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100 Prozent Gewinnwachstum trotz Krise – Interview mit Hero Eden von Shanghai Fairtrade

Gastautor: Gerhard Heinrich
04.06.2009, 10:03  |  3122   |   |   

Hero Eden ist der Gründer der Shanghai Fairtrade AG, und führt dort seit 10 Jahren das operative Geschäft. Im Interview mit EMFIS erklärt der gebürtige Hamburger, wie es Shanghai Fairtrade gelang, der Wirtschaftskrise zu trotzen, wie man in China Erfolg haben kann, und woher das Wachstum der nächsten Jahre kommen soll.

EMFIS:  Herr Eden, trotz Wirtschaftskrise und der Krise im internationalen Warenverkehr hat die Shanghai Fairtrade AG ihren Gewinn 2008 noch einmal verdoppelt. Dabei ist die Gesellschaft ein astreines Handelsunternehmen, das Güter von Europa nach China und umgekehrt liefert. Haben Sie die Krise nicht gespürt?

Eden: Doch natürlich. Wir sind ja hauptsächlich in der Investitionsgüter-Branche tätig, und da sind auch viele chinesische Unternehmen zurückhaltender geworden. Andererseits gab es etliche Sektoren, wo die Nachfrage weiter sehr rege war. Beispielsweise haben wir immer noch sehr viele Anfragen für unsere Wärmekammern aus der pharmazeutisch-chemischen Industrie erhalten. Darunter waren auch einige chinesische Tochtergesellschaften von deutschen Chemiekonzernen. Auch unsere Laser- und Etikettiergeräte sind in China noch stark gefragt. Umgekehrt hatten wir weiter gute Umsätze mit chinesischen Halbfabrikaten, die wir nach Europa geliefert haben. Auch aus dem Schiffsbau kamen wieder viele Bestellungen. Teilweise waren das auch Folgeaufträge, oder wir haben bestehende Projekte weitergeführt und ausgebaut.

EMFIS:  Also ist Ihr Geschäft relativ krisensicher?


Eden: Nein, man soll hier nicht blauäugig sein.  Wären wir beispielsweise nur auf die chinesische Spielwaren-Industrie fixiert, oder auf die Autobranche, dann wäre unser Geschäft eingebrochen. Wenn wir uns nur auf eine Branche oder nur auf bestimmte Produkte konzentrieren würden, hätten wir jetzt Probleme. Aber wir sind beweglich. Wenn ein Markt einbrechen sollte, haben wir woanders neue Möglichkeiten. Wir sind jetzt schon seit 10 Jahren in China, und wir bekommen jetzt viel besser mit, wo noch investiert wird. Zum Beispiels haben auch die Regierung und die Kommunen zur Zeit viele neue und interessante Projekte in der Pipeline.

EMFIS:  Aber man kann ja als kleines Unternehmen nicht in allen Märkten und Branchen präsent und erfolgreich sein.

Eden: Man kann mehr als man denkt. Vieles liegt natürlich an unserem Mitarbeiterstab vor Ort in Shanghai, der sehr flexibel ist. Da werden ununterbrochen Projekte und Anfragen geprüft, auch auf ihre Umsetzbarkeit. Dabei gibt es hunderte von Dingen, die nicht funktionieren. Sie glauben gar nicht, was da alles durchs Raster fällt.
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