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Bitcoins? Nein danke!

Gastautor: Frank Fischer
25.09.2017, 07:16  |  11252   |   |   

Bitcoin, das ist eine von 900 Cyber-Währungen, die derzeit um den Globus kreisen. Soweit, so gut. Wenn man der Plattform CoinMarketCap Glauben schenken will, dann beläuft sich der Wert all dieser virtuellen Währungen auf mittlerweile rund 150 Milliarden Dollar, wobei dieser Wert täglich erheblichen Schwankungen ausgesetzt ist. Bitcoin hat daran den allergrößten Anteil. Doch es ist eben nur eine dieser 900 Krypo-Währungen. Ist das schon gleichbedeutend damit, dass sich Bitcoins auf Dauer durchsetzen? Nein.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch wir glauben, dass sich digitale Währungen und Blockchain irgendwann einmal durchsetzen werden, weil sie disruptiv sind. Bitcoins könnten auf Dauer gesehen sogar das bessere Geld sein, weil sie knapp sind und das System faszinierend einfach. Jede Transaktion bleibt dezentral in zahlreichen verifizierten Computern und Netzwerken gespeichert (Blockchain) und ist jederzeit belegbar. Zahlungen auch rund um die Welt kosten so gut wie nichts mehr und sind innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Zwischenhändler, Banken und Vermittler bleiben außen vor. Doch das ist natürlich auch der Grund dafür, dass staatliche Stellen und Zentralbanken misstrauisch sind.

Digitale Währungen und Blockchain werden sich durchsetzen – irgendwann einmal

Auf der anderen Seite: Auf dem Bitcoin-Markt herrscht Anarchie. Schon allein deshalb wird es sich kein Staat auf Dauer bieten lassen, dass man mithilfe von Cyberwährungen Gesetze umgeht. In der Schweiz haben die Finanzaufsichtsbehörden gerade erst Betrüger gestoppt, die mit Schein-Kryptowährungen gehandelt haben. Dabei geht es um sogenannte E-Coins. Die Finma zog dabei Anbieter aus dem Verkehr, die Kunden über das Internet die selbst erfundenen E-Coins angeboten hatten. Der Vorfall ist aber nicht der erste Betrugsfall mit Krypto-Währungen in der Schweiz. Auch Bitcoin war bereits wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Terrorfinanzierung ins Rampenlicht geraten.

Doch das sind nur die ersten negativen Auswirkungen der neuen Cyber-Währungen. Schon über die Frage, was Bitcoin und Co. im Kern überhaupt sind, herrscht Uneinigkeit. Und wie man damit umgehen soll, ist noch umstrittener. Auf der einen Seite die Kritiker: Für sie sind die digitalen Münzen schlicht Werkzeuge des Verbrechens aus den dunklen Ecken des Internets, oder einfach nur Zockergeld im globalen Finanz-Kasino. Für die Befürworter eröffnet der Bitcoin jedem Bürger den Zugang zu den Zahlungsströmen der Welt. Für sie sind Krypto-Währungen der Weg zu einem demokratischen Geldsystem – ohne Banken und Aufseher.

Doch neben dem Missbrauch des Bitcoins durch Kriminelle ruft vor allem das Zocken durch Privatanleger nach einer ordnenden Hand. Schließlich weckt eine Währung, die innerhalb von weniger Monate um viele hundert Prozent an Wert gewinnt, Misstrauen hervor. Da wird dann gleich an frühere Spekulationsexzesse wie die Tulpen-Manie des 17. Jahrhunderts  oder die  Internet-Blase zu Beginn dieses Jahrtausends erinnert. Doch wer sollte die Privatanleger vor der eigenen Gier schützen? Ehrlich gesagt niemand – und wenn schon, dann der Staates, seine Aufsichtsbehörden und die Notenbanken.

