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Gold-Inflation-Vermögen Die Inflation in Deutschland steigt – Schützen Sie Ihr Vermögen

14.01.2017, 08:39  |  2575   |   |   

Die Edelmetalle legten zum Start des neuen Jahres eine beeindruckende Rallye aufs Parkett der Handelsbörsen. Der Goldpreis stieg seit dem Tief zu Weihnachten um 75$ (+6,6%) an. Ein schwächerer Dollar kam dem Goldpreis hierbei zur Hilfe. Da der Euro in dieser Zeit relativ stark blieb, gibt es auf Eurobasis immerhin ein Plus von 40€ je Feinunze. Der Goldpreis in US-Dollar hat mittlerweile einen wichtigen Widerstand erreicht. Auf Eurobasis wird gerade ein Abwärtstrend getestet. Können diese Hürden genommen werden, so stünde dem Gold eine weitere Rallye in den nächsten Wochen bevor!

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Gold konnte von einem schwächeren US-Dollar profitieren.
 
Der Silberpreis stieg seit Neujahr sogar um 90 US-Cent (5,6%) an, wobei auch hier bei 17,30 US-Dollar je Feinunze ein signifikanter Widerstand erreicht wurde. Auf Eurobasis konnte der Silberpreis einen Abwärtstrend erreichen, den es nun zu überwinden gilt. Wenn diese Hürden genommen werden können, steht dem Silberpreis – ebenso wie im Gold – ein weiterer Anstieg bevor.

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Silber stieg seit Jahresbeginn fast einen Dollar an.

Preisinflation steigt dramatisch in der Eurozone

Die Inflationsrate stieg in Deutschland im vergangenen Monat von 1,1% auf 1,7% an. Diese beunruhigende Entwicklung ist nur logisch: Die Europäische Zentralbank (EZB) druckt unablässig neues Baumwollgeld und kauft dafür die Schulden von Staaten und Unternehmen auf. Bis zum Ende des Jahres 2017 sollen weiterhin monatlich 60 Mrd. Euro neu gedruckt werden. Dies höhlt die Kaufkraft des Euros zunehmend aus. Dann wird die Europäische Zentralbank in weniger als drei Jahren 2,28 Billionen Euro neues Geld gedruckt und in Umlauf gebracht haben. Die Preise können künftig demnach nur stärker steigen. Die Gefahren für den Wohlstand der Deutschen nehmen somit zu.
 
Das frisch gedruckte Geld floss in den letzten Jahren zuerst in das Bankensystem und an die Finanzmärkte. Dies bewahrte die Aktien- und Anleihenmärkte vor einem Crash. Nun beginnt sich die expansive Geldpolitik der EZB auf Produktions- sowie Konsumentenpreise auszuwirken. Der Ölpreis und letztlich auch der Benzinpreis werden steigen. Auch Nahrungsmittel im Supermarkt werden von einer Preiserhöhung nicht verschont bleiben. Dabei werden diese Güter eigentlich nicht wirklich teurer. Vielmehr verliert der Euro seinen Wert und somit seine Kaufkraft. 1,7% Teuerung pro Jahr wären schon schlimm genug. Die reale Teuerung ist in Wirklichkeit jedoch viel höher als die offiziell ausgewiesene Preissteigerungsrate. Diese wahre Preissteigerungsrate wird jedoch von den Statistischen Ämtern verschleiert. Jeder weiß, dass die Waren in den Supermarktregalen in den vergangenen zehn Jahren deutlich teurer wurden und sich deren Preise gar mehr als verdoppelt haben. In den USA gibt es verlässliche Berechnungen für die reale Inflation. Diese zeigen, dass man dort zur offiziellen Teuerung noch 5% bis 7% dazurechnen muss, um sich der realen Teuerung zu nähern. Durch die Behauptung, die Teuerung läge nur bei 1,7% sollte man sich also nicht täuschen und in falsche Sicherheit wiegen lassen.

Deflation ist gut – Inflation ist schädlich!

Die Notenbanken begründen ihre lockere Geldpolitik gerne mit der Warnung vor einer vermeintlich gefährlichen Deflation, die man durch das Drucken von Geld verhindern wolle. Doch für wen ist ein deflationäres Umfeld wirklich gefährlich? Der einfache Arbeiter freut sich doch eigentlich über fallende Preise, denn dadurch kann er sich für seinen Lohn mehr leisten und der Wert seine Altersvorsorge steigt Jahr für Jahr an. Gefährlich ist die Deflation nur für jene, die vom Geldbetrug und der versteckten Enteignung über Inflation leben – wie beispielsweise die Geschäftsbanken oder die Regierung. Inflation ist immer eine Politik der versteckten Enteignung von Vermögen der Bürger, wobei die Banken vom direkten Schaffen neuen Geldes profitieren, während der Staat sich seiner Schulden durch Inflation entledigt. Selbst der Bundesbank-Präsident Weidmann hatte zuletzt wiederholt gewarnt, dass mit zunehmender Dauer der Käufe die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung verwischt werde, womit er den Nagel auf den Kopf trifft und unsere Aussagen bestätigt hat.

