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Aktien Von Glaskugeln und Porzellankisten

Gastautor: Thomas Hellener
18.12.2017, 07:28  |  4774   |   |   

In der Glaskugel zur Zukunft der Börsen kann man viel Gutes erkennen. Die Weltkonjunktur befindet sich weiterhin in einem robusten Aufschwung, der sich auch zu Beginn des kommenden Jahres fortsetzen kann. Gestützt wird dieser Aufschwung durch einen anhaltenden Anstieg des Welthandels und steigende Investitionstätigkeiten der Unternehmen rund um den Globus. Geopolitische Risiken und eine stärker als erwartete Inflationsentwicklung könnten diese Entwicklung zwar abbremsen, doch dafür scheint es im Moment noch zu früh. Denn in den USA sorgt die Steuerreform weiterhin für Impulse und beflügelt die Unternehmen im Dow Jones, dem S&P 500 und an der Nasdaq. Und auch in der Eurozone läuft es gut. Die Stimmung in der Wirtschaft ist in der Nähe ihres Sieben-Jahres-Hochs angelangt, das Verarbeitende Gewerbe freut sich über so viele neue Aufträge wie zuletzt zur Jahrtausendwende, dass sogar die EZB ihre Wachstumsprognose für 2018 von 1,8 auf 2,3 Prozent angehoben hat.

Wenn wir uns historisch die konjunkturelle Entwicklung in Euroland anschauen, dann sind wir nur noch einen Wimpernschlag vom historischen Hoch von 2007 entfernt. Dass aber - um noch einmal die Historie zu bemühen - nach jedem Hoch wieder eine Rezession folgt, scheint kein Marktteilnehmer auf der Rechnung zu haben. Das „R“-Wort kommt im aktuellen Sprachschatz überhaupt nicht mehr vor, alle Anleger sind einfach nur noch optimistisch. Aber genau das macht uns skeptisch und vorsichtig.

Enttäuschungspotential ist hoch

Warum? Da ist der ‚Bullish Consensus‘. Hier wird die Stimmung unter den US-Börsenbriefschreibern, Kommentatoren und ähnlichen Leuten gemessen. Der Index-Wert notiert aber derzeit schon auf einem dermaßen hohen Niveau, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Markt auf der Stelle tritt, oder gar korrigiert. Und genau das befürchten wir. Denn hinzukommt, dass besonders Aktien an der Wallstreet zurzeit sehr hoch bewertet sind und es zu Enttäuschungen kommen kann, wenn die Unternehmen die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen. Da ist und bleibt Vorsicht die Mutter aller Porzellankisten!

Deshalb hat Frank Fischer, der für unseren global anlegenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte verantwortlich ist, auch schon etwas Risiko aus dem Portfolio genommen. Die Aktienquote beträgt zwar immer noch rund 70 Prozent, doch sein Fuß zuckt schon Richtung Bremse. Trotzdem hält er an Werten wie Novo Nordisk, Alphabet, der Software AG oder Verisign fest, denen er weitere Kursgewinne zutraut. Dies gilt auch für die relativ neu ins Portfolio aufgenommene Diploma PLC, einem Anbieter von Nischenkomponenten in Nordamerika, Europa und Australien. Der Londoner Konzern legt seinen Fokus auf Komponenten im Medizintechnik-Bereich, industrielle Ersatzkomponenten und High-Tech-Kabel für die Luft- und Raumfahrt. Dazu muss gesagt werden, dass Diploma einer der wenigen Anbieter dieser Produkte ist, und über ausreichende technische Kenntnisse und Leistungen verfügt, um die Produkte mit einer gewissen Preissetzungsmacht auf den entsprechenden Märkten zu vertreiben.

Doch zurück zum Ausblick für 2018, zu den Risiken und Chancen. Zu den Risiken zählt Fischer die Rückkehr der Inflation, dann die anstehenden Wahlen in Italien und dem möglicherweise guten Abschneiden der „5-Sterne-Bewegung“, was wiederum auf die Zukunft der EU großen Einfluss haben könnte. Dann die Überschuldung der Unternehmen, vor allem in den USA, aber auch einiger Länder wie etwa China.

Steigende Volatilität

Die wohl steigende Volatilität an den Märkten sieht er dagegen positiv, gibt sie ihm doch die Chance, bei fallenden Kursen gute Unternehmen wieder günstig einzukaufen. Auf der anderen Seite erwartet er, dass die Steuerreform in den USA erst einmal weiterhin als Treiber der amerikanischen Märkte wirkt. Und in Europa? Hier könnte es besonders in Südeuropa zu Reformen kommen. Vielleicht überrascht ja gerade Italien positiv, sollte die Regierung in Rom Frankreich und seinem Präsidenten Emmanuel Macron nacheifern.  Dann würden wir dort ein Durchatmen bekommen, was wiederum - bei weiterhin niedrigen Zinsen - den Euro und die ganze Eurozone befeuern würde.

Fazit: Haben die Börsen 2017 einer Einbahnstraße zu immer neuen Hochs geglichen, wird 2018 wohl eher einer Straße mit vielen Schlaglöchern gleichen. Die Volatilität wird zurückkehren, und vor allem auf Unternehmensseite nimmt das Enttäuschungspotential zu. Ob dann die rund 10-prozentigen Gewinnzuwächse, die für DAX & Co. erwartet werden, auch erfüllt werden, hat die Glaskugel übrigens nicht verraten.

 

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