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Novo Nordisk in 2017: Ganz im Zeichen der Wiedergutmachung?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.01.2017, 13:19  |  1313   |   |   

Da das Geschäftsjahr 2016 alles andere als rosig für Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) verlaufen ist, fragen sich nun viele Investoren, ob das Jahr 2017 für den dänischen Pharmariesen, der vornehmlich für seine Produkte in der Diabetesversorgung bekannt ist, besser werden könnte.

Große Unsicherheit herrscht vor allem, da der US-Markt nach wie vor als Sorgenkind gilt. Allerdings hat sich gerade hier in den letzten Wochen einiges getan. Schauen wir also mal, wie sich unter anderem die jüngsten politischen Ereignisse in 2017 auf Novo Nordisk auswirken dürften.

Neben dieser Entwicklung gibt es jedoch noch einen weiteren Aspekt, der die Hoffnung auf Wiedergutmachung weiter schüren dürfte. Fangen wir doch mit diesem gleich an:

Der Managementwechsel

Ein Teil der Hoffnung könnte in dem Managementwechsel liegen, der jüngst vollzogen worden ist. Lars Rebien Sørensen hat mit Ablauf des letzten Jahres für seinen Nachfolger Lars Fruergaard Jørgensen Platz gemacht. Viele erhoffen sich also neuen Wind und frische Innovationen, nachdem der Konzern zuletzt aus Kurs- und Prognosesicht etwas abgesackt ist.

Doch könnte nicht nur der gleichbleibende Vorname des Vorstands wenig Neuerung verheißen, sondern es könnte prinzipiell auch viel dafür sprechen, dass der neue Vorstand nicht allzu Neues in das Unternehmen einbringt. Denn es handelt sich bei Jørgensen nicht um einen frischen, unternehmensfremden Lenker, der nun das Ruder herumreißen soll, sondern um ein alteingesessenes Mitglied der Novo Nordisk Führungsriege. Bisher verdiente sich Jørgensen nämlich seine Brötchen als Entwicklungsvorstand, das Unternehmen ist also wahrlich kein Neuland für ihn.

Dennoch ist der Aufsichtsrat zuversichtlich, den richtigen Mann für den Wandel ausgewählt zu haben. Investoren können nur hoffen, dass er recht behält.

Trump als das kleinere Übel für Pharmakonzerne

Der zweite Aspekt, der vielversprechend für Novo Nordisk sein könnte, ist Trumps bevorstehende Präsidentschaft. Denn das künftige US-Staatsoberhaupt wird vor allem im Vergleich zu seiner ehemaligen Konkurrentin im Kampf um das Präsidialamt als das kleinere Übel für die Pharmaindustrie wahrgenommen.

Clinton hatte angekündigt, im Falle ihrer Präsidentschaft verstärkt die teuren Preise für Arzneimittel in Angriff zu nehmen und konnte ihr Vorhaben auch bereits durch konkrete Maßnahmen definieren. Natürlich pöbelte auch Trump bei diesem Thema kräftig gegen Pharmakonzerne, seine Sichtweise diesbezüglich wurde allerdings wie gewohnt vereinfacht, platt und zerstreut ohne Bezug zur Realität formuliert (sinngemäß: Amerikaner sollten Zugang zu preiswerten, importierten Medikamenten erhalten, was ihnen bisher noch nicht möglich ist).

Da Trump tendenziell sowieso eher als Unternehmerfreund gilt, wird er als kleineres (und vielleicht auch schwächeres?) Übel gehandelt, Novo Nordisk könnte also vielleicht mit höheren Preisen rechnen.

Leider ändert sich allerdings durch Trumps Präsidentschaft nichts an der Konkurrenzsituation in Amerika generell, die Novo Nordisk zuletzt zu beklagen hatte. Sollte Trump seine generellen protektionistischen Drohungen wahr machen, könnte das sogar noch weitergehend nachteilig für Novo Nordisk sein, da gerade in Eli Lilly (WKN: 858560) ein US-Konkurrent zu sehen ist, der durch Trumps Protektionismus besonders profitieren könnte.

Auch hier sind die aktuellen Zeichen also nicht ganz eindeutig deutbar.

Fazit

Letztlich könnte 2017 für Novo Nordisk ein Jahr sein, in dem ein neuer Vorstand das Unternehmen, beflügelt von einem wohlgesonnenen Präsidenten Trump, in eine bessere Ära führt.

Es bleiben allerdings viele unvorhersehbare Faktoren übrig.  Trump ist hier ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, da er bislang wenig Konkretes, Sachliches und Unpolemisches von sich gegeben hat. Die ersten Tage seiner Präsidentschaft könnten demnach interessant werden, auch für Novo Nordisk.

Interessant wird im Zuge dessen ebenfalls, wie der neue Vorstand die Perspektive seines Unternehmens beurteilt. Es wird also spätestens dann spannend, wenn Novo Nordisk das nächste Mal zur Hauptversammlung einlädt. Da bis dahin einige Tage der Trump-Präsidentschaft ins Land gezogen sein werden und auch der neue Unternehmenschef Zeit hatte, erste Einblicke aus seiner neuen Perspektive zu gewinnen, werden wir wohl dann konkreter wissen, ob die Zeiten wirklich auf Wiedergutmachung in 2017 stehen.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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