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Wie bewertet man ICOs als Investor?

Gastautor: Peter Joost
28.12.2017, 08:17  |  2990   |   |   

Die Popularität von ICOs ist in diesem Jahr geradezu explodiert. Diese Fundraising Methode für neue Kryptowerte hat sich mittlerweile als attraktive Alternative zu konventionellen Venture Capital Investments bei einigen Tech Startups etabliert. Insgesamt flossen 2017 bereits mehr als 3,7 Milliarden US Dollar in ICOs.

Für Anleger haben sich ICOs als eine der attraktivsten Anlageklassen überhaupt entwickelt mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs über alle Emissionen hinweg von mehr als 1300%. Sicherlich sind wir momentan in einer Boom Phase bei den Kryptowährungen und die Korrektur wird kommen, was dann auch den ICO Bereich betreffen wird.  

Regulatorisch sind ICOs immer noch in einem unsicheren Bereich angesiedelt. In den USA ließ die Börsenaufsichtsbehörde SEC vor kurzem verlauten, dass selbst sogenannte „Utility Tokens“ welche im Rahmen eines ICOs emittiert werden, als Wertpapiere gelten sofern etwaige Wertsteigerungen durch den Emittenten explizit oder auch implizit in Aussicht gestellt werden. Deswegen werden die meisten ICOs derzeit unter Ausschluss amerikanischer Investoren durchgeführt. Auf der anderen Seite gibt es Staaten welche ICOs in einem positiveren Licht sehen und sich als idealer Startup Hub für Blockchain Startups strategisch positionieren. Die Zukunft wird hier also spannend werden und wir gehen davon aus, dass sich Initial Coin Offerings als Fundraising Methode trotz aller anfänglichen Widerstände langfristig etablieren werden. 

Was ist bei einem ICO Investment zu beachten?

1.    Wer steckt hinter dem ICO?

Wie bei jedem Startup ist die Qualität des Teams mindestens genauso wichtig wie die Geschäftsidee. Auf der ICO Webseite findet man in der Regel die Profile der Gründer und Berater. Bei den Gründern ist es immer ein gutes Zeichen falls diese schon im Vorfeld mit anderen Startups erfolgreich waren. Auch die technischen Fähigkeiten des Teams müssen überzeugend sein. Die Blockchain Welt ist noch anspruchsvoller bezüglich der technischen Herausforderungen als „normale“ Tech Startups, deswegen ist eine starke Kompetenz in diesem Feld sehr wichtig. Ein Team welches nur aus Marketingspezialisten besteht ohne ausreichende technischen Profile gebietet zur Vorsicht. 

Es gibt allerdings auch ICOs welche von etablierten Unternehmen durchgeführt werden. Eines der erfolgreichsten ICOs im Dezember war Gifto, eine Plattform für Content und virtuelle Güter. Das Unternehmen hinter Gifto erhielt bereits VC Funding von bekannten Investoren und war seit 5 Jahren am Markt etabliert. Entsprechend nachgefragt wurde das ICO welches innerhalb weniger als 60 Sekunden ausverkauft war. Eine Woche später startete der Handel der Gifto Tokens welcher den vierfachen ICO Preis im Handelsverlauf erzielte. 

Das Berater Team eines ICOs ist ebenfalls wichtig. Hier ist es immer positiv zu sehen, falls Mitglieder dabei sind welche eine hohe Fachkompetenz, Reputation und Reichweite mitbringen. 

2.    Welches Konzept verfolgt das ICO Unternehmen?    

In diesem Punkt gestaltet sich die Bewertung analog zu normalen Startup Analysen. Macht die Geschäftsidee und der Wertschöpfungsplan Sinn? Ist der angesprochene Markt groß genug? In den letzten Monaten ist festzustellen, dass sich sogenannte Infrastruktur ICOs am besten entwickelt haben. Unter Infrastruktur sind neue Protokolle zu verstehen die auf einer Blockchain aufbauen (oder eine neue kreieren) und auf welcher wiederum dezentralisierte Applikationen (dApps) aufbauen können. Dies ist in etwa zu vergleichen mit den verschiedenen Protokollen des Internets. Allerdings zeigt sich schon heute, dass sich in der Blockchain Welt mehr Protokolle etablieren werden als lediglich eine Handvoll wie es im Internet der Fall ist. Falls sich ein solches Protokoll durchsetzt, wie beispielsweise Ethereum, kann massiv skaliert werden und das Wachstum scheint annährend unbegrenzt möglich. 

Auf alle Fälle sollte das Whitepaper des ICOs genau durchgelesen und analysiert werden. In diesem wird das Vorhaben im Detail geschildert in all seinen Facetten. Aus dem Whitepaper sollte klar hervorgehen wie die Entwicklung des Projekts geplant ist und zu welchen Zeitpunkten wichtige Komponenten des Vorhabens fertiggestellt werden. Zudem sollte das ICO Unternehmen bereits über einen Prototypen seiner Software verfügen. Die Zeiten in welchen ICOs sehr erfolgreich waren welche nur ein Whitepaper und keinerlei Entwicklungen vorzeigen konnten, gehen allmählich zu Ende. 

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