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China jetzt weltgrößte Mobilfunkregion

Gastautor: Klaus Singer
14.08.2001, 19:32  |  262   |   |   
China überholt die USA als größter Mobilfunk-Markt. Ende Juli verzeichnet das Land 120,6 Millionen Nutzer. Die USA kommen auf 120,1 Millionen. Doch während vier von zehn Amerikanern ein Handy haben und in Europa jeder zweite ein solches „mobiles Telekommunikations-Endgerät“ sein eigen nennt, hat noch nicht einmal jeder zehnte Chinese ein Mobiltelefon.

Diese vergleichsweise geringe Quote und die riesige Ausdehnung des Landes sollten vorerst keine Wachstumsgrenze erkennen lassen. Eine Abdeckung von 20 bis 30 Prozent wird von vielen Beobachtern für problemlos erreichbar gehalten. Auch die weiter fallenden Tarife werden das Wachstum beflügeln, meint Agnes Ho von Merrill Lynch. Sie sind in diesem Jahr bis jetzt schon um 20 Prozent gefallen.

Da ist noch weiteres Potenzial für die Nokias und Motorolas, die unter der schleppenden Nachfrage in Europa und Amerika leiden. Zusammen mit Ericsson waren sie im vergangenen Jahr für drei Viertel der 52 Millionen in China gefertigten Handys verantwortlich. Der chinesische Markt ist auch aus einem rechtlichem Grund für Handy-Hersteller besonders lukrativ. Das Bündeln von Handys mit Service-Verträgen ist dort nämlich nicht erlaubt. So entfallen die gegenseitigen Subventionierungen und die Hersteller können ihre Geräte zu Preisen verkaufen, die einträgliche Margen versprechen.

Morgan Stanley Dean Witter rechnet damit, dass im laufenden Jahr mit 370 Millionen Einheiten weltweit 8,6 Prozent weniger Mobiltelefone verkauft werden als im Vorjahr. Dies sei der erste Rückgang in mehr als 20 Jahren. Als Gründe hat das Brokerhaus die schlechtere Wirtschaftslage und das Warten auf neue, Internet-fähige Geräte ausgemacht.

Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Mobilfunk-Kunden in China in den ersten sieben Monaten um 35 Millionen. Zum Ende des nächsten Jahres sollen weitere 80 Millionen hinzukommen, prognostiziert das zuständige chinesische Ministerium. Eine solch starke Expansion findet ihre Grundlage in Chinas Wirtschaftswachstum von sieben Prozent in diesem Jahr. Das soll noch fünf Jahre so weiter gehen.

Nokia, die Nummer eins auf dem Handy-Weltmarkt, investiert zu Zeit 10 bis 12 Mrd. Dollar in eine Industrieansiedlung außerhalb von Peking. Dort sollen Handys und Basisstationen gefertigt werden, um an Motorola heranzukommen. Die weltweite Nummer zwei will in diesem Jahr 17 Millionen Geräte in China verkaufen und sieht sich bei einem Marktanteil von rund 33 Prozent. Nokia soll einige Prozentpunkte darunter liegen. Siemens wird in China auf Platz drei vermutet. Das Unternehmen geht dort mit in diesem Jahr geplanten fünf Millionen Handys von einem Marktanteil von 13 Prozent aus. 2003 will man auf 14 Millionen Geräte kommen. Ericsson liegt auf dem ersten Platz in Gesamt-Asien, wenn es um Basisstationen für Mobilfunknetze geht.

China Mobile ist der größte Mobilnetz-Betreiber in China. China Unicom folgt mit rund 30 Millionen Kunden auf dem zweiten Platz. China Mobile wird vermutlich im nächsten Jahr hinsichtlich Kundenzahl den Weltmarktführer überholen. Bei einem pro-Kopf-Einkommen von fünf Prozent dessen, was man in Europa rechnet, liegt der durchschnittliche Umsatz pro Kunde von China Mobile bei knapp unter 20 Dollar im Monat, während Vodafone auf rund 33 Dollar kommt.

Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse wächst in China im übrigen langsamer als die Zahl der Mobilteilnehmer. So wurden in den ersten sieben Monaten lediglich 22,6 Millionen neue „bedrahtete“ Anschlüsse geschaltet. Ihre Gesamtzahl liegt jetzt bei 166,8 Millionen.
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