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    Fulminanter Jahresstart  20113  0 Kommentare Rekordjagd an den Börsen: Immer mehr Geld in ETFs investiert!

    Welche ETF-Strategien, welche Märkte und Branchen jetzt bei Investoren gefragt sind, erklärt unser Gastautor Bryan Perry.

    Für Sie zusammengefasst
    • Zulauf bei Indexfolgern hält an
    • Globale ETF-Branche boomt
    • Aktien-ETFs und Tech-Giganten gefragt

    Der globale ETF-Markt ist stark ins neue Jahr gestartet, ETFGI und Amundi vermeldeten erneut Rekordzuflüsse in den weltweiten ETF-Markt. Das Forschungs- und Beratungsunternehmen ETFGI, das sich mit den Trends im globalen ETF-Ökosystem befasst, bezifferte das in die globale ETF-Branche investierte Vermögen Ende Januar auf fast 12 Billionen US-Dollar. Allein im Januar flossen 136,80 Milliarden US-Dollar in ETFs, das sind die höchsten Nettomittelzuflüsse im Monat Januar seit Beginn der Aufzeichnungen. Gefolgt von 105,59 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 und 85,28 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021.

    Im Laufe des Monats stieg das in die globale ETF-Branche investierte Vermögen damit um 0,8 Prozent von 11,63 Billionen US-Dollar Ende Dezember auf 11,73 Billionen US-Dollar. Es ist der 56. Monat mit Nettomittelzuflüssen in Folge, wie aus dem monatlichen ETFGI-Bericht "January 2024 Global ETFs Industry Landscape Insights" hervorgeht.

    US-Aktienmarkt bereitet Boden für die ETF-Branche

    Der S&P 500 Index, der die Wertentwicklung der 500 größten und umsatzstärksten US-Unternehmen abbildet, legte im Januar um 1,68 Prozent zu. Die Industrieländermärkte ohne die USA gingen dagegen im Januar um 0,31 Prozent zurück. Die größten Verlierer unter den entwickelten Märkten waren im Januar Hongkong mit einem Minus von 9,80% und Korea mit einem Rückgang um 9,69 Prozent. Die Schwellenländermärkte korrigierten im Januar um -3,46%. Am schlechtesten schnitten China mit -11,18 Prozent% und Chile mit -9,68 Prozent ab.

    Übrigens: Laut ETFGI zählte die globale ETF-Branche Ende Januar 11.975 Produkte mit 24.041 Notierungen und 732 Anbietern, die an 81 Börsen in 63 Ländern gelistet sind.

    Aktien-ETFs hatten auch im Januar die Nase vorn

    Aktien-ETFs verzeichneten im Januar Nettomittelzuflüsse von 60,92 Milliarden US-Dollar, das sind fast dreimal so viel wie im Januar 2023, als Aktien-ETFs 21,81 Milliarden US-Dollar auf sich zogen. Festverzinsliche ETFs meldeten im Januar Nettomittelzuflüsse von 30,20 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit ebenfalls die Nettomittelzuflüsse von Januar 2023, die bei 26,79 Milliarden US-Dollar lagen. Rohstoff-ETFs dagegen meldeten im Januar Nettoabflüsse in Höhe von 3,60 Milliarden US-Dollar, während im Januar 2023 mit 305 Millionen US-Dollar – nur rund ein Zehntel – abgezogen wurde. Die noch relativ jungen aktiven ETFs konnten im Laufe des Monats Netto-Neugelder in Höhe von 24,71 Milliarden US-Dollar und damit mehr als doppelt so viel wie im Januar 2023 einsammeln, im vergangenen Jahr waren es 10,69 Milliarden US-Dollar.

    Die Top 20 in der Anlegergunst

    Die, nach Höhe der Zuflüsse, 20 wichtigsten ETFs sammelten im Januar zusammen 99,56 Milliarden US-Dollar ein, darunter Aktien-, Anleihen und Krypto-ETFs. Dabei heimste der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC US) mit 20,52 Milliarden US-Dollar die größten individuellen Nettozuflüsse ein. Der Grayscale Bitcoin Trust ermöglicht es – seit seiner Auflage 2013 – interessierten US-Anlegern, ein Engagement in Bitcoin (BTC) in Form eines Wertpapiers zu erwerben und gleichzeitig die Herausforderungen des direkten Kaufs, der Lagerung und der Verwahrung von BTC zu vermeiden. Während die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) bereits mehrere Krypto-ETFs zugelassen hat, gibt es diese ETF-Produkte hierzulande noch nicht.

    Zu den 20 wichtigsten ETFs – nach Netto-Neugeldzuflüssen im Januar 2024 – zählten u.a. der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00B5BMR087), der Vanguard S&P 500 UCITS ETF (ISIN IE00B3XXRP0) und der Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF (ISIN IE0032077012). Diese drei ETFs stehen auch deutschen Anlegern offen.

