektronik-Dienstleistern. Dieses Wachstum soll fortgesetzt und weiterhin solide aus Eigenkapital finanziert werden. Dafür ist eine Kapitalerhöhung auf dem Wege eines Börsenganges der logische Weg.

Wo wollen sie sich durch Zukäufe verstärken?

Koppitz: Unsere Strategie ist es, über die KATEK Gruppe den aktuell stark fragmentierten Elektronikmarkt zu konsolidieren. Wir bieten unseren Kunden eine End-to-End-Lieferkette, in der wir sie vom ersten Konzept über den Prototyp und die Produktion bis hin zur Lieferung des kompletten Produktes betreuen. Wir fokussieren uns auf Wachstumsmärkte, hier sehen wir zusätzlich zu unseren aktuellen Sparten noch großes Potenzial, um weitere Synergien zu schaffen. Bei Zukäufen legen wir Wert darauf, dass die Unternehmen bereits profitabel wirtschaften.

Wie sehr ist eine internationale Expansion ein Thema?

Koppitz: Expansion ist für uns natürlich ein sehr wichtiges Thema, aber in den nächsten Jahren liegt der Fokus auf Europa. Unsere Vision ist der Aufbau von KATEK als europäisches Powerhouse. Wir sehen eine steigende „Elektronifizierung“ der Welt und möchten hier für die deutsche und europäische Industrie ein zuverlässiger und innovativer Partner sein. Mittelfristig spielen natürlich die Märkte in Asien und Amerika eine wichtige Rolle für uns.

Sind neue Produktionsstätten in Planung?

Koppitz: Ja, wir planen gerade eine weitere Produktionsstätte für Klein- und Prototypenserien in Malaysia und verdoppeln die Kapazität an unserem Standort in Bulgarien.

Sie konnten den Umsatz 2020 um fast 60 Prozent steigern. Ist für die Zukunft mit ähnlichen Wachstumsraten zu rechnen?

Koppitz: Wir haben unseren Umsatz sowohl 2019 als auch 2020 um jeweils 59 Prozent gesteigert. Ich kann aktuell noch nichts Konkretes zum weiteren Wachstum sagen, aber es ist natürlich mein persönliches Ziel, auch 2021 zweistellige Wachstumsraten zu erzielen. Und nach dem ersten, sehr guten Quartal zeichnet sich das auch ab.

Mittelfristig peilen sie eine EBITDA-Marge von 10 Prozent an. An welchen Schrauben müssen sie drehen, um dies zu erreichen?

Koppitz: Zum einen verfolgen wir das Ziel, das bisherige Wachstum mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten fortzusetzen und gleichzeitig die Rentabilität weiter zu verbessern. Wir fokussieren uns auf hochwertige Elektroniklösungen in qualitativ anspruchsvollen, Know-how intensiven Anwendungsbereichen und Märkten mit hohem Wachstum. Globale Trends wie der Anstieg von Elektrofahrzeugen und der Bedarf an E-Mobility-Ladestationen, die steigende Nachfrage nach Solarenergie und ganz generell die fortschreitende „Elektronifizierung“ der Welt führen zu einem wachsenden Bedarf an innovativen Elektronikpartnern für die deutsche und europäische Industrie. Zum anderen werden wir im Zuge unserer Wachstumsstrategie Größenvorteile und Synergie-Effekte nutzen, beispielsweise im Einkauf, der Organisation bzw. Verwaltung oder beim qualifizierten Up- und Cross Selling.

Wie ist die Konkurrenzsituation am Markt?

