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Euro am Ende? Jetzt in Afrika investieren?

Premium: TradeCentre
09.12.2011, 08:10  |  3279   |   |   

Das Börsenumfeld ist schlichtweg mies. Kaum eine Aktie weist einen astreinen Aufwärtstrend aus. Es gibt wenige Ausnahmen. Dazu zählt die ADC African Development Corporation. Vom Tief bei Kursen von 5,60 Euro vor wenigen Wochen hat die Aktie eine rasante Rallye aufs Parkett gelegt. Aktuell müssen Sie für einen Anteilsschein 10,40 Euro berappen. Das entspricht einem Kursplus von knapp 90 Prozent. Während sich Europa politisch mehr oder weniger selbst zerlegt, den Amerikanern es nicht besser geht, nur redet derzeit keiner mehr darüber und selbst in Asien die beste Zeit vorüber ist, suchen Anleger ihr Glück in Afrika.

Afrika! In der letzten Dekade waren nicht weniger als sechs der zehn weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Afrika südlich der Sahara angesiedelt. Länder wie Nigeria, Tschad, Mosambik, Ruanda und Äthiopien erzielen hohe einstellige Wachstumsraten. Laut Schätzungen des IMF, wird Afrika in den nächsten fünf Jahren sieben der Top zehn Plätze für sich beanspruchen. In den letzten zehn Jahren ist das reale Wirtschaftswachstum der Sub-Sahara Afrikas von lediglich 2,4 auf einen jährlichen Durchschnitt von 5,7 Prozent gestiegen. In der Zukunft soll die Wirtschaft Afrikas, auf Sicht der nächsten 20 Jahre, im Schnitt um stramme sieben Prozent pro Jahr wachsen. Schneller als China! Um an diesem Wachstum zu partizipieren hat sich ADC frühzeitig auf diesen Markt fokussiert. Das Unternehmen wurde 2007 von Finanzinvestor und Visionär Christan Angermayer gegründet und konnte sich sehr schnell als Investor für Banken und Versicherungen in der Sub-Sahara Afrika positionieren.

Das Thema ist natürlich nicht wirklich neu. Nur scheinen sich inzwischen größere Investoren für diese Region zu interessieren. Die Aktie von ADC steigt sodann auch nicht, weil das Management auf eine eierlegende Wollmilchsau respektive Geldsprudelnde Rohstoffquelle gestossen ist, sondern schlicht weil eine bedeutende Adresse massiv Aktien einsammelt. Trafigura, einer der bedeutendsten Rohstoffhändler nach Glencore, hat sich inzwischen einen Anteil von mehr als zehn Prozent an ADC gesichert. Das Unternehmen erzielte 2010 einen Umsatz von rund 80 Milliarden Dollar. Nach neun Monaten dieses Jahres lag das Wachstum bei 54 Prozent auf knapp 90 Milliarden Dollar. Unterm Strich wurden 662 Millionen Dollar verdient. Nach eigener Aussage von Trafigura soll das Engagement in ADC weiter ausgebaut werden. Ziel ist eine signifikante Position. Das können sodann bis zu 29,9 Prozent sein. Wie uns ADC-CFO Olaf Meier im Hintergrundgespräch mitteilt, interessiert sich Trafigura vor allem für das Netzwerk der Gruppe in Afrika. „Trafigura ist ein strategischer Investor“. Die Niederländer handeln mit Metallen und Erdölen. Afrika ist für die Gruppe sodann sehr bedeutend. Kein Wunder, da Trafigura fixiert auf Rohstoffe ist. Zudem betreibt die Gruppe Tankstellen in Afrika. Da passt es natürlich ganz gut, dass ADC eine Beteiligung im Portfolio hat, die Payment-Lösungen anbietet. Schritt zwei ist sodann, dass zwischen den Beteiligungen von ADC und Trafigura eine operative Zusammenarbeit angestrebt wird. „Das ist unser Ziel“, so Meier. Zudem ist ADC an diversen Banken in Afrika beteiligt. Wie uns Meier erläutert, läuft vor allem die Beteiligung an BancABC bestens. Seit dem Einstieg der Gruppe hat sich das Investment inzwischen grob verdoppelt. Investiert wurden zehn Millionen Euro. Laut Meier befindet sich ADC derzeit in intensiven Gesprächen für eine neue Beteiligung. In den nächsten Wochen könnte Vollzug gemeldet werden. Das Objekt der Begierde ist in einem der wichtigsten Banking-Märkte Afrikas tätig. In Concreto handelt es sich um eine Bank in Nigeria. Übrigens ein Land mit üppigen Rohstoffen, was ganz zur Freude des neuen Großaktionärs sein dürfte.
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