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Warum Indien und nicht China die größte internationale Wachstumsmöglichkeit für Mastercard darstellt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.02.2017, 10:00  |  424   |   |   

Inzwischen ist es normal. Mastercard (WKN:A0F602) hat vor Kurzem ein weiteres solides Quartal gemeldet. Die gesamten Nettoumsätze erreichten 2,76 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn pro Aktie betrug 0,86 US-Dollar. Beide Werte stellen eine Verbesserung von 9 % im Jahresvergleich dar. Das weltweit kursierende Dollar-Volumen stieg um gesunde 9 %, sobald die aktuellen Veränderungen in der EU in Betracht gezogen wurden und die neuen Transaktionen 17 % im Jahresvergleich erzielten.

Die Umsätze von Mastercard Services zeigten weiterhin große Gewinne und erhöhten sich um 21 % im Jahresvergleich. Unter der Sparte „andere Umsätze“ sammelt Mastercard verschiedene Posten. Dazu gehören zahlreiche Dienste wie der Betrugsschutz, Consulting, Kundentreueprogramme sowie das dazugehörige Management und Datenanalyse.

Aber es sind nicht nur das kontinuierlich Umsatzwachstum und die gesunden Fundamentaldaten, über die sich die Investoren freuen sollten. Es sind auch die massiven Möglichkeiten, die sich in einem der dichtest bevölkerten Länder der Welt eröffnen – aber nicht dem, das du denkst.

Probleme in China

Im Frühjahr 2015 gab das chinesische Staatskonzil eine Regelung heraus, die es Mastercard und Visa erlaubte, dort zu arbeiten. Im folgenden Jahr gab die Regierung aber weitere Instruktionen mit zusätzlichen Richtlinien bezüglich Voraussetzungen heraus, die erfüllt werden mussten, bevor sich die beiden Unternehmen überhaupt um Lizenzen in China bewerben konnten. Eine dieser Regelungen lautete, dass ausländische Unternehmen eine Zweigstelle vor Ort haben müssen, sowie 1 Milliarde Yuan an registriertem Kapital in ein lokales Unternehmen investieren müssen. Zusätzliche müssen sie die Sicherheitsstandards der chinesischen Regierung erfüllen.

Unglücklicherweise waren diese Regeln, die die chinesische Regierung letzten Sommer herausgegeben hatte, absichtlich vage gehalten. Die beiden Unternehmen stecken jetzt also im Fegefeuer dieser bürokratischen Hölle fest und versuchen einige Details zu klären, während sie immer noch auf die Lizenz warten. Im Fall von Mastercard kommentierte CEO Ajay Banga während der letzten Telefonkonferenz bezüglich der Lage in China: „Wir befinden uns weiter im Gespräch mit den Regulierungsbehörden, um die Einstiegsvoraussetzungen besser zu verstehen und unsere Optionen zu klären, und wie man in diesem Markt am besten manövriert.“

Wenn sich eine Türe schließt, dann öffnet sich eine andere

Während die Fortschritte in China aber frustrierend langsam für die Aktionäre von Mastercard vonstattengehen, eröffnet sich eine weitere Gelegenheit in Asien, die ebenso jede Menge Potenzial liefert und sich in Reichweite befindet.

Im letzten August ergriff der Premierminister Narendra Modi in einem Versuch, die indische Wirtschaft zu modernisieren, eine drastische Maßnahme. Er demonetarisierte bestehende 500- und 1.000-Rupien-Banknoten. Das endete aber nicht damit, dass diese nicht mehr gedruckt werden, sondern Modi erklärte auch, dass die sich im Umlauf bestehenden Banknoten in naher Zukunft für wertlos erklärt werden würden. Die Tatsache, dass etwa 95 % aller Käufe in Indien immer noch in Bargeld abgewickelt werden, verschlimmert die Sache. Wenn diese beiden Banknoten aus dem Verkehr gezogen werden, dann wären schon mal 86 % der sich im Umlauf befindenden Währung wertlos.

Das könnte die indische Wirtschaft kurzfristig etwas bremsen, es eröffnet gleichzeitig aber eine riesige Gelegenheit für Mastercard in einem der am schnellsten wachsenden Länder mit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte, da digitale Zahlungen einer immer prominentere Rolle einnehmen. Während der Telefonkonferenz zum vierten Quartal 2016 merkte Banga des öfteren an, welche Gelegenheit das für das Unternehmen biete:

Die indische Regierung hat vor Kurzem einen Plan umgesetzt, um den Umstieg von Bargeld auf elektronische Zahlungsformen zu beschleunigen. Da sich dieses Wirtschaftssystem bisher sehr auf Bargeld verlassen hat, wird das die Konsumausgaben kurzfristig abschwächen. Es könnte das wirtschaftliche Wachstum aber erhöhen und das Zahlungssystem langfristig modernisieren.

In derselben Telefonkonferenz sagte CFO Martina Hund-Mejean, dass Mastercard schon jetzt die Auswirkungen dieser neuen Politik sehe und gab an, dass das Kaufvolumen im Jahresvergleich um 75 % gestiegen wäre.

Jede Menge Wachstum

In der Telefonkonferenz schätzte Banga, dass es in Indien etwa 60 Millionen Händler, aber nur 1,4 Millionen Point-Of-Sale-Terminals gäbe, die digitale Zahlungen akzeptieren. Er glaubt, dass dieser Anstieg um 75 % bei den digitalen Käufen im letzten Quartal darauf zurückzuführen sei, dass jetzt mehr Inder die bestehenden Zahlungsterminals benutzen. In den folgenden Quartalen plant Mastercard große Investitionen, um mehr Händler mit allen Arten von digitalen Zahlungsmöglichkeiten auszustatten.

Bildquelle: Mastercard Inc Newsroom.

Die ambitionierten Pläne des Unternehmens beinhalten, die Zahl der Terminals in den nächsten drei bis sechs Monaten zu verdoppeln und die Gesamtzahl der Terminals in den nächsten zwei Jahren auf 5 Millionen zu erhöhen. Banga merkte an, dass man diese Bemühungen zusammen mit anderen Institutionen wie der indischen Regierung, den Banken und Visa orchestrieren müsse.

In einem aktuellen Interview merkte der Senior Vice-President Of Marketing der Region Asien-Pazifik, Sam Ahmed, an, dass das Unternehmen seine Investitionen in Indien in den letzten beiden Jahren um 30 % erhöht habe und sogar noch mehr investieren wolle. Diese anhaltenden Investitionen deuten an, dass das Management die enormen Gelegenheiten, die sich in diesem Land bieten, erkannt hat. Immerhin ist Indien eines der am schnellsten wachsenden Wirtschaftssysteme und das Land mit der weltweit zweitgrößten Bevölkerung, das jetzt auf digitale Zahlungen umstellt.

Der gesamte Mark ist vielleicht nicht so groß wie der in China, die indische Regierung ermutigt Investitionen in digitale Zahlungen aber und behindert die Unternehmen nicht mit kruden Regulierungen. Das macht das langfristige Potenzial in Indien leichter ausschöpfbar und vorhersehbar.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Mastercard und Visa.

Dieser Artikel wurde von Matthew Cochrane auf Englisch verfasst und wurde am 13.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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Mastercard (A)


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