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Deutschland Untätigkeit ist keine Option

Gastautor: w:o Gastbeitrag
20.11.2017, 10:42  |  1548   |   |   

Die Versicherungswirtschaft in Deutschland mit ihren 529.000 Beschäftigten steht vor einem so tiefgreifenden Wandel, wie ihn diese Branche seit Jahrzehnten nicht erlebt hat.

Diese Entwicklung, die durch die Digitalisierung ausgelöst wird, ist unabwendbar und stellt die Versicherungsunternehmen vor die Aufgabe, den Wandel selbst zu gestalten und die nötigen Schlüsse für ihr Geschäftsmodell und ihren Personalbestand zu ziehen.

Das Problem hinsichtlich des Personalbestandes der Assekuranz lässt sich kurz zusammenfassen: zuviel Personal an der falschen Stelle. Das Versicherungsunternehmen von morgen muss in der Lage sein, dem Kunden die Module an die Hand zu geben, so dass dieser seine passgenaue individuelle Lösung zusammenstellen kann. Indes: Auf die Aufgabe von morgen sind die Vertriebsabteilungen der meisten Versicherungsunternehmen von heute nicht eingestellt. Denn die Zeiten, in denen relativ einfache Produkte und Leistungen in nennenswertem Umfang verkauft werden, geht unweigerlich zu Ende, weil künftig der Kunde immer mehr in der Lage sein wird, sich diese Leistungen selbst digital zu besorgen. Doch der Mensch wird nicht überflüssig werden. Im Gegenteil. Dort, wo Bedürfnisse und folglich auch Leistungen immer individueller und komplexer werden, wird die Bedeutung des Menschen wachsen. Die Herausforderung wird darin bestehen, durch eine umfassende Beratung den Bedarf des Kunden zu erfassen und abzudecken. Für die Unternehmen heißt das aber, dass nur noch ein kleiner Teil der heute in den Vertriebsabteilungen Beschäftigten noch gebraucht wird, die aber im Vertrieb Verbliebenen aber geschult werden müssen, um den Aufgaben von morgen begegnen zu können.

Ähnlich verhält es sich mit den IT-Abteilungen. Ihre Aufgabe, IT- Konfigurationen für die versicherungstechnischen Lösungen bereitzuhalten, müssen in den Unternehmen künftig nicht mehr durch eigene personal- und kostenintensive Abteilungen erledigt werden,
sondern können – je nach Bedarf – von außen eingekauft werden. Gleiches gilt für die Beschäftigten in den Abteilungen für Schadensabwicklung, denn die Aufgaben werden sich substantiell verändern: Der Aufwand zur Bearbeitung der Schadensregulierung für
einfache Versicherungen wird abnehmen, während die Schadensbearbeitung komplexer Versicherungen immer mehr Ressourcen verlangt. Auch auf diese Veränderung müssen sich die meisten Unternehmen erst noch einstellen.

So steht heute die deutsche Versicherungswirtschaft am Vorabend einer umfassenden Transformation. Und dabei wird der Restrukturierung des Personalbestands eine Schlüsselfunktion zukommen. Einige Unternehmen haben erste Schritte eingeleitet, andere warten noch ab.

Doch eines ist klar: Die Zeit läuft und Untätigkeit ist keine Option.

Autor: Eckart Eller

Der Autor ist Chef der EL-NET Group, einem auf Personal-Restrukturierung und
Outplacement spezialisiertem Unternehmen.

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Kommentare

Ich sehe es positiv: Da wird ein großes Maß an Arbeitspotenzial freigesetzt und steht dem Arbeitsmarkt für sinnvollere Tätigkeiten zur Verfügung. Die meisten Arbeitspl#tze in der Finanz- und Versicherungsbranche sind nüchtern betrachtet parasitär, da wird viel Lebensarbeitszeit verschwendet ohne der Geselslchaft wirklich einen Nutzen zu bringen. Die Versicherungsbranche wird es auf viele Jahre ähnlich treffen wie den Bankensektor. Tatsache ist, der Personalbestand muss runter und das wird in den nächsten 10-15 Jahren Hunderttausenden ihre sinnbefreite Arbeit ersparen.

Während ich mich noch gut daran erinnern kann, wann ich das letzte mal in meiner Bankfiliale war (natürlich Schließfach, was sonst?), sehe ich in all den Versicherungsbüros und Maklern keinen Nutzen außer den Versicherten über die Beiträge das Blut literweise aus den Adern zu saugen. Wer weniger Versucherungen hat, lebt freier.

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