    Strahlkraft der Tech-Giganten vs. defensive Strategien

    ETFs auf breit diversifizierte US-Aktienfonds sammelten im Januar 9,9 Milliarden Euro und ETFs auf US-Wachstumsaktien 8,7 Milliarden Euro, das ergab die monatliche Analyse der globalen Mittelzuflüsse des Vermögensverwalters Amundi. Gefragt waren demnach zudem Technologie-ETFs, denen 4 Milliarden Euro an Neugeldern zuflossen. Der Hype um KI hält an, und das Interesse an den "glorreichen Sieben" – Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla – unter den Technologie-Unternehmen scheint trotz deren hoher Bewertung ungebrochen.

    Gefragt sind aber auch defensive Anlagestrategien: In Aktien-ETFs mit Schwerpunkt auf die Gesundheitsbranche flossen im Januar 600 Millionen Euro an Neugeldern. Unternehmen der Gesundheitsbranche können aufgrund ihrer starken Preissetzungsmacht die Margen auch in konjunkturell schwierigeren Phasen meist stabil halten.

    Im Januar flossen weitere 200 Millionen Euro darüber hinaus in ETFs auf gleichgewichtete Indizes. Das signalisiert, dass diese Anleger die Bewertungen einiger weniger Aktien, die die Performance der marktkapitalisierungsgewichteten Indizes bislang angetrieben haben, als ausgereizt ansehen.

    ETFs auf US- und Welt-Indizes weiter im Anlegerfokus

    Im Vergleich der Regionen dominierte, der Amundi-Analyse zufolge, nach wie vor der US-amerikanische ETF-Markt mit Zuflüssen von 48,6 Milliarden Euro. Der europäische Markt für UCITS-ETFs legte über alle Anlageklassen hinweg um 20,2 Milliarden Euro zu. Mit 12,7 Milliarden Euro flossen 63 Prozent davon in Aktien-ETFs.

    ETFs auf US-Aktienstrategien waren bei Anlegern weiterhin beliebt und zogen Neugelder in Höhe von 6,8 Milliarden. Euro an. Ebenfalls gefragt waren ETFs auf globale Aktien-Indizes aus Industrieländern, denen 4,2 Milliarden Euro zuflossen. Aus ETFs auf europäische Indizes zogen Anleger hingegen 700 Millionen Euro ab.

    Damit ist der Trend der letzten Monate mit einer positiven Haltung der Investoren gegenüber US-Aktien und einer zurückhaltenden gegenüber europäischen Aktien ungebrochen. Daneben schauen ETF-Anleger offenbar weiterhin aufmerksam auf die Konjunkturentwicklung und die Zinspolitik der Notenbanken.

    Anleger zogen im Januar auch aus Schwellenländer-ETFs Mittel im Volumen von 300 Millionen Euro ab. Die Investoren zogen sich dabei vor allem aus China-ETFs zurück, während ETF-Strategien, die auf andere Schwellenländerregionen setzen, dagegen Zuflüsse verbuchen konnten.

    Schließlich konnten auch nachhaltige europäische UCITS-Aktien-ESG-ETFs im Januar 1,2 Milliarden Euro an neuem Geld einsammeln.

    Anleihen – Austausch der Langläufer

    Durch die Aussicht auf spätere Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) in den USA stieg vor allem die Nachfrage nach kurzlaufenden US-Staatsanleihe-ETFs. Staatsanleihe-ETFs flossen 1,5 Milliarden Euro zu. Der Löwenanteil davon entfiel mit 1,4 Milliarden Euro auf kurzlaufende US-Anleihe-ETFs. Dagegen trennten sich die Investoren von langlaufenden US-Staatsanleihen: Deren ETF-Volumen ging um -500 Millionen Euro zurück.

    Nachdem im vierten Quartal des vergangenen Jahres, als die Zinssenkungsfantasien des Marktes noch euphorisch waren, und Anleger noch erhebliche Mittel in ETFs auf langlaufende US-Staatsanleihen investiert hatten, kam im Januar die Gegenreaktion. Denn die Fed dämpft inzwischen die Erwartungen auf rasche Zinssenkungen immer wieder. Für den Fall, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweist und die Zinssenkungen doch erst später kommen, kauften Anleger nun wieder ETFs auf Anleihen mit kürzeren Laufzeiten.

    ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating verbuchten Zuflüsse von 3,2 Milliarden Euro – das Gros davon floss mit 3 Milliarden Euro in Unternehmensanleihe-ETF. Dabei bevorzugten Anleger ETFs mit einem breiten Laufzeitenspektrum. Bei auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen waren dagegen kürzere Zinsbindungsdauern gefragt.

    Zu guter Letzt, konnten auch nachhaltige europäische UCITS-ETFs auf ESG-Anleihen im Januar Zuflüsse in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verbuchen.

    Autor: Bryan Perry

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    Verfasst vonJulian Schick

    Fulminanter Jahresstart Rekordjagd an den Börsen: Immer mehr Geld in ETFs investiert! Der Zulauf bei den Indexfolgern reißt nicht ab! Lesen Sie hier, welche ETF-Strategien, welche Märkte und Branchen jetzt bei Investoren gefragt sind, und wo sie eher selektiv vorgehen!

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