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Solaraktie im TecDAX Wie wird Q3?

Premium: TradeCentre
27.10.2009, 12:15  |  1009   |   |   

Die neue Bundesregierung will die Förderung für Solaranlagen überprüfen. Die Förderung von Solaranlagen auf Freiflächen soll stärker auf die Nutzung von versiegelten oder vorbelasteten Flächen ausgerichtet werden. Diese Änderungen könnten schon im Laufe des Jahres 2011 in Kraft treten. Betroffen davon ist die Phoenix Solar AG (DE000A0BVU93), die wesentliche Umsätze mit diesen Anlagen macht. Andreas Hänel, Vorstandschef des Unternehmens, zeigt sich im Hintergrundgespräch hinsichtlich der Diskussion der neuen Regierung „relativ entspannt“. „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in der EU festgeschrieben. Ich erwarte keinen Bruch und einmalige Absenkungen von 30 Prozent sind schlichtweg nicht durchdacht. Die Politik sollte mit Augenmaß agieren“. Nichtsdestotrotz wäre eine vorgezogene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kein Untergang. Schließlich sind in der Zukunft weitere Preissenkungen in der Branche zu erwarten. Und das Beste: Nach einer Delle in 2009 erwartet Hänel für die Branche ab 2010 wieder ein sehr dynamisches Wachstum. „Wir wurden in diesem Jahr arg geprügelt. Ich erwarte 2010 Zuwächse in Deutschland und schnell wachsende Auslandsmärkte. Der Weltmarkt im Solarsektor wird nächstes Jahr um mindestens 40 Prozent wachsen“, sagt Hänel. Sollte in Deutschland die Förderung ab 2011 schneller reduziert werden, könnte dies sogar einen Boom im Jahr 2010 auslösen, um sich die höheren Tarife zu sichern. Ziel des Vorstands ist in 2010 wieder deutlich zu wachsen und bessere Margen einzufahren. Zur Margenverbesserung wird eine Stabilität der Modulpreise beitragen „Wir werden ab dem kommenden Jahr von geringeren Modulpreisen profitieren“.

Dem Vernehmen nach haben sich die Modulpreise inzwischen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Nachdem in den ersten zwei Quartalen Abschreibungen auf den Lagerbestand verdaut werden mussten, ist dies im dritten Quartal nicht mehr zu erwarten. Dennoch sollten Investoren nicht zuviel vom Q3 erwarten. „Das dritte Quartal hat sich etwas zäh entwickelt. Vor allem bei Kraftwerken, da es oft an der Finanzierung hapert“. Nach Ablauf der ersten drei Perioden erscheinen die Jahresziele ambitioniert. „Wir müssen im vierten Quartal über 50 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften, um unser Umsatzziel von 520 Millionen Euro zu erreichen. Seit Ende September zieht die Nachfrage stark an. Es findet eine typische Jahresendrallye statt. Das macht hoffnungsvoll für das Gesamtjahr. Bei Kraftwerken bessert sich die Situation seit Oktober ebenfalls etwas“, so Hänel. Allerdings muss Phoenix Solar die Nachfrage auch bedienen und die Anlagen bauen. Dazu muss das Wetter stimmen. Zwei bis drei Wochen Arbeitsstillstand bedingt durch eine schlechtere Witterung, könnte die Prognose zunichte machen. Sofern das Umsatzziel erreicht wird, steht auch die Aussage ein positives EBIT zu erzielen. Allerdings erwarten wir keine signifikanten Gewinne. Dafür war das EBIT mit einem Verlust von mehr als sieben Millionen Euro in der ersten Jahreshälfte schlicht zu schwach. Insgesamt sollten Investoren das Jahr 2009 ertragstechnisch abhaken. Positive Überraschungen erwarten wir nicht.

Im Jahr 2010 dürfte Phoenix Solar wieder kräftig Geld verdienen. Für 2013 wird ein EBIT von 100 Millionen Euro erwartet bei Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört unverändert zu den „besseren“ Solaraktien am Markt. Kurzfristig könnten Anleger indes enttäuscht sein über den Bericht zu Q3 und die ambitionierten Jahresziele. Im Regelfall führt dies zu günstigen Kaufkursen, die im Hinblick auf 2010 zum Einstieg genutzt werden sollten. Entsprechend empfehlen wir den Neunmonatsbericht abzuwarten.

Viele Grüße

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