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Aktien Boom, Boom … PENG!

Gastautor: Frank Fischer
11.12.2017, 07:27  |  6929   |   |   

Bisher war 2017 ein Jahr der Rekorde und hat den Anlegern schöne Gewinne beschert. Egal ob DAX, Dow Jones, S&P 500, Nasdaq oder Nikkei – der Boom an den Märkten hat Aktien immer weiter nach oben gespült. Auch unsere Mandate wie der Frankfurter Aktienfonds und der PRIMA – Globale Werte haben davon profitiert und übers Jahr hin neue Höhen erklommen.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Weltwirtschaft wächst weiterhin, die Gewinne der meisten Unternehmen sprudeln, Frühindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex notieren auf Höchstständen und angesichts einer niedrigen Inflation stehen die Notenbanken weiterhin nicht unter Druck, die nach wie vor niedrigen Zinsen zu erhöhen. Und was die politischen Krisenherde betrifft, so werden Nordkorea, die Konflikte im Nahen Osten oder ähnliche Unruheherde von den Börsianern ausgeblendet. Und jetzt auch noch die Steuerreform, die für US-Präsident Donald Trump zum epochalen Glanzstück werden soll. Wenn Trump das Gesetz tatsächlich noch in diesem Jahr unterzeichnen, stehen die Chancen gut, dass Unternehmen bereits ab Neujahr weniger Steuern zahlen werden. Aus den rund 10 Prozent Gewinnwachstum, die Analysten für 2018 im S&P 500 erwarten, könnten so circa 22 Prozent werden, so die Analysten der Deutschen Bank. Dann müssten die Gewinnschätzungen in vielen Bereichen massiv angehoben werden. Denn zurzeit liegt der effektive Steuersatz für die US-Konzerne bei 28 Prozent, wobei vor allem Energieunternehmen, aber auch zyklische Branchen wie Banken, Industrie und Konsum derzeit mehr zahlen.

Boom, Boom, Boom … da läuten die Alarmglocken!

Wohin man schaut, überall boomt es! Konjunktur, Unternehmensgewinne, die Stimmung unter den Investoren – alles bombig! Besonders in den USA regiert nach wie vor die Gier. Das Rationale bleibt außen vor. Da läuten bei uns die Alarmglocken!

Denn hier kommt die Psychologie ins Spiel. Die verhaltensorientierte Kapitalmarktforschung "Behavioral Finance" hat in Studien belegt: Die Psychologie des Menschen ist für überschießendes Handeln und extreme Kursbewegungen verantwortlich! Schließlich ist klar: Börsenkurse lassen sich nicht mathematisch berechnen, denn die Börse ist KEINE Mathematik! Börse ist Mathematik und Psychologie. Steigen die Kurse wie in den letzten Monaten, kommt Gier auf! Jeder will dabei sein. Die steigende Nachfrage treibt die Kurse immer höher. Letztendlich erfasst die Euphorie auch den letzten Marktteilnehmer. Es kommt die Zeit des gierigen Bruder Leichtsinn. Zeit das Risiko in unseren Portfolios zu begrenzen.

Wir machen da nicht mit!

Denn woher soll ein weiterer Aufschwung an den Märkten noch kommen? Wir sind da sehr skeptisch, deshalb haben wir im abgelaufenen Monat schon einige Positionen glatt gestellt, bzw. abgebaut wie etwa Berkshire Hathaway und Alibaba, oder auch bei METRO, Biotest oder Oracle – oft auch unter Schmerzen.

Ein paar Fakten:  Mehr als die Hälfte der institutionellen Investoren halten Aktien schon jetzt für überbewertet. Das ist der höchste Wert seit 1996. Sie sagen zwar „Wir haben kein Cash mehr um zu kaufen“. Dabei investieren sie auch noch den letzten Penny in die extrem hohen Bewertungen hinein. Das passt nicht!

 PENG!

Wer soll stattdessen jetzt noch investieren und die Kurse weiter nach oben treiben? Eigentlich ist keiner mehr da! Es sind derzeit nur Niedrigquoten an Cash in den meisten Fonds. Dass die Konjunktur auch in 2018 weiter brummt, ist eigentlich schon eingepreist. Und mehr als ein All time-High, das wir derzeit sehen, geht eigentlich nicht mehr. Boom, Boom, Boom … das gilt nicht nur für die konjunkturelle Lage, sondern auch für die Erwartungen in Europa, Osteuropa und Euroland. Doch die Gefahr, dass die Märkte enttäuscht werden, ist in einer solchen Lage schnell gegeben.

Noch ist die Stimmung bombig, doch es kann sich sehr schnell eine hoch-explosiv Mischung zusammenbrauen. Wir haben die Aktienquote in unseren Mandaten merklich zurückgefahren, denn wir wollen nahe am Ausgang stehen, wenn sich das Fest schneller als von vielen erwartet seinem Ende zuneigt! Den letzten Schluck auf der Party überlassen wir den Gierigen. Davon bekommt man eh nur einen fürchterlichen Kater.

 

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Kommentare

Alles soweit richtig,Herr Fischer bis auf:Eigentlich ist keiner mehr da zum Kaufen.Diejenigen,welche ihr Kapital zum Kaufen selbst herstellen,bewegen die Pseudomärkte nach Belieben.Traurig aber wahr!

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