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Besser geht es nicht, Kommentar von Bernd Neubacher zur Deutschen Bank

Nachrichtenagentur: news aktuell
28.04.2021, 22:15  |  315   |   |   

Frankfurt (ots) - Besser geht es nicht: Im Zahlenwerk der Deutschen Bank fürs
Startquartal zeigen eigentlich alle Indikatoren in die richtige Richtung - vom
sprudelnden Ertrag über die sinkende Risikovorsorge bis zum auf gut 1 Mrd. Euro
explodierten Nachsteuergewinn. Der stellt nicht nur das höchste Quartalsergebnis
seit Anfang 2014 dar, sondern hat auch die jahrelang negative
Eigenkapitalrendite unversehens auf 7,4 % katapultiert. Das liegt schon fast auf
Höhe der 2019 fürs kommende Jahr ausgegebenen Zielmarke von 8 %, die dem
Institut bislang kaum jemand so recht hat abkaufen wollen. Das
Milliardenergebnis zum Jahresauftakt ist eine Leistung, die man ihm nicht
zugetraut hat, wie sich an der Konsensprognose ablesen lässt.

Die strategische Schräglage des Hauses hat sich im Lichte eines boomenden
Kapitalmarktgeschäfts freilich kaum verbessert. Vielmehr hat allein die
florierende Investmentbank im ersten Quartal mehr als das Doppelte zum
Vorsteuergewinn des Konzerns beigetragen wie die drei übrigen Sparten
Unternehmensbank, Privatkundenbank sowie Assetmanagement zusammen, und dies,
obwohl das Corporate Banking wie auch die Retail-Sparte ihr Vorsteuerergebnis um
je rund 90 % herauffuhren, weil sich bei stagnierenden Erträgen die
Risikovorsorge verflüchtigte bzw. Personal- sowie Restrukturierungskosten
sanken.

Besser geht es nicht. Dies gilt vor allem fürs Umfeld - und zwar von der
Geldpolitik über die Kapitalmärkte bis hin zum Kreditgeschäft. Wer schon allein
durch die Bilanzierung von Finanzpositionen zum zeitnahen Marktwert Mehrerträge
von knapp 1 Mrd. Euro verbucht, hat es nicht nur leicht, eine gute Figur
abzugeben, sondern reitet auch die Welle einer Geldpolitik, die allerorten die
Bewertungen inflationiert. Und wenn sich manche Gewerbetreibende hierzulande,
wie zuletzt im Vorstand einer Bank zu hören war, im Lichte staatlicher Übernahme
ihrer Fixkosten sowie Kurzarbeitergeld in der schwersten Krise der
Nachkriegsgeschichte derzeit Überlegungen hingeben können, wie sie ihren
Fuhrpark erneuern oder Büros neu einrichten, ist absehbar, dass die jüngsten
Auflösungen von Risikovorsorge in der Unternehmensbank kaum Bestand haben
werden, erst recht, wenn die Hilfen und Moratorien auslaufen.

Im ersten Quartal, saisonbedingt ohnehin das traditionell beste im gesamten
Jahr, hat die Deutsche Bank gezeigt, welche Resultate mit ihrem Geschäftsmodell
in einer optimalen Konstellation möglich sind. Daran anzuknüpfen, wird ihr im
weiteren Jahresverlauf zunehmend schwerer fallen.

(Börsen-Zeitung, 29.04.2021)

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Börsen-Zeitung
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Telefon: 069-2732-0
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