Bitcoins sind lediglich eine Erfindung von klugen Programmierern

Doch hat die Diskussion um alternative Währungen nicht ganz andere Dimensionen? Stimmt es überhaupt, dass Bitcoin eine anonyme Währung ist, die gern für kriminelle Geschäfte im Internet benutzt wird? Ob ein Geldschein mit Euro, Dollar oder Franken bedruckt ist, ist heutzutage egal, weil jede dieser Währungen allgemein anerkannt und untereinander tauschbar ist. Grenzenloser Handel wird erst durch digitale Geldformen möglich. Nichts anderes sind aber auch Konten und Kreditkarten, Spareinlagen, Bankschulden und Prepaid-Guthaben, die ursprünglich auf eine Bargeld-Währung ausgestellt wurden. Da erscheint eine rein computer-basierte, digitale Währung doch als logische Fortsetzung. Jedoch steht hinter der Krypto-Währung keine nationale oder internationale Notenbank mehr. Bitcoin & Co. sind eine private Erfindung von klugen Programmierern. Die Abkopplung von staatlichen Institutionen ist Teil ihres Konzepts. Sie entspringt der Überzeugung, dass mit dezentralisierter Geldverwaltung eine Machtkonzentration vermieden wird, wie sie durch die Ansammlung großer Kredite bei wenigen Banken in der Finanzkrise zu beobachten war.

Der wesentliche Kern unseres monetären Systems ist die Krediteigenschaft. Mit unserem Geld ist die Zusage verknüpft, auch später noch zahlungswillig und –fähig zu sein. Deshalb ist Geld nicht nur Zahlungsmittel, sondern als Wertspeicher auch dafür geeignet, in Form von Krediten neues Geld zu schaffen. Die Geldverwendung zeitlich zu strecken hat enorme Konsequenzen für eine Volkswirtschaft.

Im Gegensatz zu den staatlich regulierten Kredit-Währungen wie Euro und Dollar steht hinter den Bitcoins keine Zentralbank. Die Geldmenge wurde willkürlich durch ihren Erfinder im Jahr 2009 begrenzt: maximal soll es 21 Millionen Bitcoins geben, die für Zahlungen gestückelt werden können. Und Verknappung hat schon immer zu wilden Spekulationen Anlass gegeben. Doch entgegen dem ursprünglichen Willen, die Zahl der Bitcoins zu begrenzen, gab es bereits Abspaltungen, die die Zahl der im Umlauf befindlichen Coins im Verhältnis eins zu eins vermehrten. Und genau hier tritt etwas ein, was die Märkte am meisten hassen: Unsicherheit!

Investieren statt zocken

Für uns als Fondsmanager kommt hinzu: wir zocken nicht, wir investieren das Geld unserer Anleger wie etwa im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem PRIMA – Globale Werte oder dem Frankfurter Stiftungsfonds.  Mag sein, dass man in der unendlichen Weite der elektronischen Parallelwelt derzeit viel Geld „machen“ kann. Doch Zocken ist etwas für Spieler, die jederzeit mit dem Totalverlust ihres Einsatzes rechnen (müssen). Das werden wir auf keinen Fall tun. Um in Cyber-Währungen zu investieren, ist es noch viel zu früh. Derzeit stellen Bitcoin & Co. noch eine Bedrohung für die Deutsche Bank, JP Morgan & Co. sowie die Staaten dar, die diese nicht dulden werden. Und last, but not least: wahrscheinlich setzt sich am Ende eine Krypto-Währung durch, die von anerkannten supranationalen Einheiten unterstützt und legitimiert wird. Und das wird wahrscheinlich keine von den 900 Internetgeldsystemen  sein, die es heute bereits gibt.

 

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Kommentare

Ich finde den Beitrag sehr gut.

"Für uns als Fondsmanager kommt hinzu"

Wenn ein Bänker wiedermal versucht, den Bitcoin niederzumachen, dann weiß ich, dass mit dem Bitcoin noch alles in Ordnung ist.
Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt. Diese wird dazu führen, dass supranationale Kryptowährungen eingeführt werden, um später, in Verbindung mit einem Bargeldverbot und dem Verbot privater Kryptowährungen, so die Kosten der nächsten Finanzkrise mit Hilfe jahrzehntelang andauernden Negativzinsphasen auf jeden Bürger dieser Welt abwälzen zu können.
Und deswegen sind Bitcoins als Währung in Indien, Japan und China nicht mehr weg zu denken. . Facebook ist auch nur eine Erfindung von schlauen Köpfe und wurde von den gleichen Leute wie hier bei 19 Euro zum Verkauf geraten.. Schmierblatt

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