Wirtschaftswachstum ist auf Sand gebaut

Die deutsche Wirtschaft soll im letzten Quartal zum Vorjahr um 1,9% gewachsen sein, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Zum Vorquartal sei sie sogar um ein halbes Prozent gewachsen. Ursache für das relativ starke Wachstum – im Vergleich zum Rest der Eurozone – sollen einerseits Konsumausgaben der Verbraucher, die Ausgaben des Staates sowie der Bau von Immobilien für die Unterbringung von Immigranten sein. Folgt man dieser verqueren Logik, so müsste man, um das Wirtschaftswachstum zu steigern, einfach nur noch viel mehr Geld ausgeben, der Staat müsse noch mehr Geld über Steuern einziehen oder Geld drucken und alle Bedürftigen subventionieren bzw. für eine anhaltende Immigration sorgen. Das dies nicht funktioniert, sollte jedem einleuchten. Eine Wirtschaft wächst nur dadurch, indem man erst einmal spart und danach das Geld produktiv investiert wird, wodurch technologischer Fortschritt geschaffen und dadurch wiederum Waren und Dienstleistungen billiger produziert werden können.
 
Wohin diese keynesianische Denkweise des Ausgebens von Geld zur Entfachung von Wirtschaftswachstum hingegen führt, sieht man derzeit in Venezuela. Die dortige Währung befindet sich in der Hyperinflation, die Menschen hungern, während der Staat sie zur Zwangsarbeit auf den Feldern zwingt. Der dortige General verteilt mit seinem Militär unterdies Toilettenpapier, Zucker und Fleisch, wobei die Regimegegner leer ausgehen. Jetzt hat das dortige Parlament in dieser Woche den Präsidenten Maduro letztlich entmachtet, wobei auch ein anderer Führer die Wirtschaft nicht weiser und besser lenken können wird. In einer Wirtschaft bilden Angebot und Nachfrage von Millionen oder Milliarden von Menschen Preise und Produktionsprozesse. Dies wird nie ein Mensch nur annähernd fassen und besser planen können, als jeder für sich selbst.
 
Europa befindet sich leider auf dem gleichen Irrweg wie Venezuela, denn die Preise, wie beispielsweise die für Geld, werden längst von den Zentralbanken planwirtschaftlich diktiert. Die Niedrigzinsen haben zu einer Sparverweigerung geführt, weshalb auch kein Geld für reale Investitionen vorhanden ist und die Wirtschaft gar nicht nachhaltig wachsen kann. Bei dem vermeintlichen Wirtschaftswachstum von 1,9% handelt es sich lediglich um eine Scheinblüte sozialistischer Marktverzerrungen, die durch das neu gedruckte Geld in einigen staatlich subventionierten Branchen zu Wachstum führt. Roland Bader, ein bekannter libertärer Verfechter der Österreichischen Schule schrieb einst: „Wir werden nachhungern müssen, was wir [auf Kredit] vorausgefressen haben“. Ein Leben auf Pump ist eben nicht nachhaltig und führt letztlich in die Armut. Weiterhin dürfte es sich bei dem vermeintlichen Wachstum um eine statistische Verzerrung handeln, da die wahre Teuerung nicht berücksichtigt wird. Es handelt sich somit in jeder Hinsicht um eine inflationäre Scheinblüte, doch nicht um reales Wirtschaftswachstum, das das Pro-Kopf Einkommen anheben würde. Der folgende Chart zeigt, dass das Wirtschaftswachstum in der Eurozone nicht anstieg, obwohl die Europäische Zentralbank die Geldmenge seit 2008 um 70% erhöhte. Doch ist das noch nicht alles, denn diese Scheinblüte wird vergehen und die Konjunktur, die auf Sand bzw. Baumwollgeld gebaut wurde, wird wieder einbrechen. Dies wird jedoch dann umso stärker und schlimmer geschehen.

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Das BIP in Europa konnte trotz des vielen Geldes nicht ansteigen.
 
Ohne das Drucken von Geld und der Abwertung des Euros wäre die Wirtschaft in Europa längt stärker eingebrochen, doch so wird dies verzögert bzw. statistisch durch falsche Inflationszahlen verschleiert. Der Euro ist von 1,40$ auf zuletzt 1,06$ gefallen. Real war der Einbruch des Euro noch viel stärker, wie der Anstieg des Goldpreises eindrucksvoll vor Augen führt. Der folgende Chart zeigt, wie die Geldmenge im Euroraum seit dem Jahr 2000 von 2.000 Mrd. Euro auf aktuell 7.000 Mrd. Euro durch die EZB erhöht wurde. Der Goldpreis stieg im gleichen Zeitraum von 300€ auf 1.125€ an, womit die Abwertung des Euros durch einen Anstieg des Goldpreises wieder ausgeglichen wurde.

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Wird Geld durch die Notenbanken gedruckt, so steigt der Goldpreis.
 
Das Umfeld für Edelmetalle ist weiterhin sehr gut. Angesichts konjunktureller Scheinblüten in der Wirtschaft, wird man am Aktienmarkt nach Inflation wohl eher in der kommenden Dekade Verluste erleiden. Auch Anleihen sind bei den Niedrigzinsen unattraktiv und bergen ein hohes Ausfallrisiko in einer möglicherweise schon nahen Wirtschaftskrise. Gold und Silber sind hingegen historisch unterbewertete Anlageklassen, die einen Schutz vor Inflation und Enteignung bieten, während sie gleichzeitig in einer Wirtschaftskrise ausfallsicher sind. In den heute schwierigen Zeiten bleibt keine Alternative, als zumindest einen guten Teil seines Vermögens mittels Edelmetallen vor den aufkommenden Gefahren zu schützen.


 



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