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Dauerbrenner Inflationsangst

Gastautor: Klaus Singer
06.04.2006, 12:32  |  759   |   |   
Die Aktienmärkte kämpfen sich Stück um Stück vor. Als besonders dynamisch lässt sich die Veranstaltung nicht gerade bezeichnen. Bemerkenswert ist aber doch, wie sich bullische Avancen gegen den hohen Ölpreis behaupten. Im DJT werden sogar fast schon Allzeithochs in Serie produziert. Nach der Dow-Theorie ist das eindeutig bullisch zu werten.

Gestern sah es schon ganz so aus, als stehe der Ölpreis am Scheitelpunkt, die TBonds schienen wiederbelebt zu werden – die Verkaufswelle hier war in den zurückliegenden Tagen abgeebbt. Und beim „Inflationsindikator“ Gold sah es so aus, als bliebe die Preisentwicklung nun stecken. Dann jedoch gelang dem LC-Future im späten New Yorker Handel doch der erneute Durchbruch durch die Marke von 67 Dollar.

Diese Bewegung geht heute morgen noch weiter. Parallel dazu setzt ein erneuter Abverkauf bei den TBonds ein, Gold ist wieder gesucht, die Renditen am langen Ende steigen weiter.

Öl, TBonds, Gold - drei Indizien für die Zinsangst im Markt. An sich dürfte den Akteuren in den Finanzmärkten ein ordentlicher Schluck aus der Inflationspulle nicht unwillkommen sein. Nur dann bitte nicht (länger) verbunden mit steigenden Zinsen.

So lange Greenspan Fed-Chef war, glaubte man sich der Politik des billigen Geldes sicher sein zu können. Nun aber ist sein Nachfolger Bernanke am Werk. Der hat im Unterschied zu seinem Vorgänger ein Inflationsziel. Und da fragt man sich wohl: Welches Inflationsziel ist das genau und, vor allem, wie konsequent wird es verfolgt? Oder hat der Mann gar ein Ziel, nämlich die Inflation selbst? Hartnäckig hält sich ja das Gerücht, er hätte gesagt, notfalls werde die Fed aus Hubschraubern Geld abwerfen lassen. In Wahrheit wurde dieser Ausspruch im Original von Milton Friedman, dem Begründer der monetaristischen Schule geprägt. Der Wunsch ist der Vater des Gedankens - diese „Fehlzuweisung“ zeigt schon, wie unsicher sich die Finanzgemeinde hinsichtlich der neuen Person an der Spitze der wichtigsten Notenbank der Welt fühlt, oder zu fühlen vorgibt.

Das alte Lied – Zinsangst und die Frage nach dem Ende des aktuellen Zinszyklus . Darin involviert ist auch der Dollar. Seine anhaltende, die Aktien stützende Schwäche in den vergangenen Tagen könnte darauf hindeuten, dass die Akteure ein baldiges Ende der Zinserhöhungen (zumindest aber eine längere Pause) sehen. Bisher scheint man sich darauf zu versteifen, dass bei fünf Prozent das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Der Zins für „Drei-Monats-Geld“ läuft darauf zu. Ein weiterer Schritt im Mai auf die runde Zahl ist so gut wie „eingepreist“.
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