Koppitz: Es gibt sowohl inländische als auch internationale Wettbewerber. In letzteren, insbesondere großen asiatische EMS-Auftragsfertiger, sehen wir keine direkte Konkurrenz im Hinblick auf unseren Kundenfokus, der auf die gesamte Wertschöpfungskette, ganzheitliche End-to-End Lösungen und high-value-low-volume Produkte und Branchen ausgerichtet ist. Der Massenmarkt in den Bereichen CCC – Consumer, Communication, Computers – ist nicht unser Markt. Übrigens, wir sind in Deutschland der einzige größere Elektronikdienstleister, der sich aktiv an der Konsolidierung beteiligt. In Europa insgesamt sieht es dann wieder anders aus. Die anderen starken Elektronikdienstleister in Deutschland haben das Thema anorganisches Wachstum in ihrer DNA nicht groß verankert. Das ist eigentlich schade für den Markt, denn die Kunden hätten gerne weniger Anbieter, die dafür stabiler und größer sind. Um unsere Industrie weiter zu stärken und dem gehobenen Mittelstand in Deutschland und Europa Elektronik-Partner zu bieten, die im internationalen Wettbewerb bestehen können, bräuchte es noch mehr Konsolidierung.

93 Prozent der Erlöse werden mit Stammkunden erwirtschaftet. Muss man sich daher um die Gewinnung von Neukunden Sorgen machen?

Koppitz: Im Gegenteil, wir haben alleine im Pandemiejahr 40 neue Kunden gewinnen können! Unsere starke, seit über 35 Jahren in der Elektronikindustrie bekannte Marke KATEK, die zunehmende Größe und Sichtbarkeit stärkt nicht nur das Vertrauen unserer Stammkunden, sondern auch von Neukunden. Ein Vorteil unseres Geschäftsmodells ist die hohe Planbarkeit. Hat sich ein Kunde für uns entschieden, läuft ein Auftrag in der Regel mehrere Jahre.

Wie sieht der Markt derzeit aus, gibt es viele Zukaufsmöglichkeiten?

Koppitz: Der Elektronikmarkt ist auf Anbieterseite stark fragmentiert. Viele Firmen sind klein, inhabergeführt oder stehen vor Nachfolgeproblemen. Es besteht großes Konsolidierungspotenzial. Strategische Zukäufe haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns unter den Top 10 in der europäischen Elektronikindustrie positionieren konnten. Wir werden auch weiter zukaufen und möchten langfristig DER Elektronikpartner der europäischen Industrie werden.

Welches sehen sie als ihren primären Wachstumsmarkt an?

Koppitz: Wir glauben an Elektronik als Treiber der Smart New World – im Auto, in der Medizin und vielen weiteren Bereichen. Elektronik ist der Herzschrittmacher der Innovation. Diese Elektronik entwickeln und fertigen wir. Katek deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung der Soft- und Hardware, über erste Prototypen der elektronischen Baugruppen und der Fertigung bis hin zu anschließender Begleitung des Prozesses beim Kunden, inklusive Logistik, After Sales und Service-Leistungen.

Sehen sie für die Zukunft weitere Megatrends, in denen sie sich engagieren wollen?

Koppitz: Wir sehen generell den steigenden Trend zur „Elektronifizierung“ der Welt. Daran sind wir bereits maßgeblich beteiligt und werden das auch in der Zukunft machen. Daneben sehen wir große Chancen in den klassischen Wachstumsmärkten der Elektronik wie Solar/Renewables, eMobility/Charging, Rapid Prototyping, Healthcare und IoT. Wir denken aber bereits über neue Märkte wie z.B. Electronics für Smart Agriculture nach.

Wie arbeiten sie mit ihrem Mehrheitsaktionär Primepulse zusammen?

Koppitz: Der aktive und unternehmerische Ansatz der Primepulse passt sehr gut zu uns. Wir profitieren nicht nur von einem großen Erfahrungsschatz, sondern auch von einem starken Netzwerkverbund, zu dem viele technologieorientierte Unternehmen aus dem Mittelstand gehören. Wir sind aktuell die größte Beteiligung der Primepulse SE, die auch in Zukunft Mehrheitsaktionärin bleiben wird.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet-online mit der Redaktion von www.4investors.de.






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